Fahrbericht Ignis Spocht

  • Nun isser da, der Ignis "Spocht", und trotz gebrochenem Daumen hab ich es mir mal gegönnt den ein wenig auszuführen und will das hier dem geneigten Leser selbstverfreilich nicht vorenthalten:

    Motor/Getriebe: Na ja, ein Golf GTI ist heutzutage auch nicht mehr so bissig wie früher, den Kick vermitteln heute ja paradoxerweise eher so Fahrzeuge wie´n Golf mit dem 130-PS TDi! Hat Motoseitig also auch absolut nix vom Swift GTI, was zu erwarten war. Der Ignis steht aber zweifellos gut im Futter, die 109 PS sind glaubhaft, und er geht zwar entschlossen, aber doch recht unspektakulär voran! Man merkt dass die variable Ventilsteuerung wie sie auch im neuen Ignis steckt effektiv arbeitet: Guter Druck bereits von unten. Vom avisierten „sportlichen Sound“ war dagegen nichts zu vernehmen, IMHO klingt da sogar der 1.6er Liana sportlicher, er ist schlicht laut, vielleicht meinten die das ja mit „sportlich“! *ggg* Dafür bietet er aber auch eine sehr gute Traktion vom Start weg (der dürfte beim Ampelsprint sehr gut wegkommen! Viertelmeile lt. Suzuki in 16,5 Sekunden) und ist auch im Stadtverkehr sehr stressfrei zu bewegen. Die Kupplung arbeitet sehr gut. Die kurze Getriebeübersetzung hilft auch, so stehen z. B. bei 60 km/h im 5. Gang schon 1.800 U/min an, bei 150 sind´s schon fast 5.000! Vmax konnte ich noch nicht testen, die Landstraße ist dafür ja auch nicht der richtige Ort, aber durch die kurze Übersetzung und da der rote Berech schon bei 6.500 U/min anfängt (scheint mir etwas pessimistisch, mal sehen wann der Begrenzer dem Treiben wirklich ein Ende setzt – wenn er eingefahren ist! ;) ) dürfte er nachher wohl mehr mit dem Begrenzer als mit der Aerodynamik kämpfen, mal sehen ob er die 200 lt. Tacho schafft (Werksangabe: 185 km/h). Getriebe schaltet sich leicht, für heutige Verhältnisse recht lange Wege, aber wer braucht diese kurzen Schaltwege eigentlich wirklich, Hauptsache präzise, und das ist sie.

    Fahwerk/Lenkung: Straff wie man es sicht wünscht, Reste von Komfort vorhanden. Durch den kurzen Radstand in schnellen Kurven naturgemäß auf Bodenwellen etwas hoppelig, und mit meinem gebrochenen Daumen habe ich mich auch noch nicht getraut auszuprobieren wie weit man in etwa den Spaß treiben kann. In engen Kurven schlicht GEIL. Traktion auch da sehr gut. Die Lenkung bietet gutes feedback, guter Geradeauslauf, angenehm mit etwas Kraft am griffigen Sportlenkrad aus der Mittellage zu bewegen, aber wie bei allen Fahrzeugen mit nachträglichen Fahrwerksänderungen merkt man dass die Dämpfung der Lenkung etwas unterdimensioniert ist, bei Spurrinnen z. B. sind öfter mal Korrekturen notwendig.

    Karosserie/Innenraum: Die Recaro-Sitze sind erwartungsgemäß sehr gut, das Sportlenkrad auch, der Rest entspricht bis auf wenige Details (weiß hinterlegte Instrumente, ein paar Karbonoptikblenden) dem Japan-Ignis, also leider etwas plastisch und abwaschbar, passt aber irgendwie auch wieder zu dem Image des Sport-Ignis. Lustig ist allerdings dass man trotz Tieferlegung und Sportsitzen immer noch relativ hoch und bequem in den „Sportwagen“ einsteigt und auch höher sitzt als viele andere. Aber warum nicht, für so alte Säcke wie mich ideal. Mit den großen runden Nebelscheinwerfern vorne und dem Heckspoiler sieht er schon mächtig aggressiv aus (jetzt noch ´n VW-Zeichen an die Abschleppöse baumeln und dir ist nie mehr langweilig auf der Straße und du findest jede Menge neuer Freunde! *ggg*), dann noch in gelb wie unser Vorführwagen und die beiliegende Schrift „Suzuki Motorsport“ fett auf die Seite, passt scho´! Lediglich die Räder, obwohl schon 15 ´und mit Spurverbreiterung, wirken immer noch etwas verloren in den Radkästen, da wäre optisch was größeres und breiteres schöner, dürfte dem Fahrvergnügen allerdings abträglich sein. Wenns flotter voran geht hört man von hinten schon deutliche Abrollgeräusche, ansonsten übertönt der laute Motor alles.

    Was sonst noch so auffiel: Das Fahrzeug hat schon ein gewisses Sucht- und Führerscheingefährdungspotential, er kann zwar auch langsam, muss aber nicht, und ihn zu fordern lässt einen schon das Messer zwischen die Zähne bekommen! Mit dem mal ´n Wochenende im Harz oder Weserbergland, damit könnte man die graue Zeit in der man nicht Moped fahren kann glatt angenehm versüßen! Gewicht wurde auch irgendwie konsequent eingespart, so gibt´s z. B. nur ein Notrad und die sonst beim Ignis übliche Ablage unter dem Kofferraumboden fehlt ganz – obwohl der Platz dafür da wäre. Durch die kurze Getriebeübersetzung haut´s einen die ersten male auch ganz schön in die Gurte wenn man wie gewohnt bei ca. 100 zum Überholen in den 3. Gang zurückschaltet – und dann bei fast 5.000 U/min landet! *g* Dummerweise muss man während des Überholens dann auch meist wieder in den 4. schalten weil der 3. zu ende ist – Gewöhnungssache, oder im 4. bleiben, da zieht er auch gut. Etwas verrückt muss man für den Ignis Sport schon sein. Und ´n guter Draht zur Rennleitung ist wahrscheinlich auch nicht verkehrt.

    Fazit: Spaßmacher mit Suchtpotential, sollte man mal gefahren sein. ;)

  • Zitat


    Original von @rne:
    sollte man mal gefahren sein. ;)

    steht der jetzt bei dir im Autohaus als Vorführwagen ?
    Denn komm ich mal vorbei, wenn der Wagen eingefahren ist...hoffe ihr seit gut versichert ;D ;D
    --
    [f2]...erst wenn die letzte Tankstelle geschloßen ist, werdet ihr feststellen, das Greenpeace nachts kein Bier verkauft.[/f2]

  • Ich vergaß: `Ne Bremse hat das Fahrzeug ja auch noch: die hinteren Scheibenbremsen sind fast so groß wie die vorderen 8o , das könnte den ambitionierten Hobbyschlosser glatt beflügel sich ´ne 90-°-Umlekung für den Handbremshebel incl. Umgehung der Arretierung zu basteln, so hab ich´s - der Daumen :rolleyes: und weil die Straße knochentrocken war, so was übt mal ja besser erst mal im Nassen - noch nicht probiert ob die hintere Bremse so gut greift wie sie aussieht! Der Rest spricht gut an, auf dem Niveau der Bremsen im neuen Ignis - und somit klar über dem Niveau des bisherigen Ignis bzw. dessen was man sonst bisher von Suzuki so gewohnt war.
    --
    Grußsz, @rne

    "Die Lage ist hoffnungslos aber nicht ernst!"

  • Heute mal dem Fahrzeugschein habhaft geworden: Leider nur Schadstoffarm Euro 3 (von nix kommt eben nix! ;) ) und Leergewicht 1.020 kg.
    --
    Grußsz, @rne

    "Die Lage ist hoffnungslos aber nicht ernst!"

  • @ @rne: Möglicherweise ist die Bremse hinten deshalb so groß, weil die Vorderachse sonst überbremst werden würde. Vielleicht liegt ja auch ausreichend Gewicht auf der Hinterachse und man kann ihr deshalb dort mehr Bremsleistung zumuten...

    Mit EURO 3 ist übrigens kein Blumentopf mehr zu gewinnen. ;(
    --
    Gruß, Janek. - Der wo mit dem Hut fährt...

    |SUZUKI| |Swift MZ Sport|

  • Glaube ich nicht dass der hinten viel auf die Erde bringt, das ist wohl eher Erbe oder Ehrerweisung an den Rallysport. ;)

    Die Euro 3 seien ihm m. E. verziehen, das ist wohl der Preis für die 10 PS Mehrleistung gegenüber dem Motor mit Euro 4, und außer der fehlenden Steuerbefreiung tut das ja nix. 8)

    Da plagen sich andere noch bei ganz anderen Fahrzeugen mit fehlender Euro-4/D4-Einstufung herum! ;)
    --
    Grußsz, @rne

    "Die Lage ist hoffnungslos aber nicht ernst!"

  • mit nur 1 Tonne ist suzuki wenigstens einem motto treu geblieben:
    "wenn man nicht mehr PS rausholt, dann macht man das auto einfach leichter!"

    im vgl. zu anderen Suv oder kleinen GTi ist der gewichtsvorteil mal wieder in der richtigen Hand.

    euro § find ich bei einem JWRC-nachbau nicht so schlimm. soll ja ein auto für mehr als nur A->B sein.vfrag mich wann die ersten mal auf der strasse zu bewundern sind.
    --
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  • Zitat


    Original von Klofi:
    .vfrag mich wann die ersten mal auf der strasse zu bewundern sind.

    Meiner wird gerade probe Gefahren, von ´nem Astra-Fahrer der sich über´s Internet gemeldet hat. ;)
    --
    Grußsz, @rne

    "Die Lage ist hoffnungslos aber nicht ernst!"

  • Wo hat Suzuki eigentlich diese hässlichen Recaros als
    "Restposten der 80er" aufgekauft? die Dinger sind echt
    "Asbachuralt" dieses Netz in den Kopfstützen hatte ich
    schon in meinem 1er Scirocco und auch so gut wie jeder
    B-Manta oder Kadett C-Coupe hatte die drinne. Pfui ....
    --
    Das Leben ist zu kurz um es in geschlossenen Autos zu vergeuden ...

  • .........die teile (recaro einfach: S) waren serie (ab) 1978 bis ca.84 in ford capri III S,
    (damit öfters als in schirosta oder karl "c" verbreitet) *g*

    die kopfstützen wurden seinerzeit heftigst von ADAC bemängelt,
    weil sie völlig unzureichende sicherheit bei unfällen gewährleisten,
    sie passen einfach von der auflagefläche nicht, da keine vorhanden ist
    und die polsterung um den gitter sich eher ungünstig auswirken !

    das einzige was ich auf den bildern erkennen kann ist:
    das dieses "neuere" model etwas dicker an den kopstützen und an den sitzseiten gepolstert ist.........

    .........aber schön finde ich sie schon *g*

    gruß dark
    --
    .........[f1]unterwegs im Namen des Herrn[/f1]

    [f1]so long[/f1]......

  • DARK: ja die waren s****** die Dinger, was ich nicht raffe
    ist wie man so ne 80er Jahre Optik verbauen kann wenn man
    selbst viel schönere im Vorgänger hatte (GTi Sitze) wenn die
    ein bissl mehr auf Modern gemacht worden wären (Carbonteile
    oder so) und vieleicht in Leder wäre das doch um Welten besser.
    Dann lieber NICHT Recaro aber schön und sportlich als solch ein
    häßliches Design der 80er nur damit es Recaro ist und vom
    Budget passt ...
    --
    Das Leben ist zu kurz um es in geschlossenen Autos zu vergeuden ...

  • ich bekomm nur einen hals, wenn ich sachen sehe,
    die vor 20 jahren !!! schon nicht den sicherheits standart der zeit gehalten haben........

    und heute wo von airdinger, seitenluftballons und solch ein firlefranz
    gesabelt wird, kommt sowat wieder ins auto * koppschütel* :rolleyes:


    hätt ja nix gesacht wenn da wenigstens korrekte kopfstützen rangekommen wären.........
    --
    .........[f1]unterwegs im Namen des Herrn[/f1]

    [f1]so long[/f1]......

  • Und erst das Felgendesign, das hatte auch schon ein Nissan Sunny von mir in den tiefen 80ern. Und 185er Reifen. Und rund waren die auch. Und schwarz. Und aus Gummi. Gabs alles schon damals.

    Wegen den gemeingefährlichen Kopfstützen sollten wir das Fahrzeug am besten gleich aus dem Verkehr ziehen. Vor den Gefahren durch ESP und Seitenairbags ist man in dem ja zum Glück geschützt.
    --
    Grußsz, @rne

    "Die Lage ist hoffnungslos aber nicht ernst!"

  • Verkicherungsklassen: H/V/T 17/20/32 (Vn/Tn: 21/18 ). Nicht ganz billig, aber wie für so eine Rennsemmel leider zu erwarten war, es hätte auch noch schlimmer kommen können. 8)
    --
    Grußsz, @rne

    "Die Lage ist hoffnungslos aber nicht ernst!"