Neue Spritsorte E20 - Verträglichkeit und Folgen

  • Die EU jagt die nächste Sau durchs Dorf und kündigt die Einführung einer neuen Spritsorte E20 - mit max. 20% Ethanolbeimischung an. Es braucht zwar noch die Anpassung einer Richtlinie aber dann ist das Ding wohl durch und der Marktstart kann kommen. Aber wie sieht es mit der Freigabe/Verträglichkeit bei Suzuki aus ? Und was passiert mit anderen Sorten ? Denn wiedermals eine neue Sorte Sprit wird den Tankstellenbetreiber nicht dazu bewegen den Hof aufzureißen und einen zusätzlichen Tank einzubauen.

    Von der schwedischen Kraftfahrtbehörde haben die Bürger bereits die Info bekommen, das durch die verpflichtende Einführung von E20, dann das 98Blyfri (SuperPlus) entfällt. Es bieben dann bei uns in Schweden 95 Blyfri (E5), das neue E20 und das E85 Ethanolbenzin. Beim Diesel bleibt es vorerst beim B7 und HVO100.

    Das E85 hat weder mein Händler noch Suzuki seinerzeit freigegeben. Da es aber E20/E25 weltweit bereits großen Märkten gibt könnte es doch sein, das Suzuki dies frei gibt, oder ?

    Was meint ihr... was passiert mit anderen Spritsorten in Deutschland bei Einführung von E20 ? Und gibt Suzuki die Plörre frei ? Vielleicht hat jemand ja bereits Infos dazu ?

    Und bitte KEINE Diskussion über Sinn und Unsinn dieser neuen Sorte / Beimischung, danke !

    - För livets alla äventurer -

    Vitara LY 1.6 Limited Allgrip 2017 aktuell 31tkm - Vitara LY 1.6 Comfort+ Allgrip 2018 aktuell 234tkm

  • Ich nehme an, dass hier E10 zugunsten von E20 entfallen würde. Irgendwo hatte ich mal gelesen, der Mineralölwirtschaft wäre auch der Entfall von E5 durchaus recht.


    Super plus zu streichen, das wäre m. E. heikel, da gar nicht so wenige Fahrzeugmodelle darauf ausgelegt sind. Bei Motorrädern nach meinem Wissen zahlreiche Modelle.

    |SUZUKI| |Swift MZ Sport|

  • Die Einführung oder auch Nichteinführung wird wohl kaum von unseren Meinungen dazu abhängig gemacht werden. Für die Einführung spricht der Klimarettungsgedanke, über Bioethanol den fossilen Benzinanteil zu senken. Dagegen sprächen die unzureichende Verfügbarkeit von Bioethanol und technische Bedenken, da Alkohol in höherer Konzentration aggressiver mit Dichtungskomponenten und Kunststoffen reagiert als Benzin. Zudem ist sein Verbrennungsverhalten anders. Ob die vorhandenen Fahrzeuge also E20-fest sind, können nur und müssen im Vorfeld die Fahrzeug- und Motorenhersteller beantworten. Ansonsten braucht man über den tieferen Sinn von E20 in Regionen ohne massive Bioethanolproduktion aus Landwirtschaftsabfällen tatsächlich keine Worte verlieren, anders als z.B. in Brasilien.

    Einmal editiert, zuletzt von dav1963 (23. April 2026 um 18:03)

  • Eine industrielle Ethanol-Produktion haben wir ja bereits. Ethanol wird als Lösemittel in vielen Industrieanwendungen und im Handwerk gebraucht. Es wäre also nicht "nichts" da. Beantworten kann ich die Frage nicht, ob die Produktionskapazitäten den Mehrbedarf des Produkts "E20" bereits jetzt decken könnten oder ob das kurzfristige Hochfahren diesen Bedarf decken könnte.

    Ich habe vor über 10 Jahren noch Erfahrungen mit E85 sammeln können und hatte damals mehrere Fahrzeuge mit Veränderungen damit fahren können. Einige davon würden heute als "Manipulation" wahrscheinlich bei einer Feststellung geahndet. Technische Probleme hatte ich damit nicht, wenngleich der Kaltstart bei Temperaturen nahe der Frostgrenze stets widerwillig war. Abgesehen von einem nicht zu leugnenden Mehrverbrauch fuhr sich das nicht schlechter.

    Insofern würde ich erwarten, dass mein aus heutiger Perspektive ziemlich in die Jahre gekommener Fuhrpark - mit Ausnahme meines uralten Rollers - auch mit E20 laufen würde. Der Roller wäre mit einer anderen Hauptdüse aber darauf abstimmbar. Es gab "damals" auch kundige Schrauber, die Vergasermotoren mit angepasster Hauptdüse und Kaltstartvorrichtung zum problemlosen Betrieb mit E85 brachten.

    Ob sich analog zum E85 bereits mit E20 ein Mehrverbrauch darstellen würde, bliebe zu beobachten. Auch dem E10 sagte man gegenüber E5 einen Mehrverbrauch nach. Konnte ich nicht direkt feststellen.

    |SUZUKI| |Swift MZ Sport|

  • Ich nehme an, dass hier E10 zugunsten von E20 entfallen würde. Irgendwo hatte ich mal gelesen, der Mineralölwirtschaft wäre auch der Entfall von E5 durchaus recht.


    Super plus zu streichen, das wäre m. E. heikel, da gar nicht so wenige Fahrzeugmodelle darauf ausgelegt sind. Bei Motorrädern nach meinem Wissen zahlreiche Modelle.

    Super plus hat ja als hauptsächlichen Unterschied zu Super die höher Oktanzahl. Die hat Ethanol allerdings auch, ein Austausch von mineralischem Superplus gegen eine Mischung mit erhöhtem Ethanolanteil wäre technisch also sinnvoll, so die Tank- und Motorkomponenten es vertragen.

    Knackpunkt dürfte die Verfügbarkeit von Ethanol sein. Wenn man allerdings die Überproduktion an Wein in Europa betrachtet, würde eine technische Nutzung Sinn ergeben, so die Produktion von reinem Alkohol daraus wirtschaftlich praktikabel ist. Ebenso verbleibt ja der Alkohol bei der Produktion alkoholfreier Gärungsgetränke (Bier, Wein, Sekt) als "Abfall", allerdings in einer unzureichenden Konzentration. Inwieweit hier großtechnisch ökonomisch umsetzbare Verfahren zu Destillation existieren, entzieht sich meiner Kenntnis. Ein "Brennen" wie zur Schnapsgewinnung dürfte energetisch wenig sinnvoll sein. Selbst vergällter Brennspiritus liegt im Literpreis jetzt noch deutlich über dem von E5, rein pekunär macht eine Ethanolbeimischung also keinen Sinn. Ob es ökologisch vorteilhaft wäre, bedürfte einer Einbeziehung aller energetischer Aufwendungen von der landwirtschirtschaftlichen Produktion der Ausgangsrohstoffe bis zum beimischungsfertigen Ethanolkonzentrat. Zumindest existiert eine Konkurrenz zwischen Teller/Glas und Tank bei der hier üblichen Landwirtschaft.

  • Diese Vorhaben sind eine Katastrophe. Wo kommt das viele Ethanol her?
    Entweder werden landwirtschaftliche Flächen für Energiepflanzen geopfert (der Selbstversorgungsgrad mit Lebensmittel ist in D gesunken) oder es werden synthetische Kraftstoffe mit einem nicht zu unterschätzenden Energieaufwand hergestellt.

  • Wenn die EU-Gesetzgebung schnell arbeitet, dann wird E20 ab 2027 in den Markt gedrückt. Was ich nicht konkret rausgelesen habe: Ist die Einführung in allen Mitgliedstaaten verpflichtend oder bleibt diese Sorte nur eine Option? Zur Erinnerung: E10 hatten unzählige Mitgliedstaaten auch nicht eingeführt. Für Benzin mehr als zwei Sorten zu produzieren, auszuliefern und generell die Tanklogistik dafür vorzuhalten, da hatten zahlreiche Mitgliedstaaten gar nicht mitgezogen.

    Deutschland will nach Berichten aus der Fachpresse E20 unbedingt einführen. In einigen Mitgliedstaaten und sehr wahrscheinlich auch in Deutschland wird dafür eine andere Kraftstoffsorte wegfallen.


    Theoretisch könnte E20 einige Cent billiger als E10 verkauft werden. Ich nehme aber an, dass E20 das bisherige E10 ersetzen wird und sich an den Endverbraucherpreisen nichts ändert. Vorstellbar wäre ebenfalls, die kostentreibende Parallelversorgung mit E5 einzustellen. Die Mineralölwirtschaft scheint dies zumindest in Erwägung zu ziehen. Wer kein E20 verwenden kann oder will, der wäre dann zum Griff zu Super plus oder den 100 Oktan-Edelsorten gezwungen.

    |SUZUKI| |Swift MZ Sport|

  • Laut meinem Händler und auch in der Betriebsanleitung klar ersichtlich ist nur E5 oder E10 für den Suzuki Swift Hybrid zugelassen.

    Von seitens Suzuki Schweiz und auch Österreich gibt es auch keine andere Äußerungen.

  • Aber wie sieht es mit der Freigabe/Verträglichkeit bei Suzuki aus ?

    Da es aber E20/E25 weltweit bereits großen Märkten gibt könnte es doch sein, das Suzuki dies frei gibt, oder ?

    Und gibt Suzuki die Plörre frei ?

    Das scheint Dich ja wirklich sehr umzutreiben. Prognosen sind immer dann besonders schwierig, wenn sie die Zukunft betreffen.

  • Das scheint Dich ja wirklich sehr umzutreiben. Prognosen sind immer dann besonders schwierig, wenn sie die Zukunft betreffen.

    Ehrlich gesagt nicht im geringsten, da ich durch meinen ehem. Arbeitsgeber die Möglichkeit habe auch weiterhin sehr günstig zu tanken. Ich würde es daher (bei Freigabe) nur mangels Alternative tanken.

    Zudem hätte mich interessiert ob hier jemand (der bei Suzuki arbeitet) bereits Infos darüber hat ob Suzuki die Plörre freigibt. Denn bezogen auf die Tatsache daß es diesen Sprit ja bereits in vielen Teilen der Erde gibt, wäre es nur komisch wenn das nicht der Fall wäre, oder ?

    - För livets alla äventurer -

    Vitara LY 1.6 Limited Allgrip 2017 aktuell 31tkm - Vitara LY 1.6 Comfort+ Allgrip 2018 aktuell 234tkm

  • Die Hauptfrage, abgesehen von der Motorverträglichkeit, ist doch die Herkunft des Bioethanols. Gewinnung aus extra dazu angebauten Pflanzen konkurriert einerseits mit der Nahrungs- und Futtermittelproduktion und ist andererseits wenig ökonomisch. Die Vergärung von Produktionsabfällen wäre die einzige ökonomisch und ökologisch sinnvolle Variante. Die aber auch mit der Biogasproduktion konkurriert. Vor einer verpflichtenden Einführung mit Wegfall anderer Konzentrationen wäre also logischerweise die Verfügbarkeit zu prüfen. Allerdings sucht man Logik in der derzeitigen Politik ja meist vergebens. Die Herstellungskosten von Bioethanol liegen über denen von mineralischem Benzin, nur dank anderer Besteuerung ist E10 um einige Cent billiger als E5. Ob dann E20/25 nochmals billiger angeboten wird - ???

    Auf alle Fälle ist der Energieinhalt niedriger, es würde also mehr verbraucht. Durch die höhere "Oktanzahl" von Ethanol hebt sich eventuell bei geringer Konzentration der geringere Energieinhalt durch einen höheren Wirkungsgrad des Motors verbrauchstechnisch auf. Mit zunehmender Ethanolkonzentration verringert sich jedoch dieser Effekt und es resultiert ein tatsächlicher Mehrverbrauch, der den Preisvorteil aufbraucht.

    Inwieweit Startverhalten, Zündfähigkeit, Verbrennungstemperatur usw. Anpassungen bedürfen, müssen die Hersteller klären und entsprechende Freigaben erklären. Theoretisch funktioniert ein Ottomotor auch mit reinem Alkohol oder auch anderen Kohlenwasserstoffen (LPG, LNG, Äther usw.).

  • Wäre trotzdem interessant....
    Subaru hatte mal einen Umbau im Angebot, damit fahrbar E85.
    War nur ein Zusatzsteuergerät für die Zündung, konnte original nicht angepasst werden.

    Ohne Umbauten waren mit einem '97 Impreza GL 115 PS 50:50 möglich, also E85 und E5 war das damals.

    Der Verbrauch ging schon merklich nach oben aber riechen tut das ganz anders ^^

  • Der Suzuki grand vitara xl7 ist für E85 ohne Anpassungen lt. Meinem ehemaligen Suzuki Händler freigegeben. Also sollte der auch die plörre können.. Wer weiß was da noch kommt.. Lassen wir uns überraschen..

    Der Drift ist die schnellste Art der Fortbewegung

    Walter Röhrl

  • Ob sich analog zum E85 bereits mit E20 ein Mehrverbrauch darstellen würde, bliebe zu beobachten. Auch dem E10 sagte man gegenüber E5 einen Mehrverbrauch nach. Konnte ich nicht direkt feststellen.

    Ich fahre in meinem sss nz auch nur E10 seit Jahren und fahre auf 6,9l, da tut sich aber auch nix mehr. Ob ich jetzt mit E5 auf 6,8l komme, ka.


    Was interessant ist, zb in Rumänien gibt es an vielen Tankstellen gar kein E5 mehr und da fahren viele von unseren älteren Autos mit 800.000km und mehr rum.


    oder es werden synthetische Kraftstoffe mit einem nicht zu unterschätzenden Energieaufwand hergestellt.

    Ist es nicht genau das, was unsere Regietung immer will? Synthetischer Kraftstoff mit EE hergestellt.

  • Was interessant ist, zb in Rumänien gibt es an vielen Tankstellen gar kein E5 mehr und da fahren viele von unseren älteren Autos mit 800.000km und mehr rum.

    Wie ich schon im Eingangsbeitrag schrieb wird wohl jedes Land anders mit der Einführung umgehen. Die einen streichen wohl E5, die anderen E10.

    Hier fahren aufgrund der etwas längeren Strecken und der Tatsache das man sich in Schweden nicht alle 2 Jahre ein neues Auto kauft, die Fahrzeuge ebenfalls deutlich länger. Kilometerstände jenseits der 400Tkm sind an der Tagesordnung, 800Tkm nicht selten. Und das trotz wenig Pflege und sehr niedriger Fahrzeugdichte was deutsche Premiummarken angeht... oder liegt es genau daran ? ✌️... auffällig ist aber das der Anteil asiatischer Automarken hier schon immer sehr hoch war (Der Rest ist SAAB und Volvo). Und genau diese werden wohl weniger ein Problem mit der neuen Spritsorte haben/bekommen... um zum Thema zurück zu kommen.

    - För livets alla äventurer -

    Vitara LY 1.6 Limited Allgrip 2017 aktuell 31tkm - Vitara LY 1.6 Comfort+ Allgrip 2018 aktuell 234tkm

  • isshnSSIch gaube das sind eher die Tankstellen. Bspw an der shell (Die genau auf meinem Arbeitsweg liegt) gibt es die unterschiedlichen Sorten nicht an jeder Zapfsäule. Teilweise die BFT/Star Tankstellen haben weniger Sorten und an jeder Säule eigentlich jeden Sprit.


    Wo die Politik da mit reinspielen könnte, wäre der CO2 errechnete Verbrauch, also wenn man annimmt dass Bio Ethanol aus Nachwachsenden Pflanzen gewonnen wurde und als CO2 Neutral deklariert wird.


    Sind ja nicht alle Deutschen so. Mein Auto ist 9 Jahre Alt, seit 8 Jahren in meinem Besitz, nachdem der gleiche Wagen nach 1 Jahr ausm Autohaus zerdellt wurde. Der wird mich begleiten, bis der Tüv nein sagt und ich mal son paar Tausen Euro reinstecken darf.

    das man sich in Schweden nicht alle 2 Jahre ein neues Auto kauft

  • Jede Tanke kann nur so viele Sorten anbieten, wie sie verschiedene Tanks im Boden hat - Anzahl Säulen hin oder her (oder sie bescheißt irgendwie, das solls ja auch schon gegeben haben, dass man den besseren Sprit fürs billigere Geld kriegt... andersrum dagegen wäre je nach Sorte schon heikel, und kriminell).

    • S+ kann nicht wegfallen, da gerade deutsche Autos oft drauf Wert legen bzw. gelegt haben.
    • E10 ersetzen ist Unfug, da dann etliche mangels expliziter Freigabe oder wegen "ich tank ja nix schlechteres als bisher auch immer" auf E5 zurückfallen würden und der erhoffte/geforderte (?) E20 Absatz schwächeln.
    • E5 könnte man problemlos und mit S+ substituieren, wird sich preislich auch kaum noch unterscheiden.

    Oiso... easy. (Und alle Modelle die in anderen Teilen der Welt bereits E85-zugelassen sind, vertragen wohl auch E20, hm?)

  • Immerhin erschließt sich mit E20 ein neuer Absatzmarkt für Zuckerrübenanbauer und Brauereien. Bei ersteren wird dank "Zuckersteuer" sicher demnächst weniger Bedarf bestehen (wird dann durch gesundheitsbedenkliche Süßstoffe ersetzt ...) und bei letzteren klemmt eh der Absatz an Bier. Auch im Weinbau gibt es massive Überkapazitäten. Getreide wird dagegen eher Mangelware, schon weil viele Ackerflächen Windrädern und Solarpaneelen zum Opfer fallen. Also mal schauen, wo der ganze Alkohol herkommen soll, destilliert muß er schließlich auch noch werden, möglichst wasserfrei auf gut 99%, was auch Energie verbraucht, zusätzlich zum Landwirtschafts-Diesel und in den "Brauereien", sprich Gäranlagen. Und Achtung! Beim "polizeilichen Pusten" Abstand vom Tankstutzen und der Tankentlüftung! Könnte sonst die Werte verfälschen ... :D