Starterbatterie platt ?

  • Hallo Gemeinde.

    Habe ja einen Swift Sport Hybrid EZ '22. Der ist heute Nachmittag nicht mehr angesprungen.

    Batterie gemessen 5V - oh no. Jumpstarter hat geholfen, konnte wieder fahren. Aber danach quasi alles wie vorher.

    Zündung an geht schon nicht, auch nicht mit Ladegerät. Ladegerät lass ich jetzt die ganze Nacht dran.


    Kann es sein, daß die Starterbatterie einfach so, über Nacht, den Geist aufgegeben hat?

    Swift Sport Hybrid 2021

  • 5V ist entweder Tiefentladung durch einen dauerhaften Verbraucher oder Zelldefekt. Wobei da gleich mehre Zellen (mind. 3) betroffen sein müßten, also unwahrscheinlich. Laden eines tiefentladenen Akkus ist mit vielen Ladegeräten nicht möglich, da sie den Akku als defekt deklarieren. Einige Lader haben eine Repair-Funktion und starten den Ladevorgang auch bei dieser niedrigen Spannung. Sinnvoll wäre dazu den Akku vom Bordnetz zu trennen. Damit fiele auch gleich der eventuelle Dauerverbraucher weg. Nach Vollladung, die je nach Akkugröße und Ladegerät über 12h dauern kann, sollte der Akku ohne Verbraucher 12,6V halten. Oft ist er aber durch die vorangegangene Tiefentladung dauerhaft geschädigt und erreicht nicht wieder die volle Kapazität. Bei einem Akku mit Schraubstopfen vor dem Laden prüfen, ob die Platten noch von der Säure bedeckt sind, ansonsten destilliertes oder deionisiertes Wasser bis zur Plattenobergrenze auffüllen. Nach Vollladung erneut Säurestand prüfen (er steigt bei Vollladung ohne "Kochen" etwas an) und ggf. bis zur max-Markierung mit Wasser auffüllen. Akku nicht überladen!!! Bei den jetzigen Temperaturen muß die Ladeschlußspannung abgesenkt werden, da das Gasen schon knapp über 14V einsetzt und die Batterie "kocht", wobei sich kritische Knallgasmengen bilden können - beim Laden auf gute Lüftung achten und Funken ausschließen!

  • Es ist nix neues dass Batterien bei extremer Hitze wie wir sie im Moment haben, kaputt gehen.

    Da muss keine Tiefentladung stattgefunden haben und man kann die noch so oft laden, danach haben die auch meistens ca.12.8 -13.0 Volt Ruhespannung und beim Einschalten der Zündung geht die Spannung kpl. runter oder spätestens beim Startversuch bricht die Batterie zusammen. Ich kenne das aus dem Motorrad-Bereich in dem ich seit über 40 Jahren tätig bin.

  • Bei den kleinen Motorradakkus ist es oft ein Säurestandsproblem. Meist ohne Nachfüllmöglichkeit werden sie im Sommer schon von der Lima so stark geladen, das sie gasen und Wasser verlieren. Zudem schadigt intensives Gasen die Gitterstruktur der Bleiplatten. In den Standpausen, da ja oft nicht täglich gefahren wird, kommt dann die Säureschichtung dazu, die je nach Akkubauart auch bei Bewegung nur schwer verschwindet, dh. der Elektrolyt sich durchmischt. Im Punkt "Austrocknung durch Überladung" (und die setzt bei 35°C Akkutemperatur schon bei knapp unter 14V Ladespannung mit dem Gasen ein) sind Gelbatterien besonders empfindlich. Auch die AGR mögen das nicht. Eine einfache Naßbatterie mit Schraubstopfen ist da eher unproblematisch. Sollte sie zu viel gegast, also Wasser verloren haben, kann man es einfach wieder auffüllen.

    Richtig ist aber, das viele Akkus deshalb im Sommer schlapp machen, einzelne Zellen schwächeln oder ausfallen oder halt alle. Dann bewegt sich das Niveau der Leerlaufspannung aber meist noch oberhalb von 10V (bei einer defekten Zelle), 5V wäre eine typische Tiefentladung durch Dauerstromentnahme (Innenbeleuchtung, Kofferraumlicht) über Nacht. Aber auch der Tod mehrer Zellen kann zu einer so geringen Akkuspannung führen. Dann ist bei Starthilfe Vorsicht geboten, ohne funktionierenden Akku zur Pufferung killt die Lichtmaschine sehr schnell die Elektronik durch Spannungsspitzen.

  • Na dann hoffe ich mal, daß es der Elektronik nicht geschadet hat.

    Hab 'ne neue bestellt: Yuasa YBX5053 Bißchen stärker als die alte, sollte aber passen.

    Ich melde mich dann sicher nochmal wenn sie da ist.

    Swift Sport Hybrid 2021

  • Vor Einbau des neuen Akkus abklären, ob es einen heimlichen Verbraucher gibt. Sonst ist der Neue auch gleich wieder "platt". Neue Akkus sind durch die Standzeit bedingte Selbstentladung meist nur noch teilgeladen. Um Sulfatierung zu vermeiden, sollte alsbald aufgeladen werden. Dabei die Ladeschlußspannung in Abhängigkeit zur Akkutemperatur beachten, um das Gasen des Elektrolyten zu vermeiden. Eine Ladeschlußspannung direkt am Akku von über 14,1V ist bei den jetzigen Temperaturen über 30°C zu hoch. Bei Suzuki ist es wohl unerheblich, aber andere Autohersteller verlangen den Ladestromfluß über den Sensor der Batteriekontrolle (Spule an der Zuleitung zum Minuspol). Einfach den Minuspol des Ladegerätes auf Masse klemmen und nicht direkt an der Batterie. Beugt beim Abklemmen auch Funken direkt im Batterieumfeld vor (Knallgas), wenn man die Minusklemme zuerst löst (wie bei der Starthile).

  • Auch die AGR mögen das nicht. Eine einfache Naßbatterie mit Schraubstopfen ist da eher unproblematisch. Sollte sie zu viel gegast, also Wasser verloren haben, kann man es einfach wieder auffüllen.

    Ich denke du meinst die AGM ?, also ich fahre seit 2014 AGMs und das auch in Urlaubsländern, wo so 35 °C nicht so selten sind. Wegen zu hoher Wärme ist noch keine ausgefallen. Ich wüsste das auch nicht aus meinen Foren. Allerdings waren sie 2014 im Tiguan noch komplett eingebaut, also in einem Kasten, heute ist der Kasten offen.

    MfG Peter

  • Ja, klar AGM. Das Lademanagement des Autos sollte temperaturentsprechend die Ladespannung begrenzen, so daß es nicht zum Ausgasen kommt. Kritisch ist die externe Ladung, wenn dabei das Ladegerät erst bei zu hoher Spannung den Ladevorgang beendet. Und bei den jetzigen Temperaturen knapp unter 40°C sind die 14,1V Voreinstellung (einige gehen sogar bis 14.6 oder 14.8V rauf) schon zu viel. Nun muß man ja normalerweise bei diesen Temperaturen nicht extern laden, aber eine neue Batterie ist durch Selbstentladung meist recht leer beim Einbau, bzw. Kurzstrecke mit vielen Verbrauchern (Lüftung, Start-Stopp) oder längere Standzeit (14 Tage am Flughafen) machen es doch nötig.

    Bauartbedingt kann man weder bei Gelakkus noch AGM Aqua dest. nachfüllen, leider haben auch viele "einfache" Naßbatterien keine einfachen Schraubstopfen mehr. Allerdings wird bei diesen Batterien ein Großteil des ausgasenden Wasserstoffs und Sauerstoffs wieder zu Wasser reagieren lassen und in der Zelle rückgeführt. Dazu darf die ausgasende Menge aber nur sehr klein sein, sonst entweicht sie über einen Überdruckkanal aus dem Akkugehäuse und der Elektrolytstand sinkt.

  • Batterie ist heute gut angekommen. KFZ-Stemi war der Verkäufer.

    Augenscheinlich neu u. gesund, 12,6V hab ich gemessen. Versandstopfen waren auch drauf. Die Abmaße sind identisch mit der originalen, Wechsel war kein Problem und das Auto ist auch perfekt angesprungen.

    Die alte hatte heute 10,5V eingebaut. Kriechstrom hab ich gemessen 5mA. Kann ich bei der neuen dann auch nochmal messen. Jetzt hängt sie sicherheitshalber aber im eingebauten Zustand am Ladegerät.

    Bis jetzt alles gut, Alex

    Swift Sport Hybrid 2021

  • Dauerverbraucher scheidet dann aus (bei 5mA), 10,5V spricht eher für eine defekte Zelle (+2,1V = 12,6V), da hat sicher eine von den 6 einen "Plattenschluß".

    Bei den derzeitigen rund 25°C kann die neue problemlos bis 14,1V (meist die Ladeschlußspannung der elektronischen Ladegeräte) geladen werden, Gasungsbeginn ist bei 14,28V (25°C).

  • Darf man alles nicht so eng sehen.

    Gegast hat die erste Zelle vom Masseanschluss her gesehen. Da war der Zustand so schlecht, daß ich nichtmal wusste ob Zündung an oder aus. Zündung war aber an, und als sich die Batterie "erholte" sprang der Innenraumlüfter an und zog fröhlich Saft aus der kaputten Batterie. Hab das glücklicherweise noch gesehen und die Zündung ausschalten können.

    Video:

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    Wäre wohl schlecht ausgegangen.

    Swift Sport Hybrid 2021

  • Da scheint es in der Zelle wohl sehr heiß geworden zu sein, sieht nicht nach "Gasen" durch die ladebedingte Spaltung des Wassers in Wasserstoff und Sauerstoff (Achtung: explosives Knallgas), sondern nach Dampfbildung durch starke Erhitzung aus. Zumal ja nicht geladen, sondern entladen wird. Der Lüfter zieht einigen Strom und wenn in der Zelle nur ein querschnittsmäßig kleiner Kurzschluß vorliegt, entsteht da viel Wärme. Zumindest ist sicher, daß die alte Batterie hin ist ...:(