• Ich habe meinen Swift von der ersten Inspektion abgeholt und bei der Besprechung der Rechnung fragte ich nach der Viskosität des eingefüllten Öls und bekam die Antwort 5W30. Nach meinem Hinweis, dass lt. Bedienungsanleitung ein 0W-16 (dort fett gedruckt) wohl das optimalste wäre, erhielt ich eine interessante Erklärung:

    "Dieses Öl (0W-16) dient nur zum Bestehen der Immatrikulation, was die Abgase (Co2 ?) betrifft und wäre für den Betrieb im Alltag viel zu dünn". Das heisst im Umkehrschluss, dass ich ein neues Auto bewege das keine Betriebserlaubnis hat

    Gruss Bernhard

  • Die Aussage ist wirklich etwas seltsam. Ist für deinen Motor ein 5W30 freigegeben? Eine Betriebserlaubnis erlischt nicht durch das Öl. Auch glaube ich nicht das die Abgaswerte so kräftig beeinflusst werden

  • Moje,

    also die Aussage dass 0W-16 nur zum Bestehen der Immatrikulation eingefüllt wird, würde ich ja glatt als Verschwörungstheorie deiner Werkstatt abstempeln.

    Schlussendlich beeinflusst dein Motorenöl nur das Kaltfließverhalten, die Viskosität bei Betriebstemperatur und minimal messbar den Spritverbrauch.

    0W-16 hat ein deutlich besseres Kaltfließverhalten und ist generell dünner bei Betriebstemperatur. Da das Fahrzeug als Stadtwagen konzipiert wurde mit häufigem Anlassen, Kaltstarts, kurze Strecken etc. Ist 0W-16 von Suzuki vorgeschrieben und auch nur logisch. Zumal das Fahrzeug ja das mild-Hybrid System in Verbindung mit der Start Stopp hat was im Leerlauf den Motor abschaltet und dann beim Gang einlegen sanft wieder starten tut. Dünnflüssiges Öl gelangt nun mal schneller an die Stellen wo es schmieren soll und das ist schon wichtig.

    Der Unterschied zu den beiden Ölen ist jetzt nicht so gravierend dass man jetzt vom einer potenziellen Schädigung des Motors ausgehen könnte bis zum nächsten Ölwechselintervall, allerdings würde ich da nochmal genauer nachhaken, ich persönlich würde auf 0W-16 bestehen.

    Ich weiß nicht wieso deine Werkstatt meint die klare Empfehlung von Suzuki ignorieren zu müssen.

  • Nenn es nicht Betrug. Vielmehr hat es für den Halter den Vorteil, bei der Steuereinstufung den günstigsten Wert zu erhalten. Je nach Einsatzbedingungen schreiben die Hersteller verschiedene Öle vor, verbrauchsoptimierte wie das O-W16, verschleißoptimierte wie das 5-W30, Hochtemperaturöle für die tropischen Länder und kälteoptimierte für die Subpolarregionen. "Das Öl für alles" gibt es also eh nicht. Die Abgaseinstufung wird also mit dem dafür optimalen Öl durchgeführt, ggf. werden die Neuwagen damit auch ausgeliefert, später obliegt es dem Halter aus dem herstellerseitig zugelassenem Ölpool das für ihn bestgeeignetste auszuwählen. Mangels Fachkenntnis sollte er sich dabei dann von seiner Fachwerkstatt beraten lassen und deren Empfehlung berücksichtigen.

    Die Betriebserlaubnis erschlischt dadurch jedenfalls nicht, aber mit 5W30 hält der Motor aber wahrscheinlich länger als mit superdünnem 0W16, auch wenn er einige Milliliter mehr Sprit (hauptsächlich im kalten Zustand) verbraucht.

  • Niedrigvisköse Öle senken bei kaltem Motor merklich, bei warmen geringfügig die innere Reibung und damit den Verbrauch. Stimmt. Aber auch die modernen vollsynthetischen Öle können keine Wunder. Bei hohen Motortemperaturen ("magere" Direkteinspritzer sind da besonders "anfällig") kann bei niedrigviskösem Öl der Schmierfilm reissen. Dann reibt Metall auf Metall. Sehr unschön und stark verschleißfördernd. Die über den Spritverbrauch eingesparten Kosten werden dann exponentiell erhöht für die Reparatur fällig. Muß jeder selbst entscheiden ...

  • Naja Betrug nicht wirklich, Betrug wäre es wenn du ihm sagst bitte 0w20 einfüllen und er füllt 5w30 ein. (Ist mir passiert)


    Der Händler denkt an dich, 0w16/0w20 ist Gift für den Motor, 5w30 ist der goldene Standard habe auch vorher 0w20 gefahren passt aber überhaupt nicht zu meinem Fahrprofil.

  • 5W30 ist der goldene Standard habe auch vorher 0w20 gefahren passt aber überhaupt nicht zu meinem FaFahrprofil.

    Ich muss da mal nachfragen. Wir haben den Swift erst seit paar Monaten und ich hatte vor dem kauf mich viel drüber belesen da ich fast alles selber am Fahrzeug an Service und Reparaturen mache. Da bin ich auch tiefer in das zu verwendente Öl eingestiegen. Mein Kenntnisstand ist nun nicht das absolute Wissen, sondern nur quer Beet im Internet gelesen. Da wurde mir vermittelt das der Motor speziell auch für dieses dünne 0W16 oder 0W20 konzipiert wurde. Da sind wohl auch die Fertigungstolleranzen sehr gering und Ölkanäle sehr dünn. Ein 5W30 würde wohl nur im Sommer bei höheren Temperaturen und bei viel Autobahn mit Tempo über 130 Sinn machen. Ansonsten würde immer das 0W20 die bessere Wahl sein.

    Gibt es da andere Informationen zu?

    Persönlich bleib ich beim 0W20 da ich eh in einer Gegend wohne wo der Winter immer um die -20 bis -30 Grad mit sich bringt. Aber weil der TE jetzt neues Öl bekam und das vor dem Winter, da wäre mir selbst in Deutschland ein 0W lieber

  • Die Ölkanäle werden kein Problem für ein leicht höhervisköses Öl sein. Andererseits treffen insbesondere am kolbenseitigem Pleuellager sehr hohe Temperaturen auf hohe Drücke zwischen den Gleitflächen. Ein niedrigvisköses Öl könnte hier u.U. einfach weggepreßt werden, d.h. der Ölfilm reißt und die Lagerflächen reiben direkt aufeinander.

    An den häufig unter Ölmangel laufenden Zweitaktern (das Öl wurde nur zusammen mit dem Benzin im Kurbelwellenraum und Zylinder verwirbelt, bei geschlossener Drosselklappe lief der Motor also im Prinzip "trocken") löste man es mit Nadellagern zwischen Kolben, Pleuel und Kurbelwelle. Die Drehmomente der kleinen Motoren waren nicht sehr hoch und gerade bei den luftgekühlten Ein- und Zweizylindern war die Demontage und der Wechsel der Nadellager recht einfach zu bewerkstelligen. Trotzdem fuhr ich bei Trabi und Schwalbe mit 1:33 statt ausgewiesener 1:50, um die Lager ausreichend zu schmieren und so zu schonen.

    Wer sein Auto bei tief frostigen Bedingungen bewegt, sollte dies natürlich bei der Ölsorte berücksichtigen. Hier ging es ja aber um den in D üblichen Klimabereich mit eher milden Wintern und warmen (lt. Klimapanik "heissen") Sommern. Denn kaum jemand führt wohl noch einen jahreszeitlich abgestimmten Öltausch durch.