Motoröl (mal wieder...) irritierende Angaben in Betriebsanleitung

  • Eigentlich ist's ja ganz einfach. Derjenige der sein Auto hauptsächlich in der kalten Jahreszeit nutzt (weil für den Sommer ein Cabrio oder Motorrad genutzt wird) oder wer auch den letzten ml Sprit sparen will, nimmt ein ausgesprochenes Leichtlauföl wie z.B. für den Ignis3 das 0W-16. Dann kann man bei hohen Temperaturen und "sportlicher" Fahrweise aber auch an die Grenzen des Öls und damit ggf. erhöhtem Verschleiß kommen. Wer also so sein Fahrzeug bewegt, sollte lieber zum 5W-30 greifen. Bei kaltem Motor hat man dann halt etwas mehr Viskositätswiderstand und damit etwas mehr Spritverbrauch.

    Wie auch Jörg L schon schrieb, liegt heutzutage der Schwerpunkt im "Umweltschutz", als so wenig CO2-Ausstoß wie möglich. Deshalb empfiehlt Suzuki pflichtgemäß das Öl mit der geringsten Kaltviskosität, also das 0W-16. Wenn der Motor deshalb vielleicht nur noch 150 Tkm statt 250 Tkm hält - umso besser, wird halt ein neues Auto fällig...

  • Besonders schräg wird das ja, weil es durchaus möglich ist, ein 0W-40 zu kaufen. Das trumpft dann alle der genannten Viskositätsbereiche.

    Trumpft aber sicher auch im Preis... Und irgendwo muß dann ja auch der Spagat zwischen geringer Kaltviskosität und Hochtemperatur-Schmierfilmstabilität geschafft werden, was sicher zu Lasten der Langzeitstabilität dieses vollsynthetischen Molekülcocktails in den Grenzbereichen geht.

  • Man muss auch mal die Kirche im Dorf lassen, die Plürre wird immer DÜNNER, da ist es schon schwer die Füllmenge vom Messstab abzulesen. Wer länger sein Auto fahren möchte, sollte nicht noch dünneres Öl für noch weniger Emissionen in seinem Motor kippen. Wie die Vorredner schon versucht haben es zu erklären.

  • Deshalb empfiehlt Suzuki pflichtgemäß das Öl mit der geringsten Kaltviskosität, also das 0W-16. Wenn der Motor deshalb vielleicht nur noch 150 Tkm statt 250 Tkm hält - umso besser, wird halt ein neues Auto fällig...

    Hab mir das Video auf der Vorseite angesehen, und wirklich schlauer bin ich weder von dort noch aus euren Antworten geworden, was nun für meinen Ignis besser wäre oder nicht, also wie ich noch möglichst viele km aus meinem Motor rausbekomme, nun da er schon 280.000 km drauf hat und zumeist 0W-16 im ca. 20.000 km - Intervall bekam.

    Hab mir meine Historie mal angeschaut, relativ am Anfang (so 2017-19) hatte ich für 3x 0W20 drin, evtl. wg. Preis und weil das im Zweifelsfall in Osteuropa / West/Zentralasien, falls ich was nachschütten müsste, einfacher bekommen wäre, so wohl meine Annahme. Seitdem hat meine Werkstatt immer (d.h. 9x) 0W-16 reingeschüttet, weils ja von Suzuki so empfohlen wird und ich als Mitarbeiter ja eh einen super Rabatt bekomme.

    Bei den beiden Services, die ich in Schweden machen musste, wurde beim ersten Mal 2021 ungefragt 5W-30 in einer Nicht-Suzuki-Werkstatt verwendet, aktuell fahr ich mit 5W-30, weil ich im Frühjahr in Schweden (Suzuki-Wkst.) meinte, dass sie gerne 0W-20 oder 5W-30 nehmen können, weil ja auch erlaubt und falls spürbar günstiger.

    Da ich im Winter 2025/26 wieder nach Schweden möchte (wenn auch wohl erst ab Feb. und im Sommer im heißen Österreich verbringen werde) tendier ich beim nächsten Ölwechsel im Frühjahr ja eher wieder zu einem 0W-Öl, aber vielleicht besser das 0W-20 als das 0W-16, sofern es nicht teurer ist und weil es vielleicht nicht gar so "extrem" ist?!

    Oder je dünner, desto besser für die Langlebigkeit des Motors? Und ist zwischen 0W-16 und 0W-20 wirklich so viel Unterschied?!

    Suzuki Ignis 2016 SHVS Allgrip - Ausstattungslinie "flash" (AT) - Farbe: boost-blue-pearl-metallic

    Mein Reiseblog (mittlerweile monatelang "van-life-mäßig" im Ignis Micro-Camper): blog.inmontanis.info

  • 0W-20 ist ja nicht "dünner" als etwa 5W-30, sondern erreicht dessen viskosität bei wärme schneller bzw. von anfang an. es hat halt schon kalt, die wünschenswerten eigenschaften eine 5W-öls.

    das wurde schon mehrfach so hier erklärt.

  • Womit ein 0W- für den Winter (und damit das Haupteinsatzgebiet von inmontanis ) absolut beste Wahl ist, und auch sommers gut... aber das hatten wir wirklich alles schon mal... auch dass die Viskosität nur ein Nebenschauplatz ist und maximal ein Richtwert ;)

    Ob nun -16 oder -20 dahintersteht... tja, kommt auf die Hochtemperatur-Bedingungen an. In Italien würde ich einem kleinen Suzuki wohl nicht unbedingt zu -16 raten. Rennstreckenbetrieb oder Autobahnjagden im Hochsommer sind mit -30 oder -40 an sich noch besser beraten; aber auch da gibt's 0W's und man muss nicht auf die schlechteren Kaltlaufeigenschaften eines 5W-30 zurückfallen! Erst bei -50 wird man wohl ein 5W- nehmen müssen. Aber das ist nicht mal bei Porsche allgemein üblich.

    Und solange die Werte nicht schlechter sind... besteht doch kein Problem? Wenn also "nur" 5W-30 vorgegeben ist, ist doch auch 0W-30 oder 5W-40 oder 0W-40 klar möglich. Solange alle anderen Spezifikationen wie ACEA, API, oder herstellergebundene, eingehalten werden: kein Problem!:/


    Der einzige Grund, dass ich vehement gegen 5W-30 bin, ist die weite Verbreitung solcher Öle nach VW-Longlife-III-Spezifikation, und DIE kann ich aufgrund der hinlänglich bekannten Problemzonen eben nicht leiden. Man könnte das auch andersrum angehen und sagen "schau zu, dass nicht 504.00/507.00 draufsteht"... das ist zwar exakter (es soll ja auch ein paar wenige "gute" 5W-30 geben), dazu muss man aber ans Kleingedruckte, und das klappt bei Werkstatt-Fassöl nicht so besonders.