Bremssattel hinten

  • Drückt der Nocken direkt auf den Kolben? Das hieße ja, es würde auch hinten eine abgedichtete Öffnung des Bremszylinders benötigt. Einfacher und wahrscheinlicher ist der Druck eines Nockens auf die Grundplatte des Bremsklotzes neben dem Kolben. Der Kolben wird also bei Nutzung der Handbremse nicht bewegt, das Spiel der Klötze zur Scheibe in Ruhe ist aber sehr gering. Der Kolben selbst stellt sich nicht von selbst zurück, sondern wird durch den Taumelschlag der Bremsscheibe bei deren Umdrehung via Klötze minimal zurückgedrückt. Baut man neue Klötze ein, muß der Kolben zurückgedrückt werden, da diese ja wieder dicker sind als die abgenutzten. Wie das Nachstellen der Handbremsmechanik gelöst ist? Der notwendige Verstellweg infolge der Abnutzung der Klötze ist wahrscheinlich so gering, daß ein/zwei Rasten an der Handbremse mehr reichen und am Sattel kein extra Nachstellmechanismus verbaut ist. Die aufzubringenden Kräfte zur Parksicherung sind ja um einiges geringer als die zur Abbremsung des rollenden Fahrzeugs nötigen, wodurch kurze Seilwege ausreichende Hebelwirkung entfalten.

    Der Hub des Kolbens beim Bremsen ist bei einer Scheibenbremse also nur sehr minimal, weshalb sich der Kolben durch Schmutz und Oxidation eher festsetzt. Die Kolbenwege in den Radbremszylindern einer Trommelbremse sind demgegenüber deutlich länger, die Kolben haben aber im Vergleich auch einen geringeren Durchmesser, was gleiche Hubvolumina aber geringere Ausdrückkraft bedeutet. Scheibenbremsen erfordern demgegenüber höhere Andruckkräfte zwischen Klötzen und Scheibe als zwischen Bremsbacken und Trommel einer Trommelbremse, erreichen aber auch eine größere Bremswirkung bei besserer Wärmeableitung.

  • PS: bei Trommelbremsen werden die Kolben der Radbremszylinder aktiv mit Federn zurückdrückt bzw. gezogen, da die Trommel exakt rund laufen muß. Ein Rastmechanismus gleicht die Abnutzung des Belages aus, so daß das Spiel zwischen den Backen und der Trommel nur im Rastenabstand schwankt.

  • PPS: gerade nachgelesen. Es wird wohl wirklich über einen dünnen Stößel via Bremszylinderhinterwand der Kolben ausgedrückt. Macht zwar eine weitere Abdichtung am Bremszylinder notwendig, bringt aber den Druck mittig auf den Klotz. Der Hubweg des Kolbens ist aber der gleiche wie beim hydraulischen Bremsen und somit nur sehr minimal. Ein automatischer Ausgleich der Belagabnutzung kann dann über einen Mechanismus an der Stößelstange und dem Umlenkhebel stattfinden, der beim Belagwechsel rückgestellt werden muß, um den Kolben wieder ausreichend einzudrücken.

    Habe zwar schon diverse Trommelbremsen von Moped bis PKW zerlegt und gewartet, mußte aber noch nie an eine Scheibenbremse ran, habe ich immer machen lassen. :/

    Einmal editiert, zuletzt von dav1963 (29. Juli 2026 um 15:53)

  • Hallo, sry dass ich mich einbringe.. Folgende Versionen kenne ich..

    Trommelbremse wie dav1963 beschrieben hat,

    Scheibenbremse für normale Bremse mit innenliegender Trommel im Bereich des topfes wie dav1963 beschrieben hat

    Und die (bei Opel hieß die kombibremse) kombibremse, da wirkt das handbremsseil über einen Hebel auf den bremskolben.

    Ganz platt gesagt macht der Hebel an dem das handbremsseil befestigt ist eine Drehbewegung auf eine Gewinde Stange die an einem Kolben befestigt ist und bewirkt das der bremskolben etwas rausfährt..

    Diverse konstruktive Nachteile haben dazu geführt, dass man die Keil Bremse mit Elektromotor eingeführt hat..

    Seit der kombibremse bin ich aus Entwicklung raus.. Da war ich noch aktiv..

    Gruß

    Quertreiber

    Der Drift ist die schnellste Art der Fortbewegung

    Walter Röhrl

  • Und die (bei Opel hieß die kombibremse) kombibremse, da wirkt das handbremsseil über einen Hebel auf den bremskolben.

    Ganz platt gesagt macht der Hebel an dem das handbremsseil befestigt ist eine Drehbewegung auf eine Gewinde Stange die an einem Kolben befestigt ist und bewirkt das der bremskolben etwas rausfährt..

    Diverse konstruktive Nachteile haben dazu geführt, dass man die Keil Bremse mit Elektromotor eingeführt hat..

    Seit der kombibremse bin ich aus Entwicklung raus.. Da war ich noch aktiv..

    Und genau das System ist am Swift verbaut.

  • Diese weitgehend ungeschützt im Spritz-/Nebelbereich der Räder liegende filigrane Mechanik "schreit" ja fast schon nach Defekten.=O

    Das Innenleben der Trommelbremsen hatte zwar auch mit dem Belagabrieb und Korrosion zu kämpfen, war aber zumindest recht gut geschützt vor Salznebel etc.. Aber damit kriegt man halt keine dauerhaft hohen Bremskräfte (Erwärmung) hin, sollen es nicht riesige Apparate werden. Die Variante mit kleiner Trommel als Feststellbremse war bis auf den Rostansatz bei Nichtnutzung recht tauglich, aber sehr aufwendig.

    Die elektrischen Parkbremsen sind auch der Komfortverbesserung und gegen das Vergessen des Anziehens geschuldet. Gerade schwächere Personen tuen sich manchmal schwer, den manuellen Hebel richtig anzuziehen bzw. haben Probleme beim Lösen. Sicher ein Grund für die Fußbetätigung bei Mercedes. Und gern wird sie mal vergessen, meine Holde wollte so auch schon mal den Zapfschlauch aus der Säule zerren =O, kam zum Glück noch rechtzeitig an den Hebel8o.

    Sie mögen ja sicher sein, diese Elektrobremsen, ich hab es aber lieber selbst in der Hand:D besonders beim Anfahren am Hang.

    Resumee: Bei alleiniger Trommel- oder Scheibenbremse braucht man die Festellbremse nicht "freizubremsen" vor der HU, bei der Lösung Scheibe+Trommel sollte man es unbedingt.

    Und ich hab mit dem Stößel durch den Bremszylinder wieder was dazugelernt ...:)

  • Ein paar Aussagen zu einem bremssattel mit integrierter Handbremse stimmen nicht so ganz. Aber gut ich mag jetzt nicht als Lehrer daher kommen dazu arbeite ich schon zu lange nicht mehr als Mechaniker in Werkstatt.

    Aber ich hab euch mal paar Bilder vom Teil zerlegen Sattel gemacht.
    das ist im inneren jetzt noch so einiges verbaut, bzw. Feder zum zurückstellen Handbremse.

  • Und was stimmt da jetzt nicht mit den vorausgegangenen Aussagen? Die Rückstellfeder betrifft die Handbremsmechanik, dreht den Hebel, in dem das Seil eingehängt ist, zurück und sorgt für dessen Vorspannung. Der eigentliche Bremskolben wird damit aber nicht zurückgezogen. Das wäre auch sehr ungünstig, denn dann müßte er beim Tritt aufs Pedal erst wieder weit herausgedrückt werden, bevor die Bremse greift. Je weniger Belagstärke, um so mehr. Und das bei dem großen Kolbenquerschnitt im Vergleich zum Hauptbremszylinder und mal 4. Den Kolben drückt einzig und allein der Taumelschlag der Scheibe zurück und zwar nur so viel, das die Beläge unabhängig von ihrer Reststärke gerade so nicht schleifen. Beim Tritt aufs Pedal muß deshalb nur wenig Hydraulikflüssigkeit bewegt werden, um sie wieder an die Scheibe zu drücken.

  • Ich verstehe nur nicht warum der Post so aufgeblasen wird mit Systemen die hier gar nicht genutzt wird. Es hilft ja nicht beim Thema wenn man anderen System bis ins kleinste erklärt.

    Meiner Meinung nach könnte es Abhilfe schaffen bzw das Problem verzögern wenn man beim Räderwechsel die Stifte reinigt und fettet und auch die Kolben jedes mal zurück dreht. Dann sollte er beim wieder rausfahren an einer anderen Stelle stehen. Ein jährlicher Bremsflüssigkeitswechsel kann auch helfen, das machen viele auch nicht. Anhand der Bilder sieht man ja auch deutlich das die Korrosion in die Nut der Dichtung geht, da sollte man auch ordentlich sauber machen und evtl etwas ATE Paste drunter machen.

    zum dem Thema, kennt jemand den richigen Adapter für den Bremsflüsgkeitsbehälter um diesen mit Druck zu beaufschlagen?

  • Was genau soll ein häufiger Wechsel der Bremsflüssigkeit bewirken? Sie altert über Wasseraufnahme und damit verbundener Siedepunkterniedrigung. Das ist sehr gefährlich beim intensiven Bremsen (Dampfblasenbildung), hat doch aber nichts mit klemmenden Sätteln zu tun. Die Führungsbolzen pflegen, leuchtet ein, hier muß es ungehindert gleiten können. Auch der Kolben muß ungehindert im Zylinder beweglich sein, darf aber auch durch zu viel Spiel nicht verkanten. Auch die Auflage des Kolbens auf dem Bremsklotz muß glatt und eben sein, damit der Kolben bei Bewegungen des Klotzes in Drehrichtung der Scheibe nicht verkantet wird. Kippungen und Vibrationen könnten hier zu Mikrorauigkeiten führen, die die Leichtgängigkeit negativ beeinflussen.

  • Noch mal zum ursprünglichen Thema. Wenn ich es richtig verstanden habe, ist hauptsachlich die hintere Bremse betroffen? Dann wäre festzuhalten, worin Unterschiede zwischen vordern und hinteren Sätteln bestehen. Am Auffälligsten: vorn gibt es keine Handbremsmechanik. Zudem könnte der Durchmesser vom Kolben/Zylinder hinten kleiner sein, da weniger Andruck-/Bremskraft hinten notwendig ist. Eventuell ist die Schmutz- und Salzwasserbelastung (Winterbetrieb) hinten größer, da zusätzlich zur direkten Radaufwirbelung noch das von den Vorderrädern Aufgewirbelte hinzu kommt und der hintere Radkasten anders geformt ist (schmaler, geschlossener). Unterschiede bei den Materialien und Fertigungstechniken halte ich für unwahrscheinlich. Vielleicht bietet diese Betrachtung einen Ansatz zur Eruierung der Ursache der auffälligen Dysfunktion der hinteren Scheibenbremsen. Vorausgesetzt es besteht ein Häufigkeitsunterschied der Mängel zwischen Vorn und Hinten.

  • Wie man bei den Bildern von NinjaFlo sieht baut sich da Alukorrosion auf und verklempt dann die Dichtung.

    kenne es auch nicht das die Dichtung so über den Rand steht, kenne es nur das Dichtung mit der Bohrung verschwindet. mit dem Rand kann sich natürlich ordenlich Wasser sammeln. Deshalb meine Idee dort regelmäßig zu säubern und ATE Paste hinzuschmieren.

  • Das aufblühende Alu kann natürlich auf die Dichtung drücken, die dann wiederum den Kolben einklemmt, wenn der Platz zu eng ist. Wenn möglich säubern/glätten und schützen, mit Fett (Aufquellen des Dichtungsgummis???) oder Bremsattellack.

    Zeigen denn bei den klemmenden Anlagen die Kolben oder Zylinder Riefen- oder Rillenbildung? Ist die Handbremsmechanik leichtgängig? Gibt es Unterschiede in der Fehlerausbildung Vorn - Hinten? Hat die Führung der Klötze zu viel Spiel (Hin- und Herbewegung mit eventueller Kippung des Kolbens)?


  • Alukorrosion da hat der Kolben geklemmt im Bereich der dichtungsmanschette.

    Alukorrosion wurde auf Seite 1 ja schon bestätigt. Sättel aus dem Zubehör wären auch eine Option, diese sind oft galvanisch behandelt. Aber Fett unter der Manschette oder auch den Sattel lackieren könnte helfen.

  • Hy,

    eine Frage zu den hinteren Bremsen. Welches Werkszeug benutze ich da am besten? Bei meinen anderen Fahrzeugen brauche ich nur meinen Tester und einen normalen Kolbenrücksteller, da elektronische Parkbremse. Bei den normalen Bremsen hinten ohne Elektrik wird ja der Kolben beim Zurückdrücken auch gleichzeitig reingedreht in der Regel soweit ich weiß.

    2te Frage, sind die Bremsen beim MZ hinten gleich aufgebaut wie beim RZ? Sieht zumindest gleich aus.

    MfG

    Suzuki Swift Sport MZ 2007 schwarz :)

    Suzuki Swift Sport AZ 2018 Boosterjet gelb :love:

  • Hy,

    eine Frage zu den hinteren Bremsen. Welches Werkszeug benutze ich da am besten?

    Hab mir dazu kürzlich eine Bremskolben Rückdrehwürfel gekauft. Gibts für ca. nen 10er. Passt an jede Ratsche mit 1/2 Zoll Aufnahme. Läuft allerdings noch besser mit Akkuschrauber.