Startschwierigkeiten bei "jungem" Wagen bereits nach wenigen Tagen Stillstand

  • hallo experten,

    mein ignis ist nun 3 jahre alt und hat ca. 20 tkm auf der uhr.

    heute morgen tat er sich beim starten echt schwer. nach 3-4 sekunden anlasser tat sich nichts, keine zündung. dann nochmal versucht. wieder nix. dann nochmal georgelt, und dann kam er endlich aber eher unwillig und unrund, als wenn nicht alle 4 zylinder mitmachten. so kenne ich ihn eigentlich nicht.

    der wagen hatte nur 3 tage gestanden, übrigens leicht schräg nach vorn. die temperaturen der letzten beiden tage waren nachts um die null grad hier. aber so startunwillig hatte der motor nicht zu strammen frostzeiten im winter reagiert.

    hat jemand ähnliche erfahrungen bzw. eine erklärung? ist das ne typische marotte des ignis? nach der kurzen laufleistung können die zündkerzen doch nicht fritte sein. absaufen kann ein einspritzer doch eigentlich auch nicht.

    was ich ergänzen muss: beim letzten auffüllen des motoröls, war mir ein schluck am motorgehäuse runtergelaufen aus/in die lichtmaschine. :( das ist aber schon einige 100 km und wochen her und müsste bei einer drehstromlichtmaschine aber auch ohne folgen bleiben.

    was meint ihr?

  • Hallo , du hast wenig gefahren und vermutlich viel Kurzstrecke. Ich vermute, die Batterie ist kaputt.

    Einmal editiert, zuletzt von Hybrid (15. März 2026 um 14:45)

  • Die Batterie ist unwahrscheinlich, wenn der Anlasser zügig dreht. Sollte er sich allerdings da schwer tun, mal Ladezustand prüfen (unser 2019 Ignis hat sogar noch Schraubstopfen, da kann man noch mit Säureheber testen), ggf. vollladen. Ansonsten scheint es suzukitypisch zu sein, daß der Anlasser ein paar Umdrehungen der Kurbelwelle machen muß, bis der kalte Motor anspringt. Bei Kälte und einigen Tagen Standzeit in der Garage macht dann auch mein S-Cross Geräusche wie ein alter benzingetriebener, "sich verschluckender" Russen-LKW auf den ersten Metern, läuft dann aber tadellos.

    Was er auch nicht mag, ist im Winter nur wenige Meter bewegt zu werden und dann über Nacht zu stehen. Wahrscheinlich sorgt die Kaltstartanfettung für viel Kondensat in den Zylindern, so daß er am nächste Tag "abgesoffen" ist. Macht mein Roller auch so.

    Einmal editiert, zuletzt von dav1963 (15. März 2026 um 16:02)

  • 1) Welches Öl mit welcher Viskosität verwenden Sie?

    2) Prüfen Sie den Motorölstand. Zu viel Öl kann das Starten des Motors erschweren.

    Tut mir leid, ich spreche kein Deutsch. Ich komme aus der Tschechischen Republik.

  • Kenne so eine Marotte von unserem alten Swift MZ. Wenn der nur kurz bewegt wurde, Motor noch in der Kaltstartphase und dann schnell wieder aus - dann hat man am Folgetag durchaus kräftig orgeln müssen, um ihn wieder ans Laufen zu bekommen. Details dazu hat dav1963 weiter oben schon geschrieben.

  • Bei größeren Temperaturunterschieden zwischen dem Abstellen und dem Starten kann es auch sein das die aktuellen Parameter für die Gemischzusammensetzung nicht ausreichend schnell erfasst und umgesetzt werden, und es in den ersten Umdrehungen noch nicht optimal zündet. Da ist auch beim Benziner manchmal etwas "Vorglühen" hilfreich.

  • 1) Welches Öl mit welcher Viskosität verwenden Sie?


    2) Prüfen Sie den Motorölstand. Zu viel Öl kann das Starten des Motors erschweren.

    1.) 5-W30, und das ist auch völlig in ordnung so. denn auch bei heftigen minustemperaturen hatte ich bislang keine

    probleme damit.

    2.) der ölstand war vor 1 monat nicht anders als als gestern.

  • Ein fehlendes Signal vom Nockenwellensensor kann auch ein etwas längeres Drehen der Kurbelwelle beim Start hervorrufen, sollte aber die Motorkontrolleuchte dann leuchten lassen.

    Auch eine wenig geladene Batterie kann zwar den Anlasser noch drehen lassen, da dabei aber die Spannung unter 9V zusammenbricht, funktioniert das Motorsteuergerät nicht mehr. Sollte man aber am "gequält" klingenden Anlasser hören. Einfach die Batteriespannung in Ruhe und beim Starten bzw. bei eingeschalteten größeren Verbrauchern (Innenlüfter, bei H4 auch Abblendlicht) messen, sollte die Batterie als Fehlerquelle infrage kommen. In Ruhe sollten es über 12V, mit Verbrauchern über 11V und beim Starten noch deutlich über 9V sein. Defekt dürfte der Akku nach 3 Jahren noch nicht sein, aber möglicherweise auf Grund des Fahrprofils deutlich entladen. Zwar sinkt dann seine Kapazität durchs Anlasserorgeln noch weiter, andererseits sinkt dabei auch der mechanische Widerstand durch die Bewegung von Kurbelwelle, Kolben und Öl im Motor, so daß der Anlasser etwas weniger Strom zieht, der Akku erwärmt sich dazu und die Spannung bleibt etwas höher, was dann für die Zündfreigabe ausreicht.

    Ansonsten kann das Benzinkondensat (Kaltanfettung) bei nicht ausreichend warmgefahren abgestelltem Motor (sehr kurze Fahrstrecke) an den Kerzen und im Brennraum auch für Startprobleme am Folgetag sorgen. Sollte bei ausreichendem Warmfahren oder steigenden Aussentemperaturen dann wieder weg sein.

  • Kenne so eine Marotte von unserem alten Swift MZ. Wenn der nur kurz bewegt wurde, Motor noch in der Kaltstartphase und dann schnell wieder aus - dann hat man am Folgetag durchaus kräftig orgeln müssen, um ihn wieder ans Laufen zu bekommen. Details dazu hat dav1963 weiter oben schon geschrieben.

    Das machen M13A, M15A und M16A gleichermaßen. Sie haben eine vergleichsweise hohe Kaltlaufanfettung, um schnellstmöglich "auf Temperatur" zu kommen. Wenn man diese Motoren nach nur wenigen Sekunden Lauf wieder abstellt, bleibt ein satt angefettetes Gemisch in den Brennräumen zurück und die Zündkerzen sind nass. Der nächste Start fällt dem Motor deutlich schwerer bzw. man muss den sprichwörtlich "aufziehen".

    Kurz: Nach dem Rausfahren aus der Garage nicht für die Zeit ausmachen, die man zum Zuschließen des Tores braucht. Laufen lassen! Falls einem der Motor dennoch "abgesoffen" ist: Start mit voll getretenem Gaspedal. Das macht erstmal "Durchzug" in den Zylindern. Nach dem erfolgreichen Start dann natürlich das Füßchen wieder runter nehmen.


    Für den besagten Ignis: Der stand schräg. :/ Womöglich hat sich irgendwo eine Luftblase in der Kraftstoffversorgung gebildet, die erstmal weg musste. Die Starterbatterie kann man testen, die dabei ermittelten Messwerte sagen viel über Ladezustand und Verschleiß aus. Leider ist es so, dass viele moderne Fahrzeuge keinen zweiwöchigen Flugurlaub aushalten, nach dessen Ende man das Fahrzeug noch aus eigener Batterie starten und vom Flughafen heimfahren kann. Aber drei Tage sollten in jedem Fall gehen - wenn nichts unqualifiziert die Batterie leer nuckelt. Wenn das schräge Parken sein muss, geht es auch mal anders herum? Das würde meine erste Vermutung dann bestätigen, sofern es reproduzierbar ist. Letzte Idee: Wie alt sind die Zündkerzen?

    |SUZUKI| |Swift MZ Sport|

  • Die Standby-Entnahme bei "neueren" Autos ist vergleichsweise hoch. Komponenten wie die Funkentrieglung sind immer auf Empfang und schon beim einfachen Öffnen der Tür (weil man etwas aus dem Wagen holt o.ä.) springen einige Steuergeräte an und ziehen Strom. Diese Milliampere summieren sich über die Standtage. Zugleich ist bei den vielen (Komfort-)Verbrauchen auch im Fahrbetrieb die Nachladung durch die Lima begrenzt, ebenso von der Ladestrombegrenzung zum Schutz des Akkus. Um den entladenen Akku wieder richtig voll zu bekommen, müßte man also eine ganze Weile fahren, im Kurzstreckenbetrieb also unmöglich. Ein langzeitig teilentladener Starterakku leidet darunter aber, er sollte möglichst immer voll geladen sein, um langfristig Kapazität und Maximalstromabgabe zu sichern.

    Wer die Möglichkeit hat, sollte also den Akku häufig mit einem externen Ladegerät voll aufladen. Dank elektronischer Reglung ist mit den modernen Ladegeräten ein Überladen mit Ausgasen und Schädigung der Platten ausgeschlossen, selbst ein Abklemmen des Akkus beim Laden ist unnötig, auch wenn in den Anleitungen zu den Ladegeräten meist noch so stehend. Lade seit Jahren regelmäßig über eine von außen (ohne Öffnung von Motorhaube oder Türen) zugängliche Buchse meine Fahrzeuge. Im Winter wöchentlich, im Sommer 14-tägig, wenn sie kaum bzw. in Kurzstrecke bewegt wurden. Leider kann man bei den meisten neueren Akkus weder die Säuredichte messen, noch dest. Wasser nachfüllen. Habe noch zwei Akkus mit Schraubstopfen stehen, die beide seit über 10 bzw 15 Jahre funktionieren und diverse 12V-Geräte versorgen. Verbraucherlos halten die ihre Leerlaufspannung noch über mehrere Wochen auf 12,5-12,6V, werden trotzdem aber meist im Rhythmus der verbauten Akkus mit nachgeladen ...

    Dampfblasenbildung im Benzin ist zwar ein Thema, aber eher des warmen Motors oder im Sommer, da Benzin bei ca. 55°C und normalem Luftdruck (1Bar) verdampft. Deshalb ist ein Rückschlagventil mit rd. 3Bar Haltedruck verbaut, um die Verdampfungstemperatur anzuheben in der Benzinzuleitung und so die Gasbildung zu verhindern.

    Auch eine geneigte Parkposition sollte bei Einspritzern (im Gegensatz zu Vergasern) keine Auswirkungen auf die Benzinzufuhr haben (erst wenn im Tank nur noch Luft angesaugt wird ...;)).

    Im vom Threadinitiator geschilderten Fall ist es eher ein Akkuproblem oder eines der Kaltanfettung. Sollte es daran nicht liegen, dann könnte ein Defekt in der Einspritzung oder Zündanlage ursächlich sein, nicht alle lösen die Motorkontrolleuchte aus, da hilft dann nur noch Auslesen des Fehlerspeichers oder Kontrolle der Sensordaten bei Persistenz der Startprobleme trotz vollem Akku und warmgefahrenem Motor vor dem Abstellen.

    PS: Ein defektes Kraftstoffpumpenrelais ("kalte" Lötstelle) kann es ggf. auch sein. Hatte ich auch schon beim Opel Vectra. Nachgelötet und Problem war beseitigt!

  • Ich beantworte mir meine letzte Frage aus meinem vorherigen Beitrag einfach mal selbst: Die Zündkerzen dürften Werksausrüstung sein - drei Jahre alt bei ~20 Tkm Laufleistung. Den Wechselintervall bei diesem Fahrzeug kenne ich nicht, glaube aber, dass die noch nicht tauschpflichtig wären.

    Mit anderen Motoren habe ich andere Erfahrungen: Mein meinem M16A war der Kerzensatz nach ~25 Tkm sehr weit runter gebrannt. Gemerkt hatte man es bereits durch sporadische Zündaussetzer im Leerlauf bei heißem Motor sowie beim Durchbeschleunigen, z. B. nach einem Ortsausgang auf der Landstraße. Der Motorstart ging - im Nachhinein betrachtet - mit erneuerten Kerzen auch wieder mit deutlich weniger Anlasserumdrehungen.

    Um die Batteriefrage zu klären: Ist ein Batterietester vorhanden bzw. kurzfristig auszuborgen? Falls ja: Das Fahrzeug sollte 12...24 Stunden seit der letzten Fahrt gestanden haben und die vorherige Fahrt war bestenfalls nicht nur Kurzstrecke. Idealerweise blieb die Motorhaube nach dem Abstellen bereits entriegelt liegen, damit durch das Öffnen/Entriegeln des Fahrzeugs nicht erst ein Rudel Steuergeräte geweckt werden muss.

    An Messwerten hätten wir gern:

    - Gemessene Batteriespannung: ___ Volt

    - Gemessener Innenwiderstand: ____ mΩ

    - Ermittelter Startstrom: ___ Ampere

    ...plus der vom Etikett abgelesenen Angabe zum von der Batterie (im Neuzustand) abgegebenen Startstrom. Er muss einen dreistelligen Wert in Ampere (A) haben. Der bei Klein- und Kompaktwagen erwartungsgemäß zweistellige Wert in Ampere (A) ist die Kapazität der Batterie. Für das reine Starten eines Motors ist er nicht von Bedeutung.

    |SUZUKI| |Swift MZ Sport|

  • Hat das Auto denn die geschilderten Startprobleme noch immer?

    Wurde im Vorfeld das Auto denn vor dem Abstellen ausreichend warm gefahren und ist die Batterie durch längere Fahrten oder per externem Ladegerät ausreichend voll geladen? Sollte eine externe Lademöglichkeit vorhanden sein, diese erst einmal nutzen, um den entladenen Akku als Fehlerquelle auszuschließen. Alternativ eine längere Strecke fahren (möglichst ohne H4-Licht, Sitz- und Heckscheibenheizung und höherer Lüfterstufe).

    Ich gehe mal davon aus, daß die Motorkontrolleuchte aus ist und das Auto nach dem Anspringen fehlerfrei läuft, so entnahm ich es zumindest der anfänglichen Schilderung. Anderenfalles wäre der Weg in die Werkstatt zum Auslesen des Fehlerspeichers sicher die beste Variante.

    Auch mal geschaut, ob das Massekabel vom Motor (meist eine flache, geflochtene unisolierte Kupferlitze vom Getriebe zur Karosse) nicht oxidiert oder locker ist? Und auch der Massepunkt neben der Batterie im Motorraum sauber und fest verschraubt ist? Bei stehendem Motor und Fahrzeug kann es da Kontaktprobleme geben, die durch die Schwingungen im Fahrbetrieb/bei laufendem Motor "verschwinden".

    2 Mal editiert, zuletzt von dav1963 (18. März 2026 um 22:09)

  • PS: gerade noch einmal den Ersteintrag gelesen. Bei 20Tkm sollten die Kerzen i.O. sein. Aber wieso Öl aufgefüllt und wieviel? Erfahrungsgemäß geht der Ölverbrauch bei Suzuki nahezu gegen null, allerdings wird ggf. von der Werkstatt beim Service nicht bis exakt zur Max-Markierung am Ölmeßstab aufgefüllt. Und wie wurde dabei die Lima "geflutet"? Kann dabei auch Öl auf die Zündspulen/Kerzenstecker oder die Einspritzdüsen gelangt sein und für unerwünschte "Spannungswege" gesorgt haben in Verbindung mit der nach vorn geneigten Parkposition?

  • alles nicht so leicht zu klären bzw. im nachhinein noch nachzuvollziehen...

    und nein, das wägelchen ist in den letzten tagen anstandslos gestartet! ich lasse das jetzt erst mal auf sich beruhen und beobachte weiter.

    dank an alle bis hierher!