Kabelisolierung löst sich auf

  • Ich habe mal eine Frage an die technisch versierten Mitglieder, die nichts direkt mit dem Auto zu tun hat, eher mit Elektroinstallation und Chemie.

    Zum Anschluß von Außen-LED-Strahlern (30 Watt) mit PIR habe ich gummiisoliertes Kabel von einer defekten Tauchpumpe verwendet. Angeschlossen in einer grauen Kunststoff-Abzweigdose an die Feuchtraumleitungen (starr, grauer Kunststoff) mittels Schraubklemmen und Aderendhülsen auf der Litze vom Pumpenkabel. Lampenseitig ebenfalls mit Aderendhülsen in die vorhandene Lüsterklemme. Nach nunmehr einigen Jahren habe ich zum Glück zufällig nachgeschaut und entdeckt, das in den Abzweigdosen sich die Isolierung der Leiter komplett in Auflösung befand, die Kupferlitze teilweise frei lag und sich dunkel verfärbt hatte. Nur die Abschnitte in den Abzweigdosen, die einzeln ohne die schwarze Kabelisolierung waren und nicht in der Lampe (Metallgehäuse). Klemmen und Feuchtraumkabel sind unverändert intakt, nur die farbigen Gummiisolierungen haben sich "versprödet" und aufgelöst. Die Kontakte waren alle fest angezogen, Hitzeeinwirkung durch Übergangswiderstand fällt aus, zumal der Schutzleiter genau so betroffen war, auch Überstrom fällt bei 30Watt aus.

    Meine Theorie ist eine Einwirkung von den Weichmachern der Kunststoff-Abzweigdose auf den Gummi, die zu dessem Auflösung führte. Das Ganze natürlich brandgefährlich, wäre die freiligende Phase in die Nähe von ebenfalls unisoliertem Null oder Erde gekommen und hätte ohne gleich die Sicherung auszulösend einen Lichtbogen gezogen.

    Habe die Anschlüße nun neu mit kunststoffisolierten Kabeln hergestellt und werde in kurzen Abständen kontrollieren.

    Meine Frage: Ist jemandem diese Fehlermöglichkeit bekannt und auch deren Ursache? Es scheint mit der Abzweigdose in Zusammenhang zu stehen, da in Abzweigdosen anderen Typs, an Steckern und Kupplungen die Gummiisolation fehlerfrei hält. Im Inneren der geschlossenen Dose kann sich ja eine hohe Konzentration von ausgegastem Weichmacher bilden, selbst wenn keine direkte Sonneneinstrahlung auf die Dosen kommt. Kunststoffisolierungen sind auch nicht betroffen, nur die "Gummileitung". :/

  • Hallo dav1963

    Ich kenne dieses Problem aus der Hausinstallation. Mit der Abzweigdose selbst hat das meiner Meinung nach nichts zu tun sondern es deutet eher auf eine chemische Unverträglichkeit bzw. eine Materialalterung hin. Dafür kommen verschiedene Ursachen infrage.

    Was ich dir als gelernter Elektriker aber dringend empfehlen würde: Beseitige die beschädigten bzw. freiliegenden Adern so schnell wie möglich. Wenn die Aderisolierung tatsächlich abgefallen ist und blankes Kupfer freiliegt, besteht die Gefahr eines Kurzschlusses oder eines Erdschlusses. Das wäre für mich die erste Baustelle, die ich umgehend beheben würde.

    Zum Thema Leitung: Du schreibst, dass du das Kabel von einer defekten Tauchpumpe verwendet hast. Hast du dir die Leitung vor dem Einbau genau angesehen und kannst ausschließen, dass sie bereits Vorschäden hatte? Wie lange war das Kabel vorher im Einsatz? War es dauerhaft UV-Strahlung ausgesetzt oder anderen Umwelteinflüssen?

    Liegt die Leitung im Freien? Ist sie starken Temperaturwechseln zwischen Hitze und Frost ausgesetzt? Handelt es sich um eine für die feste Installation geeignete Leitung?

    Das sind alles Fragen, die man zunächst klären müsste, bevor man die Ursache eindeutig eingrenzen kann.

  • Leitungen habe ich umgehend ersetzt. Das Kabel von der Tauchpumpe war top in Ordnung und auch noch nicht gealtert. Die aufgelöste Isolierung war nur innerhalb der Abzweigdosen an alle drei Adern nur wo sie zwecks Klemmung von der zusätzlichen dicken Gummiummantelung befreit waren, also ca. 1,5-2cm. Der Rest der Isolierungen war völlig intakt, auch auf der Seite des Lampenanschlusses (habe die 3 jeweils ca 30cm langen Kabel komplett zerlegt zur Prüfung). Betrifft 3 Leuchten mit jeweils zum Haus hin identischen Abzweigdosen. Bei einer weiteren Lampe, in einer Abzweigdose eines anderen Herstellers angeschlossen, ist kein Defekt vorhanden (werde ich jetzt laufend kontrollieren, kommt man zum Glück sehr einfach ran). Nehme also an, das es doch mit den Abzweigdosen zusammenhängt, wenn genau in denen an drei Kabeln mit zusammen 9 Adern jeweils gleich und gleichzeitig sich die Gummiisolierung auflöst. Egal ob schwarz, blau oder grüngelb. Gerade letztere war ja nie stromdurchflossen (FI-Schalter). Kommt für mich nur eine chemische Reaktion des frei liegenden Gummis infrage und da nur die Abzweigdose selbst als identisches Bauteil der 3 Anschlüsse. Lt. www greifen die "PVC-Weichmacher" bestimmte Arten synthetischen Kautschuks an und in der kleinen, abgedichteten Dose sammelt sich ja das Ausgedünstete. War für mich aber auch neu und unerwartet. Wollte mit den 100% wasserfesten Gummikabeln für den Außeneinsatz sicher gehen und hätte ggf. damit riesigen Schaden angerichtet. Aber bauartbedingt lassen sich die Strahler nur mit flexiblen Leitungen geringen Durchmessers anschließen (Kabeldurchführung am Strahlergehäuse) und einfache PVC-Umantelungen erschienen mir nicht optimal witterungsfest. Habe jetzt doch solche Kabel verwendet und sie zusätzlich mit einem lichtdichtem Silikonschlauch "wetterfest" gemacht.

    Kenne das Problem mit den Gummiisolierungen nur aus Altbauinstallationen, wo die Isolierung mit den vielen Jahren völlig hart und versprödet ist und von Kleinspannungsleitungen mit "billigen" Isolierkunststoffen unter Ölkontakt.

  • Für mich ist das Schadensbild sehr ungewöhnlich. Dass alle drei Adern ausschließlich innerhalb der baugleichen Abzweigdosen betroffen waren, während der Rest der Leitungen völlig intakt geblieben ist, spricht für mich eher gegen eine elektrische oder thermische Ursache.

    Gut, dass du sofort reagiert und die Leitungen ausgetauscht hast. Interessant wäre noch zu wissen, von welchen Herstellern die Kabel und die Abzweigdosen stammen. Das könnte helfen, die Ursache besser einzugrenzen und festzustellen, ob es sich um eine bekannte Materialkombination handelt.

  • Hersteller sind mir unbekannt, eine einfache Tauchpumpe aus dem Baumarkt, die irgendwann über die Wellendichtung minimal Wasser einließ und das Kondensat so den FI-Schalter auslöste. Die Dosen aus dem Netz, sicher etwas chinesisches. rechteckig etwa halb so groß wie die üblichen quadratischen.

    Ja, thermisch oder mechanisch scheidet aus, bleibt nur noch eine chemisch bedingte Auflösung des frei liegenden Gummis in der Dose und da fällt mir nur der Weichmacher deren Kunststoffs ein. Zum Glück bemerkt ohne weiteren Schaden. Die drei Anschlüsse waren auch die einzigen mit der Materialkombination. Mit PVC(?)-Leitungen in den Dosen oder der Gummileitung ohne diese Dosen ist alles i.O., keinerlei Auffälligkeiten. Wer weiß was der Dosenhersteller da "gemixt" hat ...:/

  • Das würde ich auch am ehesten auf eine Materialunverträglichkeit zwischen der Gummiisolierung und dem Kunststoff der Dosen schieben. Wenn nur genau diese Kombination betroffen war und sonst alles in Ordnung ist, ist das schon ein ziemlich deutlicher Hinweis.

    Zum Glück ist es rechtzeitig aufgefallen.