Suzuki testet Wasserstoff im Swift

  • Suzuki hat einen Swift mit Wasserstoff-Verbrennungsmotor vorgestellt. Statt Brennstoffzelle kommt ein klassischer Ottomotor zum Einsatz, der auf Wasserstoff umgerüstet wurde. Leistung: bis 136 PS und 220 Nm, kaum CO₂-Emissionen, NOₓ wird über gekühlte Abgasrückführung reduziert. Noch ein Prototyp, aber ein spannender Ansatz für Suzuki-Fans und Verbrenner-Freunde.

    Quelle: Auto Motor und Sport – Suzuki stellt Swift mit Wasserstoff‑Motor vor

  • Ich finde das Konzept ganz cool und auch interessant das sie es auf Basis des Swift Sports gebaut haben, jedoch denke ich nicht das er demnächst auf den Markt kommen würde.

    Wie im Beitrag genannt, haben wir Probleme wie Infrastruktur, Platzmangel im Fahrzeug und weiteres. Das das Prinzip des Verbrennungsmotorens erhalten bleibt, kann sowohl von Vorteil, als auch Nachteil sein.

    Es ist zwar wichtig neue Technologien zu erforschen, aber ich denke es wäre besser zu versuchen, den Swift zu elektrifizieren.

  • CO2-Emissionen bei Verbrennung von reinem H2? Wo sollte der Kohlenstoff dann herkommen? Normalerweise entsteht bei der Verbrennung von H2 nur H2O, egal ob im Hubkolbenmotor oder der Brennstoffzelle. Da tropft also nur Wasser aus dem Auspuff. Eventuell entstehen mit dem Luft-Stickstoff noch Stickoxyde, da im Motor ja eine heiße Oxidation stattfindet. Die könnte ein Kat rausfiltern. Die Technologie selbst ist "uralt", BMW hatte sie lange in Erprobung. Problem ist der H2-Tank. 700 Bar tiefstgekühlt mit schleichender H2-Abgabe wegen der langsamen Erwärmung des H2. Dazu noch die Herstellung von H2, Lagerung und Transport in größerer Menge. BMW verwarf es deshalb genau wie die Brennstoffzelle. Toyota hat wohl noch ein Brennstoffzellen-"Testfahrzeug" im Firmenleasing, könnte aber auch schon wieder Geschichte sein. Das Tankproblem ist einfach zu komplex für eine umfassende Anwendung im Privat-PKW (Drucksicherheit, Brand-/Explosionsgefahr von austretendem H2 bei langsamer Erwärmung des Tanks, besonders in Parkhäusern und Garagen bei länger stehendem Fahrzeug). Wenn man schon CO2 unbedingt reduzieren will, dann besser über E-Fuels in gut handhabbarer Form als hochenergiehaltige Flüssigkeiten bei Normaldruck und -temperatur.

  • Hallo,

    deswegen hatte der h2O Zafira zusätzlich einen 15L Benzintank, falls der Wasserstoff Tank leer ist, konnte man noch zur nächsten Wasserstoff Tanke fahren..

    Ich weiß nur, dass der Zafira Tank bis 400bar Prüfdruck hatte..

    Der war auch doppelwandig und extrem schwer..

    Das Tankstellen Netz mit Wasserstoff ist glaube ich nicht wirklich vorhanden..

    Ich finde es aber super, dass Suzuki sich nicht dazu hinreißen lässt Toaster zu bauen, sondern bei Verbrennungsmotoren bleibt..

    Ist meine Meinung..

    Suzuki kann Motorräder und Motoren, Getriebe ist noch Raum für Verbesserungen.

    Die basics für Fahrwerke haben sie auch und ob man 2t an Fahrzeug braucht um 200kg an menschen durch die Gegend zu fahren braucht bezweifele ich..


    Gruß Quertreiber

    Der Drift ist die schnellste Art der Fortbewegung

    Walter Röhrl

  • Ein Tankstellennetz für H2 existiert nicht einmal mehr ansatzweise. Einige Kommunen hatten Busse und Müllfahrzeuge auf H2-Basis angeschafft und die stehen mangels Betankungsmöglichkeit nun rum. Denn selbst mit Tankstelle auf dem Betriebshof fehlt noch das H2 in deren Speichern.

    Mehr Bar und kälter (ich mein deutlich unter -200°C) und die Reichweite kommt auf praktikable Werte. Dabei sollte das Fahrzeug aber nur kurze Standpausen haben, da die Tankisolierung ja nicht dauerhaft die Minusgrade hält und bei Erwärmung der Druck steigt und H2 zwangsweise abgelassen werden muß, sonst platzen die Druckbehälter. Bei Linienbussen und Müllautos sicher leicht zu realisieren, beim Nichtpendler-Privat-PKW ein Problem. Zumal der H2 auch preislich weit oben liegt, schade wenn er einfach entfleuchen muß ... Von der Knallgasgefahr mal ganz abgesehen. Könnte auch bei Unfällen interessant werden. Und Druckbehälter müssen regelmäßig zum TÜV, meine Tauchflaschen ca. alle 2,5 Jahre mit Innenrevision und alle 5 mit Belastungstest. Und die sind "nur" für 200 Bar, ohne Thermoisolierung und nicht "eingebaut". Macht trotzdem so ca. 80€ alle 2,5 Jahre. Wird also nicht billig bei der Wartung mit den H2-Druckflaschen. Und wie lang die dann halten? Gab wohl mit den LNG-Flaschen schon arge Korrosionsprobleme bei winterlicher Autonutzung. Hängen ja bei PKW im Salznebelbereich unter dem Auto.

    Nein, auf noch nicht absehbare Zeit bleibt der mit flüssigem Kraftstoff betriebene Verbrennungsmotor das Optimum an Reichweite, Auftankungsmöglichkeit und Kosten (ohne die Strafabgaben). Und wirkungsgradtechnisch hat er noch Luft nach oben, wird also bei entsprechender Weiterentwicklung noch effizienter und sparsamer. Leider soll er aber aus politischen Gründen "sterben" und von minderwertigeren, problembeladenen Ersatztechnologien abgelöst werden.

    Aber während die Naturgesetze unveränderbar sind, könnte sich die politische Gesetzgebung auch wieder ändern. Liegt letztendlich auch bei uns, dies einzufordern.

  • Dass weder Wasserstoff noch Brennstoffzelle eine Zukunft haben, hab ich eigentlich seit Jahren verinnerlicht... wie oft gab's schon Projekte, Modellversuche und ähnliches, gerade hier in Böblingen/Sindelfingen wo ein gewisser großer deutscher Automobilhersteller quasi vor der eigenen Haustür testen kann. Die haben u.a. dem Bauhof schon Fahrzeuge hingestellt und auch Linienbusse betrieben... alles für die Katz, entweder war schon die Forschung und Testerei zu teuer oder man hat keinen Weg gefunden, das in eine zufriedenstellende und wirtschaftliche Praxis umzusetzen.

    Genau das gleiche wird übrigens auch dem vom "Porschekanzler" Lindner so propagierten eFuel widerfahren - die synthetische Herstellung verbraucht ihrerseits so dermaßen viel Energie, dass es einfach mehr Sinn macht, diese direkt(er) in die Autos zu packen, Infrastruktur und Akzeptanz hin oder her.

    Und der Verbrenner... ist ausentwickelt. Im Gegensatz zu DAV sehe ich da keine großen Sprünge im Wirkungsgrad mehr, wo sollen die denn auch herkommen? Da müsste man ja alle F&E-Abteilungen an der Nase ziehen, warum die die letzten Jahrzehnte so gepennt haben... nee, die sind doch auch nicht doof. Man merkt doch jetzt schon, dass bald jeder weitere mickrige Schritt in Richtung Minderverbrauch mit geringerer Haltbarkeit und Zuverlässigkeit einhergeht (nicht nur die Abgasnachbehandlung, auch der Mist wie Zahnriemen im Ölbad, sind m.E. komplette Fehlentwicklungen in die falsche Richtung). Glaube die einzigen, die da noch ein bisschen Hirn einsetzen, sind mal wieder Mazda, und auch da gibt es keine Revolutionen mehr.

    Solange für diese Technologien nicht (alle!) ein Wunder geschieht, wie's bei e-Autos der Lithium-Ionen-Akku war (von dem ich schon seit 2001 Fan bin, seit ich ein 5 Jahre altes Siemens S4 gegen ein neueres Nokia 5110 mit einem Standard-Akkupack testen durfte... zum Glück gab's im Zubehör LiIon-Vibra-Akkus für "nur" 50 Mark!), werden die immer weiter ins Hintertreffen geraten, ob's uns passt oder nicht.

    Mir persönlich "langt's naus", also ich hab nicht vor, meinen Fuhrpark in den nächsten 10-15 Jahren dramatisch zu ändern, weil gerade alles passt... was Neueres mit der Nervtechnik kommt mir eh nicht ins Haus... und für Bestandsfahrzeuge wird auch nach wie vor irgendeine Versorgung zur Verfügung stehen. Teurer, ja... mangelhafter in Flächendeckung, das sicherlich auch... und irgendwann kriegen wir keine Ersatz- oder Verschleißteile mehr in gewohnter Qualität, weil nur noch Fernost einen Gewinn damit macht (das hat der Käferfahrer genauso gespürt wie der Vinylliebhaber; bei beiden geht's wieder bergauf, allerdings dann auch zu "guten" Preisen!). Aber wie bei Markus: "Sch...egal - es wird schon geh'n!"

  • Na ja, ganz stimmt das mit dem Ende der Verbrennungsmotorentwicklung nicht. Ja, gewaltige Wirkungsgradzuwächse sind nicht mehr zu erwarten, einige neue Abgasbehandlungstechnologien wirken da sogar kontraproduktiv, aber Wirkungsgrade nahe 40% sind durchaus realistisch. Mehr wird nicht gehen, bzw. der Aufwand zum Ergebnis nicht praxistauglich sein. Verglichen mit der klassischen Stromerzeugung, deren elektrischer Wirkungsgrad im Wärmekraftwerk auch nur bei rund 35% liegt (dank Wärme-/Dampfnutzung ist der Gesamtwirkungsgrad auch bei knapp 40%), dazu die Übertragungsverlußte kommen und beim Laden eines Akkus zusätzlich noch die Ladeverlußte, ist der Wirkungsgrad eines BEV schlechter als der eines modernen Verbrenners. Und auch die "erneuerbaren Energien" schneiden da letzendlich nicht viel besser ab, berücksichtigt man den energetischen Aufwand von Herstellung, Wartung und Entsorgung. Dazu das riesige Problem der zufälligen, nicht bedarfsgerechten Verfügbarkeit von Wind- und Sonnenstrom und der immense Flächenverbrauch. Auch hat die Entnahme einer Energieform aus der Atmosphäre (kinetische Windenergie - WEAs oder Licht/Wärme - PVs) Auswirkungen auf die Atmosphäre, die zunehmend deutlicher werden.

    BEVs machen einen gewissen Sinn, um in Ballungsräumen Emissionen zu vermeiden und sie nach außerhalb dieser Ballungsräume zu verlagern. Allerdings gibt es in D , ja in ganz Europa keine solchen kritischen Ballungsräume. Konglomerate dichter städtischer Besiedlung wie in Asien mit großflächigen Ballungsräumen mit über 10 Millionen Einwohnern (teils deutlich mehr), findet man hier nicht.

    Ein riesiger Einsparfaktor von Emissionen auch hier wäre der konsequente Ausbau des elektrifizierten Güterschienenverkehrs. Verglichen mit einem LKW-Transport gäbe es hier realistische massive Energieeinsparungen, direkt über den weitaus besseren Wirkungsgrad einer E-Lok mit vielen Waggons, indirekt über die Verringerung von staubedingter Energieverschwendung. Auch die Binnenschiffahrt, obwohl dieselbetrieben, hätte gegenüber dem Straßentransport energetisch große Vorteile. Der Individualverkehr mit PKWs stellt da nur einen kleinen Teil des verkehrsbedingten Energiebedarfs da und ist kaum sinnvoll zu reduzieren, da der ÖPNV systembedingt in ländlichen Gebieten nicht gut funktionieren kann.

    Vermutlich wird in einigen Jahren mit den zunehmenden Problemen des Akkurecyclings und der nicht nachkommenden Ladeinfrastruktur sowie mangelnder elektrischer Erzeugungskapazität der BEV-Boom zusammenbrechen und der Verbrenner zurückkehren. In (asiatischen) Megacitys wird ein geringer Grad an elektobasiertem Individualverkehr neben einem bestausgebauten ÖPNV existieren, außerhalb dieser Ballungszentren wird man bei Benzin und Diesel bleiben oder dahin zurückkehren.

  • Technisch durchaus interessant. Aber letztendlich ideologisch gesteuert. H2 muss unter Einsatz von viel Energie hergestellt werden. Diese Energie sollte aus CO2 neutralen Wegen "hergestellt" werden. Doch diese fehlt. Der Prozess der H2 Erzeugung hat einen Wirkungsgrad von 20%. Wollte man in D diese grünen Träumereien umsetzen, bräuchte man laut Studien das 80-fache der Weltproduktion alleine für D. :)