Neulich hatte ich den 1997er Swift MA in die Suzuki Vertragswerkstatt gebracht, da ich von Zeit zu Zeit Wasser im Fußraum auf der Fahreseite bemerkt hatte. Ich dachte, da sei ein kleines Loch drin.
Diagnose der Werkstatt war: Viele Roststellen im Unterboden, nicht nur am Fußraum auf der Fahrerseite
. Habe mir heute in der Werkstatt das zeigen lassen. Die Roststellen sind v.a. vorn und an der Seite unter den Schwellern. Teilweise kann man Kabel durch die Löcher sehen. Man sah auch Bleche, die die Werkstatt vor 4 Jahren schonmal an anderer Stelle eingeschweißt hatte - diese Bleche waren intakt.
Die Leute von der Werkstatt sagten, daß es schwierig sei, das mit Blechen zu reparieren; u.a. würde es schwierig, passende Ansatzpunkte für die Bleche zu finden. Für einige Stellen (am Radlauf bzw. Schweller) müßte man wohl speziell geformte Suzuki-Teile verwenden; an anderen Stellen "glatte" Bleche zuschneiden und einschweißen. Man riet mir von einer Reparatur ab.
Wenn man dennoch versuchen würde, Kostenvoranschlag: fürs Material: ca. 1600 €, inclusive Arbeitskosten: 3000 €, evtl. noch mehr. Laut Aussage der Werkstatt sei eine Reparatur unwirtschaftlich, was ich - falls der Preis so realistisch ist - irgendwo verstehen kann.
Fragen:
- Lohnt es sich eurer Meinung nach, nach einer "günstigeren" Werkstatt Ausschau zu halten (ich dachte da z.B. an Werkstätten, die Erfahrung mit Oldtimern haben)? Evtl. gibt es auch irgendwelche "Spezial-"Reparaturmethoden, z.B. den gesamten Unterboden zu ersetzen o.ä.?!
- In dem Auto ist - bis auf den Rost (leider ein gravierendes Problem) - alles in Ordnung. Viele Teile wurden im Laufe der Zeit erneuert; spontan fallen mir Achsmanschetten und der Kühler ein, die beide noch sehr neu sind. Auch die Sommerräder sind noch recht gut. Ich fände es jetzt irgendwie unsinnig, diese Teile einfach mit "wegzuschmeißen". Wie sollte man am besten mit dem Auto verfahren, falls man nicht den Rost reparieren läßt? TÜV ablaufen lassen und ab dann auf dem Hof stehen lassen? Gezielt jetzt nach einem baugleichen Modell suchen und das Spiel "Aus-2-mach-1" spielen? An irgendwen verkaufen, der die Ersatzteile zu nutzen weiß? Einfach so wie es ist, zum Schrottplatz fahren und da abgeben, fände ich wie gesagt wegen vieler vor nicht allzu langer Zeit erneuerter Teile unsinnig. Z.B. könnte es sein, daß ich (jetzt oder später) irgendwo ein baugleiches Modell finde, für das ich vielleicht mal einen Kühler bräuchte...
- Kriegt man für 3000 € (das entspräche genau den Reparaturkosten) theoretisch einen Swift MA ohne Rost mit:
- neuem Zahnriemen
- neuem Kühler
- funktionsfähigem Getriebe (wurde hier auch mal runderneuert)
- neuem Benzinfilter
- Sommer(Continental)- & Winterreifen
- nicht verrosteter Auspuff
- neuen Querlenkern...
also kurzum, an dem nichts gemacht werden müßte?
Weiterhin habe ich am Swift die geringe Größe geschätzt:
- Paßt überall hin, den (für die geringe Größe) ausreichenden Innenraum
- Die (weitgehende) Freiheit von neumodischem Elektronik-Schnickschnack. Hauptsache ist für mich, die Karre fährt
) . Was an Elektronik nicht dran ist, kann auch nciht kaputt gehen.
- Die relativ geringen Steuer- sowie Versicherungskosten.
- Und, last but not least (wenn auch nicht gerade entscheidend wichtig): Das zeitlose Design
. Die neumodischen gefallen mir nicht so sehr.
Das einzige, was den Swift teuer bzw. nicht empfehlenswert zu machen scheint, ist der Rost.
Also wenn ich nicht reparieren lasse, dann wäre zusammenfassend nochmals die Frage:
Ist es realistisch, ein Auto mit den oben aufgezählten Eigenschaften für 3000 € zu finden?
Sicher gibt es Gebrauchtwagen für diesen Preis - aber wie ich vermute, muß dann schon nach kurzer Zeit mindestens eines der Dinge behoben werden, die bei dem jetzigen MA schon gemacht sind. Dann kämen also vermutlich ebenfalls sehr schnell zusätzliche Kosten ins Spiel.