richtig schalten beim Sport NZ

  • Hallo in die Gemeinschaft,

    ich bin Stephan, 40, und seit vier Wochen stolzer Eigner eines Swift Sport NZ Dreitürers von 2015 im top gepflegten Zustand. Am WE habe ich mir originale fabrikneue Sitze (waren 10 Jahre eingelagert) gegönnt. Das Auto steht auch technisch top da. Also scheckheftgepflegt ohne Unterbrechung. 110000 km auf der Uhr. Keine Basteleien. Gefahren von der Frau des Autohausbesitzers, daher 1. Hand.

    Grundsätzlich macht mir das Teil Spaß, allerdings komme ich mit der Schaltung nicht 100% klar und wollte mir ein paar Tipps von euch holen.

    Saugerbedingt zieht die Kleine erst ab 3500 - 4000 U/min richtig durch. Vorher verhält sich die Beschleunigung noch schlechter als bei meinem alten Skoda Fabia htp 60 PS, der untenrum doch sehr spritzig und vom ersten bis in den dritten Gang hervorragend abgestimmt war. Die Gänge gingen flüssig ineinander über. Auch bei niedriger Drehzahl.

    Beim Swift empfinde ich die Abstimmung untenrum problematisch. Gerade vom 1. in den 2. Gang nervt mich das Auto. Um im 2. in den Beschleunigungsbereich zu kommen, muss der 1. fast ausgefahren werden. Im Alltag ist das schwierig. Schalte ich vom 1. bei 3000-4000 U/min in den 2., setzt er bei 2500 an und kommt nicht aus dem Quark. Vom 2. in den 3. ist es ähnlich, aber durchaus nicht so problematisch wie in den unteren Gängen.

    Beim Probefahren ist mir das schon aufgefallen und ich war erst einmal sehr ernüchtert und fragte mich, wo die 136 PS sind. Allerdings macht das Fahren und Spielen mit der Drehzahl dann doch sehr viel Spaß. Gerade auf Landstraßen, wenn das Auto flott durch die Gegend düst.

    Nun frage ich mich, ob ich etwas beim Schalten falsch mache oder ob das bei euch auch so ist und man das als Eigenheit verbuchen kann.

    Beste Grüße aus Leipzig

  • Mein Swift Sport NZ mußte immer erst ein paar Kilometer laufen, bevor er wach wurde. Wenn ich kalt losfuhr war er selbst in der stadtweiten 30 Zone so müde, daß ich dachte, die Leute hupen gleich hinter mir. Als Saugmotor reagiert er super direkt, kommt aber wirklich erst mit etwas mehr Drehzahl. Wenn man oft kleine, aufgeladene Motoren fährt oder Diesel, ist das eine ziemliche Umgewöhnung. Kraft hat der Motor überhaupt keine. Geht die Autobahn leicht bergauf, schafft er es fast nicht mehr so weit hoch zu drehen, daß man noch in den fünften Gang schalten möchte, vom sechsten Gang ganz zu Schweigen. Ab Tempo 170 kann man praktisch aufgeben; mit Mühe und Not und viel Anlauf schafft er gerade so die 190.

  • Mein NZ war genau so wie bei Imo, bei kaltem Zustand war er schon ziemlich träge. Das mit dem 1 und 2 Gang und der Beschleunigung ist unter anderem dem Übersetzungsverhältnis zu verdanken, welches relativ kurz ausfällt. Deshalb mag er auch hohe Geschwindigkeiten nicht (hab max. 184 km/h erreicht), kann dafür aber die hohen Drehzahlen besser nutzen. Dazu ist es halt ein 1.6 Liter 4 Zylinder Sauger, bei welchem es an Drehmoment in den unteren Drehzahlen fehlt. Da kann man nichts machen außer die Drehzahlen hoch zu halten.

    Der Begrenzer geht bis ca. 7.000 Umdrehungen, also wenn du mal ordentlich beschleunigen musst, kannst du ruhig auch mal über die 6.000 Umdrehungen gehen.

    Und herzlich willkommen im Forum, hier wirst du sicherlich Hilfe finden, falls je etwas sein sollte.

  • Danke für die Antworten.

    Beim Beschleunigen drehe ich ihn im warmen Zustand gerne auch mal hoch. Allerdings ist es eine Umgewöhnung, die dabei entstehende Lautstärke nicht als Gefahr oder schädlich für den Motor wahrzunehmen.

    Was die Höchstgeschwindigkeit anbelangt, muss ich wohl Glück mit dem Auto haben. Mit mir als Fahrer (100 kg) auf gerader Strecke ohne Gefälle oder Steigung komme ich im 5. Gang bis 185. Im 6. dann auf 200, was er auch hält. Allerdings kann ich dann auch gleich das Benzin durch den Motor in die Abgasanlage und auf die Straße durchlaufen lassen. Und natürlich dauert es eine ganze Weile.

  • Bei innerstädtischen Fahrten beschleunige ich im 2. bis gut 50km/h und schalte gleich in den 4. und lasse ihn rollen.

    Außerstädtisch, insbesondere an Steigungen und bei Gegenwind muß man die Gänge gut ausdrehen, will man zügig vorwärtskommen. 120 saugende Pferdchen aus 1,6l Hubraum reißen da halt keine Bäume aus (SCross). Aber bisher kamen sie jeden Berg hoch! Wobei das auch die 26 im Trabi schafften, halt nur viel langsamer ...;)

  • dav1963 Im 500er Trabant sogar nur 22. Ein Kumpel hat ein Modell, dass aussieht wie frisch vom Band. Jedes Jahr touren wir zu viert (!) in dem Auto durch den Thüringer Wald. Da muss man innerhalb der Ortschaft, wenn danach gleich eine Steigung kommt, ordentlich Schwung holen (70 innerhalb), damit man den Berg auch schafft. Eine Streife, der wir das so erklärt hatten, lachte nur und hat uns weitergewunken.

    Ich schalte oft vom 3. gleich in den 5. Habe ich mir mit dem Fabia so angewöhnt, in dem der 4. Gang fast nutzlos war. Habt ihr noch ein paar Tricks für's Schalten?

  • Allerdings ist es eine Umgewöhnung, die dabei entstehende Lautstärke nicht als Gefahr oder schädlich für den Motor wahrzunehmen.

    Da kannst du der nicht vorhandenen Dämmung danken ("nicht vorhanden" ist keine Untertreibung). Jedoch kann man zumindest die Türen ziemlich einfach dämmen und bei der Gelegenheit gleich neue Lautsprecher einbauen 😉

    Sowohl beim Swift Sport, als auch bei meinem Kizashi beschleunige ich normalerweise gemütlich im warmen Zustand immer bis so 3.000 Umdrehungen und cruise bei 2.000 Umdrehungen. Wenn ich etwas zügiger Beschleunigen will, dann auch bis 4.000 Umdrehungen und wenn ich die Schnauze vom BMW hinter mir voll habe, dann geh ich auch mal hoch bis auf die 6.000 Umdrehungen. Der Motor muss ja auch mal atmen 😇

  • Daß man bei einem Sauger die Gänge gut ausdrehen muß wenn man vorwärts kommen will, DA wäre ich nie drauf gekommen. 👀

    Nun, ein Achtzylinder-Sauger mit Hubraum jenseits der 4 Liter kann getrost mit etwas erhöhter Leerlaufdrehzahl in fast allen Situationen betrieben werden. Selbst ein 2,5l Sechszylinder gierte da nicht nach Drehzahl. Entscheidend ist das Drehmoment, neben der Abstufung der Gänge. Aber die hubraumreduzierten Sparmotörchen brauchen halt Drehzahl bei dem kleinen Drehmoment ...

  • Da kannst du der nicht vorhandenen Dämmung danken ("nicht vorhanden" ist keine Untertreibung). Jedoch kann man zumindest die Türen ziemlich einfach dämmen und bei der Gelegenheit gleich neue Lautsprecher einbauen

    Da bin ich schon dran. Motorhaube, Kofferraumboden und Heckklappe sind bereits mit Alubutyl gedämpft. Das hat schon einen positiven Effekt gehabt. Türen folgen am WE zusammen mit Akkustikschaumstoff über dem Alubutyl. Als Lautsprecherbauer weiß ich, wo man da ansetzen kann.
    Auch das Einziehen eines 7mm dicken Gummischlauchs durch die Türdichtungen hat noch einmal deutliche Geräuschreduzierung bewirkt.

  • Habt ihr noch ein paar Tricks für's Schalten?

    Kein direkter Tipp bezüglich der Fahrweise, jedoch würde ich ab und zu die Gummibuchsen der Schaltseile am Getriebe/Schalthebel kontrollieren. Im Motorraum kann man die am Getriebe direkt sehen und im Innenraum muss der Schaltsack runter.

    Wenn die durch sind, besteht die Gefahr, dass sich der Hebel nicht mehr nach links/rechts bewegen lässt und nur noch der 3. und 4. Gang verfügbar ist.

    Kannst diesbezüglich mal hier rein gucken:
    Suzuki Swift Sport 1,6 BJ:2015 Schaltseilzug - Swift - Typ NZ/FZ (2010 - 2017) - suzukimania
    Buchse Schaltgestänge vom Seilzug zum Getriebe SSS - Swift - Typ NZ/FZ (2010 - 2017) - suzukimania

  • dav1963 Im 500er Trabant sogar nur 22. Ein Kumpel hat ein Modell, dass aussieht wie frisch vom Band. Jedes Jahr touren wir zu viert (!) in dem Auto durch den Thüringer Wald. Da muss man innerhalb der Ortschaft, wenn danach gleich eine Steigung kommt, ordentlich Schwung holen (70 innerhalb), damit man den Berg auch schafft. Eine Streife, der wir das so erklärt hatten, lachte nur und hat uns weitergewunken.

    Im 1. schaffte der Trabbi jeden Berg, solange die Räder Grip hatten. Andernfalls half Vorderachse belasten (jemanden auf die Kotflügel setzen) oder es im Rückwärtsgang (Antriebsachse dann ja hinten) anzugehen. Die normal steilen Straßen ging es mit bis Tempo 50 im 2. hoch. Am Kyffhäuser konnte man so sogar "fette" Ladas stehen lassen, die kamen mit ihrer Starrachse schlecht um die engen Kurven und konnten ihre PS nicht auf die Piste bringen!

  • Als Lautsprecherbauer weiß ich, wo man da ansetzen kann.

    Ist halt alles ne Kosten Nutzen Frage. Wie viel kg hast du in etwa zusätzlich ins Auto gebracht? Der SSS ist eben ein relativ leichtes Auto und man muss eben Abstriche machen. Dafür hat man eben ein leichtes spritziges Auto, was relativ gut auf der geraden und vorallem durch Kurven geht. Die Türen sind bei mir nur wegen dem Klang gedämmt.


    Zum schalten, jedes mal ein Ampelstart muss nicht mehr sein, ich schalte ganz entspannt ab 2.000rpm hoch (Außer an Bergen) und bin in der Stadt auch im 6. bei Tacho 60 unterwegs.

  • Der M16A-Motor (1.6 M16A MPFI VVT) wird erst richtig lebendig, wenn VVT ("variable valve timing") die Steuerzeiten schärft. Das dürfte mit dem Anliegen des Drehmoment-Plateaus (~160 Nm) ab 4400 U/min zusammenfallen. Die Maximalleistung von 100 kW wird bei 6900 U/min abgegeben, also kurz vor der "red line" bei 7200 U/min.


    Wer im Pmax-Bereich fahren und bleiben will, der muss den Motor also stets nahezu ausdrehen und so schalten, dass nach dem Gangwechsel wieder eine Drehzahl innerhalb des VVT-Bereichs anliegt. Vereinfacht gesagt: Bei dem M16A-Motor ist kurz vor der "red line" zu schalten.


    Dass der Motor dann zu Trinksitten neigt, die nicht mehr zu einem Kleinwagen passen, ist die andere Seite. Aber der Motor neigt beim Stehen im Stau auch zum "Frustsaufen".

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