Wärmeschild Luftfilterkasten

  • Hallo in die Runde,

    Ich habe meinen Swift Sport noch nicht lange und mache gerade die Phase durch, in der man schaut, was es kostengünstig zu "verbessern" gibt. Einfach nur, weil ich gerne bastle.

    Mir ist der Luftfilterkasten direkt über dem Motor schon die ganze Zeit ein Dorn im Auge. Ein offener Luftfilter kommt erst einmal nicht in Frage. So habe ich mir überlegt, wie die Luft bei Vollast kühl zur Drosselklappe kommt .

    Das Ergebnis seht ihr auf dem Bild. Hitzeschutzmatten aus Aluminium und Fiberglas. Geklebt auf alle luftleitenden Kammern.

    Das Ganze habe ich natürlich vorher und nachher getestet. Bei gleichen Bedingungen von der Außentemperatur 28°C, Trockenheit und Strecke. Die Strecke ist etwas 30 km lang und beinhaltet auch ein Stück Autobahn.

    Nach Auslesegerät lag die Temperatur der angesaugten Luft nach der Autobahnfahrt bei 47°C. Mit dem Hitzeschild waren es nur noch 36 Grad.

    Ich hätte nicht erwartet, dass dies wirklich etwas gebracht hat. 10°C sind ja nicht ohne.

    Übrigens habe ich spaßesenshalber den Resonanzkörper vor dem Kasten und auch alle Nebenpfade einmal testweise zugeklebt. Das Ergebnis war grauenhaft. Der Motor klingt sehr bemüht und irgendwie dreckig. Dadurch wirkt die Beschleunigung auch träger. Also alles geöffnet und angeklemmt.

    Habt ihr auch Erfahrungen mit Hitzeschutz gemacht? Wo könnte so eine Maßnahme noch etwas bringen? Habe noch Matten übrig und auch Goldband.

    Grüße aus Leipzig

    Stephan

  • Theoretisch reicht ankleben mit Aluklebeband.

    Das senkt die Temperatur auch etwas.

    Der AZ hat einen Ladeluftkühler, darum für mich kein Problem.

    Neuen Luftfilterkasten hab ich allerdings auch schon. Anschluss zum Turbo war mit dem Schraubenzieher ein kleines Stück nach innen verbogen und vom Boden brach eine Halterung ab .

  • Übrigens:

    Zwischen Motor und Luftfilterkasten ist noch genügend Platz zur Wärmeabfuhr. Es gab auch keinen Anstieg der Kühlmitteltemperatur. Diese lag nach beiden Fahrten bei Vollast auf der Autobahn bei 90°C.

    Wo wurde dieser Wert abgelesen? Halbwegs genau ist das, was die Fühler für das Motorsteuergerät "erfühlen" und was man sich praktisch in Echtzeit über ein Diagnosegerät am OBD2-Anschluss anzeigen lassen kann. Ich habe im MZ Sport einen Scangauge 2 als "Bordcomputer" eingebaut und schaue u. a. gelegentlich nach der Kühlmittel- und auch der Ansauglufttemperatur. Abgesehen von längeren Fahrten mit nahezu konstanter Last - Autobahnfahrten ohne größere Geschwindigkeitssprünge und Beschleunigungsorgien beispielsweise - "atmen" beide Messwerte entsprechend der variierenden Lastzustände oder bei gelegentlichem Stehen vor einer roten Ampel doch schon recht deutlich.


    Beim MZ ist der Zeiger für die Kühlmitteltemperatur neben dem Tacho zwar auch schon recht weit beruhigt, scheint aber noch auf tatsächlichen Messwerten zu basieren. Viele Fahrzeughersteller, sofern sie überhaupt noch Anzeigen für Kühlmitteltemperatur einbauen, beruhigen diese Anzeigen sehr stark. Von VW weiß ich dass, der Zeiger die 90 °C-Marke rascher erreicht, als dieser Wert über OBD ausgegeben wird. Zudem ist der Zeiger dann auf dieser Marke praktisch "festgenagelt" und soll den Fahrer bloß nicht beunruhigen. Es kann auch schon in Richtung 105 °C gehen - der Zeiger bewegt sich von seinen 90 °C nicht weg.


    Nochmal zu dem Fahrzeug aus dem Eingangsbeitrag: Ich finde den Ansatz gut und denke auch, dass die realen Werte über OBD bezogen wurden und damit dem entsprechen, womit auch das Motorsteuergerät arbeitet. Bei den aufgeladenen Motoren kommt ja zumeist noch ein Ladeluftkühler dazu, der in der Tat massiv dem Wirkungsgrad zugute kommt. Hier könnte mal nachgesehen werden, wie gut dessen Anströmung tatsächlich ist bzw. ob irgendwas das möglichst freie Anströmen behindert. Der Klassiker dafür ist ja der bei gar nicht so wenigen Fahrzeugmodellen direkt davor gesetzte Nebelscheinwerfer.


    Auf den Ladeluftkühler sollte man aber auch sonst hin und wieder einen Blick werfen: Das Ausspülen von gesammeltem Staub, Sandkörnchen usw. mit einem Gartenschlauch bietet sich an. Keinen Hochdruckreiniger verwenden! Dieser könnte die feinen Alu-Lamellen beschädigen. Zuvor schaut man aber, ob man Ölspuren sieht. Sie wären ein Hinweis auf Steinschlagschäden. Werden Ladeluftkühler oder die Luftführung (Schläuche und Rohrleitungen) undicht, geht Ladedruck verloren. Das sorgt zunächst für höhere Wellendrehzahlen der Turbine, um dies ggf. noch auszugleichen und entsprechend steigende Belastung der Turbine. Passt der erzielte Ladedruck nicht mehr zum für die geforderte Motorleistung Ladedruck, wäre Leistungsverlust die Folge.

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  • Meinst du mich ?

    Beim Swift ist alles wie ab Werk.

    Beim Subaru mit Fächerkrümmer wäre mir beinahe die Plastik Ablaßschraube vom Kühler weg geschmolzen. Die hab ich mit Tesa Alukklebeband abgeklebt. Danach war das schmelzen vorbei, bevor jemand fragt.....

    Ja, die war von oben noch sichtbar. Hab dann auch andere thermisch belastete Teile abgeklebt.

    Sollte sich wer damit beschäftigen und irgendwas umsetzen, bitte vorher / nachher Temperaturmessung machen, danke !

  • Raoul ich habe dünne Aluminium Fieberglas Matten verlegt. Die sind selbstklebend und recht günstig. Damit habe ich jede Kammer und Leitung, die Luft führen, abgeklebt. Eine Schicht reicht hier aus. Man muß ein wenig zuschneiden, damit es einigermaßen vernünftig aussieht.


    -Hutfahrer- ich lese mit einem OBD2 Gerät aus und schaue mir die Daten in Echtzeit auf meinem Display an. Auf dem Bild siehst du mein zusammengeklöppeltes Interface. Hier sind auch die beiden Temperaturen zu erkennen. Ist von heute morgen.


    Grüße

    Stephan

  • Raoul ich habe dünne Aluminium Fieberglas Matten verlegt. Die sind selbstklebend und recht günstig. Damit habe ich jede Kammer und Leitung, die Luft führen, abgeklebt. Eine Schicht reicht hier aus. Man muß ein wenig zuschneiden, damit es einigermaßen vernünftig aussieht.


    Grüße

    Stephan

    Reicht eine Matte von 50x50cm?

  • Ich hab nun auch den Ansaugweg über dem Motor "isoliert". Zwei der drei Resonanzkammern sind stillgelegt, deswegen hab ich sie auch nicht isoliert. Dafür aber den kleinen Anschlusskasten für die Verbindung runter zur Drosselklappe.


  • Warum wurden eigentlich die Resonanzkammern stillgelegt? Der Hersteller wird einen Grund gehabt haben, warum er sie für unverzichtbar hielt.

    Wer sagt, dass die Teile unverzichtbar sind. Man baut ein Auto für viele Menschen. Einige davon stören Ansauggeräusch. Dafür gibt es dann Resonanzkammern. 😉

    Du glaubst doch nicht, dass es einen Motoreningenieur gibt, der freiwillig sowas bei der Entwicklung plant.

    Einmal editiert, zuletzt von Raoul (4. September 2026 um 12:04)

  • Da wird man sehr wahrscheinlich keinen Unterschied messen.

    Dafür hat man ein gutes Gefühl, da der Motor minimal kühlere Luft ansaugt.

    Denke ich auch. Die Faustformel besagt, dass pro 10 °C Temperaturanstieg der Ansaugluft der Motor etwa 1 bis 2 % seiner Leistung verliert. Im Endeffekt optimiert man nur die standardmäßige Leistung.

  • Wer sagt, dass die Teile unverzichtbar sind. Man baut ein Auto für viele Menschen. Einige davon stören Ansauggeräusch. Dafür gibt es dann Resonanzkammern. 😉

    Du glaubst doch nicht, dass es einen Motoreningenieur gibt, der freiwillig sowas bei der Entwicklung plant.

    Der Rotstift der BWLer streicht vor der Serieneinführung alles, was nicht als unverzichtbar gilt. Jede eingesparte Schraube, jede noch so kleine Feder und jedes andere Bauteil, das es nicht zwingend braucht, macht sich über die Masse gefertigter Produkte bemerkbar.


    Die Resonatorbox ist ein gezielt für das vom Hersteller angestrebte Setup entwickeltes und hergestelltes Einzelteil. Die etwas weiter oben gezeigte Luftführung hat gleich drei Resonatorboxen mit recht unterschiedlichen Volumen. Ist also noch komplexer als eine einzelne Kammer und wäre in jedem Fall eingespart oder simpler kontruiert worden, wenn es diese drei Kammern nicht tatsächlich gebraucht hätte. Vermutlich hätte ich sie deshalb aktiv gelassen - für irgendwas müssen sie ja gut sein?!


    Eine Resonatorbox funktioniert als so genannter Helmholtz-Resonator. Dieser kann störende (auch akustische) Resonanzen vermindern bzw. bestenfalls eliminieren, aber auch durch eine Verlängerung des Ansaugtrakts den Drehmomentverlauf verbiegen. Gewöhnlich ist das Ziel, die Dremomententwicklung im unteren und mittleren Drehzahlbereich zu begünstigen. Möglich ist, dass sie dagegen "obenrum" nachteilig wirkt, weil sie die Schwingungen der Luftsäule "modulieren".


    Beim MZ Sport ist es beispielsweise so, dass die zugeklebten zwei unterschiedlich großen und in eine verhältnismäßig kleine Resonatorbox mündenden Löcher beim Fahren mit wenig Last im Geschwindigkeitsfenster 85...100 km/h zu einem "plärrenden" Ansauggeräusch führen. Welche Drehzahl da anliegt, das weiß ich nicht aus dem Kopf. Ich hatte diese zwei Löcher abgeklebt - wegen der mutmaßlichen Einbildung, dass die Büchse ohne Resonatorvolumen ab dem Einsetzen des VVT "obenrum" etwas leichtfüßiger wurde. Das Drehmoment des M16A reißt untenrum ohnehin nicht die Wurst vom Brot.

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