Handbremse anziehen oder nicht?

  • Nur eine kurze Frage zum Anziehen der Handbremse, wenn der Wagen länger steht. Ich habe gemerkt, dass mein Swift Sport (NZ/FZ), der stets in der Garage parkt, nach einer Woche Standzeit oft mit einem lauten Knacken die Handbremse löst (auch bei Plusgraden). Wenn man im Netz sucht, sagen die einen, dass man die Handbremse nicht voll anziehen soll und unter null Grad gar nicht. Die anderen ziehen die Handbremse nie an und legen nur den ersten Gang ein. Wie handhabt ihr das?


    Lg Alexander

    • Offizieller Beitrag

    Handbremse nutze ich nur fürs Gewissen wenn der Wagen irgendwo parkt wo es bergab geht.

    Ich hatte auch mal ein Auto, bei dem die Handbremse immer fest wurde nach ein paar Tagen und hab mich deswegen schlau gemacht. Ist wirklich unnötig wenn der Wagen einfach nur parkt und in der eigenen Garage schon doppelt unnütz.

  • Wie schon erwähnt wurde, bei längeren Standzeiten halte ich es wie phoe.

  • Ein leichter Rostansatz sowohl an Bremsscheiben wie auch innen an Bremstrommeln ist normal und kann je nach Witterung auch schon nach wenigen Stunden einsetzen. Dieser Rostfilm ist ungefährlich und bremst sich bei der nächsten Betätigung ab. Angelegte Bremsbacken (Handbremse) können allerdings dadurch "ankleben" und die Bremse löst sich beim losfahren geräuschvoll (oder auch garnicht, vorsichtige Hammerschläge auf die Bremstrommel helfen dann meist).

    Es gibt wohl auch die Meinung, dass der permanente Druck der angezogenen Bremsbacken die Trommeln verziehen könnte, ob man soviel Kraft per Handbremshebel und Seilzüge übertragen kann, bezweifle ich aber, dann müßten die Trommeln bei beherztem Tritt aufs Pedal ja zu Ostereiern werden.:D

    Das Festfrieren im Winter betraf früher fast immer die (schlecht geschmierten) Bowdenzüge der Handbremse durch eingedrungenes Wasser. Die heutigen Bodenzüge sind dagegen mit Gummifaltenbälgen eigentlich gut geschützt und es sollte kein Thema mehr sein. Trotzdem auf gerader Fläche nur den Gang einlegen und bei leichter Neigung zusätzlich Radkeile nutzen, ist bei Temperaturen, die um den Nullpunkt (°C) schwanken, sicher kein Fehler. Bei klirrendem Dauerfrost dringt jedoch auch kein Wasser ein...;).

    Leichte Neigung des Parkplatzes und nur eingelegter Gang kann bei mangelnder Kompression des Motors zum langsamen "taktweisen" Wegrollen des Autos führen, konnte ich auf unserem Firmenparkplatz einige Male beobachten, zum Glück nie etwas mit Blechkaltverformung passiert. Bauartbedingt ging das "Vorhoppeln" beim zweitaktenden Trabant sehr schnell, aber auch Viertakter hats erwischt...

    • Offizieller Beitrag

    Ein leichter Rostansatz sowohl an Bremsscheiben wie auch innen an Bremstrommeln ist normal und kann je nach Witterung auch schon nach wenigen Stunden einsetzen. Dieser Rostfilm ist ungefährlich und bremst sich bei der nächsten Betätigung ab. Angelegte Bremsbacken (Handbremse) können allerdings dadurch "ankleben" und die Bremse löst sich beim losfahren geräuschvoll (oder auch garnicht, vorsichtige Hammerschläge auf die Bremstrommel helfen dann meist).

    Es gibt wohl auch die Meinung, dass der permanente Druck der angezogenen Bremsbacken die Trommeln verziehen könnte, ob man soviel Kraft per Handbremshebel und Seilzüge übertragen kann, bezweifle ich aber, dann müßten die Trommeln bei beherztem Tritt aufs Pedal ja zu Ostereiern werden.:D

    Deine Erläuterungen sind vollkommen richtig, gilt beim SSS für die Bremsscheiben vorne und hinten. Trommelbremse hat der nämlich keine.

  • Leichte Neigung des Parkplatzes und nur eingelegter Gang kann bei mangelnder Kompression des Motors zum langsamen "taktweisen" Wegrollen des Autos führen, konnte ich auf unserem Firmenparkplatz einige Male beobachten, zum Glück nie etwas mit Blechkaltverformung passiert. Bauartbedingt ging das "Vorhoppeln" beim zweitaktenden Trabant sehr schnell, aber auch Viertakter hats erwischt...

    Den letzten Absatz verstehe ich ehrlich gesagt nicht. Wenn der Motor aus ist und man den ersten Gang drin lässt, was soll denn da „vorhoppeln“? Der Rest, abgesehen von schon erwähnten den Scheibenbremsen hinten, ist einleuchtender 8) …

  • Den letzten Absatz verstehe ich ehrlich gesagt nicht. Wenn der Motor aus ist und man den ersten Gang drin lässt, was soll denn da „vorhoppeln“? Der Rest, abgesehen von schon erwähnten den Scheibenbremsen hinten, ist einleuchtender 8) …

    Die Bremswirkung des Motors wird bedingt durch die Kraft, die nötig ist, den Kolben im Kompressionstakt nach oben zu bewegen. Bei dem/den entsprechendem/n Zylinder(n) sind alle Ventile geschlossen und wie bei einer zugehaltenen Luftpumpe baut sich ein Druck auf. Sind nun die Ventilsitze oder die Kolbenringe nicht ganz dicht (zumindest letztere können es technisch nie sein) entweicht langsam die Luft ausvdem Zylinder (wie bei der Luftpumpe, wenn man den Finger auf dem Auslaß etwas lockert) und der Kolben geht nach oben, was eine halbe Kurbelwellenumdrehung bedingt und damit das Auto ein kleines Stück "rollen" läßt. Je nach Form der Kurbelwelle ist nun der nächste Zylinder im Kompressionstakt und das Ganze beginnt von vorn oder die Kurbelwelle dreht noch solange weiter, bis ein Zylinder im Kompressionstakt ist. Da bei Zweitaktern die Kompression über das Kurbelwellengehäuse erfolgt und dort die Steuerscheiben schlechter abdichten als die Ventile im 4-Taktmotor, baut er viel weniger Gegenkraft auf (weshalb die Trabis schneller "unten" waren;)).

    Auch eine gute Kompression beim Kompressionstest sagt dazu nicht zuviel aus, da dabei die Kurbelwelle mit Kraft zügig zwischen den Totpunkten bewegt wird, die Kraft beim Parken aber über einen längeren Zeitraum einwirkt und so die Luft im Zylinder langsam über kleinste Undichtheiten (Kolbenringspalte) entweicht, die beim Betrieb des Motors kompressionstechnisch unerheblich sind.

  • Das ganze hat aber mit seinem parken in der Garage Nix zu tun.

    Der komplette Antriebsschrank hat soviel Reibung, dass er die gerade nicht überwindet.

  • Deine Erläuterungen sind vollkommen richtig, gilt beim SSS für die Bremsscheiben vorne und hinten. Trommelbremse hat der nämlich keine.

    Wie die Handbremse beim SSS arbeitet weis ich nicht, die meisten Autos mit Scheibenbremsen hinten haben aber eine "Bremstrommel" in der Bremsscheibe, in der die Handbremse seilzugbetätigt als Mini-Trommelbremse wirkt. Das ist auch der Grund, weshalb diese Autos oft wegen "ungleichmässiger Wirkung der Feststellbremse" durch die HU fallen. Da die Handbremse, wenn überhaupt, nur im Stand benutzt wird, schleift sich der Rostbelag in der Trommel nicht ab und die Bremse "rattert" ungleichmäßig auf dem Prüfstand. Abhilfe ist einfach: von Zeit zu Zeit während langsamer Fahrt dosiert die Handbremse ziehen. Man merkt schon am Hebel und dem Geräusch wenn rauer Rostansatz da ist und wie er beim Bremsen verschwindet. Vor dem HU-Termin sehr zu empfehlen.

  • Das ganze hat aber mit seinem parken in der Garage Nix zu tun.

    Der komplette Antriebsschrank hat soviel Reibung, dass er die gerade nicht überwindet.

    Ich schrieb ja auch "bei leichter Neigung", die sollte es in einer Garage normalerweise nicht oder nur bis max. 2% geben (zum Abfluß des Tropfwassers nach der Fahrt im Regen, ansonsten halt "kleine Seen", die verdunsten). Da ist allein die innere Reibung von Motor und Antrieb schwergängiger als die "Hangabtriebskraft". Notfalls bremst das Garagentor.:D

  • Wie die Handbremse beim SSS arbeitet weis ich nicht, die meisten Autos mit Scheibenbremsen hinten haben aber eine "Bremstrommel" in der Bremsscheibe, in der die Handbremse seilzugbetätigt als Mini-Trommelbremse wirkt. [...]

    Swift FZ und MZ, die mit einer Scheibenbremse an der Hinterachse ausgestattet sind, haben so etwas nicht. Die Betätigung des Handbremshebels wirkt als Zugkraft über Seile und einen Umlenkhebel auf den jeweiligen Bremssattel. Die Bremswirkung der Feststellbremse wirkt wie auch die Betriebsbremse durch das Anpressen der Bremsbeläge auf die Bremsscheibe.

    Diese Lösung spart zwar die zusätzliche Bremstrommel, lebt aber davon, leichtgängig zu bleiben und sollte damit möglichst regelmäßig benutzt werden.

    Wenn man niemand hinter sich hat, kann man auch gelegentlich die letzten paar Meter bis zur geschlossenen Schranke oder Rotlicht zeigenden Ampel mit gefühlvollem Ziehen am Handbremshebel runterbremsen. Auch Scheibenrost nach einer regennassen Nacht kann man so herunter schleifen und ausgleichen, dass Swift NZ und MZ mit Scheibenbrems-Hinterachse diese im normalen Fahrbetrieb eigentlich zu wenig benutzen.

    Die Befürchtung, nach ein paar Tagen bei benutzter Feststellbremse wegen auf den Scheiben fest gerosteten Belägen nicht weg zu kommen, ist unbegründet. Sie lösen sich, falls doch feestgerostet, mit einem Knall. Der erschreckt zwar erstmal, ist aber harmlos. Rostmarken auf den Bremsscheiben schleifen sich beim Benutzen der Bremsen herunter, ggf. ein paar Meter bei mäßig gezogenem Handbremshebel und geringer Geschwindigkeit nachhelfen.

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