Nachdem ich nun mittlerweile schon ein paar Tage lang Gelegenheit hatte, meinen neuen S-Cross zu testen, kann ich nun auch endlich mal anfangen, mein Versprechen aus dem Vorbestellungsfred einzulösen und einen Erfahrungsbericht zu schreiben.
Bilder muss ich bei Gelegenheit nachreichen, derzeit könnte ich nur bei echt miesem Licht knipsen, und da warte ich lieber auf nen sonnigen Nachmittag, als Mist einzustellen.
Zuerst einmal ein paar wesentliche Infos zum Fahrzeug:
- Motor: Diesel
- Antrieb: Allgrip Allradsystem
- Ausstattungslinie: Comfort+
- Farbe: Crystal Lime Metallic
So, nun zum Bericht selbst.
Ich versuche, das Ganze etwas zu strukturieren, aber versprechen kann ich nix.
Fahrverhalten
Der S-Cross ist mit Sicherheit keine Rennmaschine, aber verstecken braucht er sich nach meinem Dafürhalten nicht. Jedenfalls ab 1500 Touren.
Unterhalb ist er schon ziemlich träge und will nicht so recht aus den Puschen kommen. Für konstante Geschwindigkeit ist das egal, aber wenn man zügig überholen will, sollte man im Bedarfsfall lieber runterschalten.
Die Lenkung ist sehr leichtgängig und präzise, die Federung ist für ein SUV eher hart, aber noch im Rahmen. Kurven nimmt der S-Cross auch bei höheren Geschwindigkeiten souverän, ohne dass man das Gefühl bekommt, dass er gleich nen Abflug macht.
Verbrauch
Da der Wagen erst eingefahren werden muss, fahre ich das Auto zur Zeit höhertouriger und mit höheren Geschwindigkeiten, als ich es normalerweise tun würde.. Der Händler hat mir gesagt, die ersten ca. 1.500 km soll man ihn nicht zu träge und nicht zu schnell fahren, um ein optimales Einschleifen zu erreichen. D.h. meine derzeitige Fahrweise verbraucht mehr Sprit als meine normale.
Da ich den Wagen erst Mitte Oktober erhalten habe, wurde er gleich mit den Winterreifen ausgeliefert, die ich mitbestellt hatte. (Wegen der TMPS-Sensoren empfiehlt es sich, die Felgen vom Suzuki-Händler zu nehmen und nicht wonders, da Suzuki den Sensor nur zusammen mit Felge rausrückt und man ihn derzeit nicht separat bekommt).
Ob der Bordcomputer beim Spritverbrauch einigermaßen genau ist oder lügt wie gedruckt, kann ich erst sagen, wenn ich mal wieder getankt habe, aber derzeit halte ich den angegebenen Durchschnittsverbrauch von 5,2 l/100km für plausibel. Vor dem Tanken lag er bei 5,8, aber da konnte ich nicht nachrechnen, da ich mitten drin den Tageskilometerzähler mal aus Versehen genullt hatte.
An sich sieht es derzeit wohl so aus, als könnte man die angegebenen 4,4 l/100km mit Sommerreifen und gemäßigter Fahrweise sogar fast erreichen.
Nachtrag: Habe heute mal nach dem Tanken (an der gleichen Zapfsäule wie beim letzten Mal) den Verbrauch ausgerechnet und mit der Anzeige verglichen. Beides sprach von 5,3 Litern auf 100 km. Sieht wohl so aus, als wäre der Bordcomputer zuverlässig. Folgeversuche werden natürlich folgen.
Gelände
Da ich das Auto gekauft habe, um beruflich im heimischen Wald und Flur noch einigermaßen mobil zu sein, habe ich natürlich auch die Geländeeigenschaften mal angetestet.
Eins vorweg: der S-Cross ist kein Geländewagen und auch nicht als solcher gedacht.
Das heißt aber nicht, dass er nur für Feldwege taugt. Ich habe ihn mehrmals über eine (mir gehörende) regennasse, bodenwellenübersähte Wiese sowie ähnlich strukturierten Rohboden geprügelt. Beide Flächen liegen an einem ca 12 bis 15 % geneigten Hang. Getestet habe ich alle Richtungen, also hoch, runter und auch quer zum Hang. War im Snow-Modus alles kein Problem, aber beim Berganfahren sollte man dann lieber den Lock-Modus an- und das ESP abschalten, da sonst der Motor vom System so stark runtergedrosselt wird, dass ein anfahren fast nicht mehr möglich ist.
Durchgedreht haben die Reifen bei mir aber trotzdem nicht. Scheinbar hat Suzuki den Snow-Modus etwas sehr empfindlich eingestellt, was Schlupf angeht.
Nachtrag: Heute durfte ich das Auto mal durch einen feuchten, vom Boden her schon leicht schmierigen Acker bergauf prügeln. Durch einen Fahrfehler hab ich den ersten Anlauf vergeigt, aber beim zweiten Versuch ist er im Lock-Modus ohne Probleme raufgekommen.
Infotainment-System
Das Mediacenter bei der Ausstattungsvariante Comfort+ stammt von Garmin und kommt mit einer Karte für Europa. Welche Länder genau enthalten sind, muss ich mal genauer raussuchen.
Toll ist, dass man fast das gesamte System mit Sprachkommandos bedienen kann, vom Ändern der Einstellungen bis hin zur Adresseingabe für die Routenführung. Die Erkennungsrate der Befehle ist ziemlich gut, man sollte aber die Kommandos nicht zu schnell hintereinander sagen, da das System nach jedem Sprachbefehl erst einmal auf taub schaltet, bis der Befehl ausgeführt ist. Manche Menüpunkte wie Karte einblenden lassen sich direkt von überall her anwählen, bei anderen muss die Menüreihenfolge eingehalten werden.
TMC-Verkehrsdaten können empfangen werden, so wie es aussieht allerdings nur mit einem Navteq-Abo, das man über die Garmin-Homepage beziehen kann. 35 Euro für ein Lifetime-Abo sind meiner Meinung nach aber zu verschmerzen. Kann aber auch sein, dass sich da in Zukunft noch was in eine andere Richtung tut.
Laut Bedienungsanleitung vom Navi werden Staus automatisch umfahren, aber das konnte ich bisher noch nicht testen.
Die Telefonqualität über Bluetooth ist ebenfalls gut, bisher hat mir noch keiner gesagt, dass er mich nicht versteht und ich musste auch noch nicht nachfragen.
Medienwiedergabe über USB und BT funktionieren ebenfalls tadelllos. Das Infotainmentsystem kann Zufallswiedergabelisten erstellten, so dass Songs nicht immer in der gleichen Reihenfolge abgespielt werden. Bei iPods/iPhones kann die Music-App über das Auto gesteuert werden, was die Wiedergabemöglichkeiten nochmal erweitert.
Was mir beim Infotainment-System nicht gefällt, ist die Tag-/Nachtschaltung.
Man kann einstellen, dass das System automatisch in den Nachtmodus wechselt, wenn die Scheinwerfer angehen. Das funktioniert auch tadellos. Wenn man manuell das Licht einschaltet. Wenn man die Lichtsteuerung auf Automatik hat, bleibt der Tagmodus immer aktiv, auch wenn das Auto das Licht an hat. Allerdings ist der Nachtmodus in Helligkeitsstufe 0 auch tagsüber noch gut lesbar, so dass ich mittlerweile permanent Verdunkelung befohlen habe. Und sollte ich es doch mal heller brauchen, kann ich das dem Navi einfach sagen.
Nachtrag: Wenn die Amaturenbeleuchtung auf volle Helligkeit gedreht ist, klappt´s logischerweise nicht. Kurzum die Amatur um einen Balken gedimmt, seit dem klappt es mit automatischem Nachtmodus.
Was beim Navi ebenfalls etwas stört ist, dass man JEDES MAL nach dem Anlassen eine Warnmeldung wegdrücken muss, die sagt, dass man sich auf die Straße und nicht auf´s Navi konzentrieren soll. Bisher hab ich noch keine Möglichkeit gefunden, das zu deaktivieren.
Die ersten Male mag´s ja noch gut und sinnvoll sein, aber wenn ich bedenke, dass ich das jetzt die nächsten 10 Jahre so machen soll, krieg ich schon nen Hals.
Parksensoren und Kamera
Die Sensoren funktionieren gut, vorne und hinten haben einen unterschiedlichen Klang in jeweils drei Abstufungen je nach Nähe des Objekts und sind somit auch unterscheidbar, wenn man nicht auf die Multifunktionsanzeige schaut. Dort wird optisch angezeigt, in welchem Bereich sich das Hindernis befindet.
Die Kamera wird immer aktiviert, wenn man in den Rückwärtsgang schaltet und zeigt auch bei Nacht noch gute Bilder. Ab und zu sollte man sie reinigen, da sich der hinten aufgewirbelte Dreck auch an der Cam ablagert und das Bild trübt. Auch bei Regen kann es vorkommen, dass das Bild eingeschränkt ist, da sich ab und zu ein Wassertropfen hinhängt, der den Fischaugeneffekt noch verstärkt.
Was ich mir für die Rückfahrkamera gewünscht hätte wären eingeblendete Linien, die wie beim Rückfahrsystem des Ford Kuga die seitlichen Abmessungen und die Fahrzeugmitte darstellen.
Da beim S-Cross die Kamera außermittig angebracht ist, ist Bildmitte nicht gleich Fahrzeugmitte, was am dazu führt, dass man am Anfang bei längeren Rückwartsfahrten etwas asymetrisch über die Piste donnert.
Schiebedach
Das Dach ist an sich ein nettes Gimmick, für die Rückbank sicher ganz toll, aber als Fahrer hat man eigentlich eher weniger was davon, außer als Vorstufe/Alternative zur Klimaanlage.
Gekippt verhält es sich wie jedes andere Schiebedach und kann jederzeit eingesetzt werden, aber ganz öffnen sollte man es nur bei geringen Geschwindigkeiten bis ca. 60 Sachen.
Den Cabrio-Effekt, der sich bei kompletter Öffnung einstellt, erkauft man sich mit einem massiv ansteigenden Geräuschpegel. Der Windabweiser, der bei voller Öffnung aufgestellt wird, erzeugt ein dermaßen lautes Rauschen, dass ab ca. 80 km/h eine Unterhaltung im Fahrzeug schwierig und vermutlich ab 100 ganz unmöglich wird.
Den Abweiser nach unten drücken reduziert zwar das Rauschen, aber dafür setzt das klassische Wummern ein, das man von auf der Autobahn geöffneten Rücksitzfenstern kennt. Bringt also de facto nix.
Das Dach ist zwar getönt, aber wem die Sonne trotzdem zu sehr reinknallt, der kann per Knopfdruck ein Sonnensegel vor das Schiebedach fahren. Dies ist allerdings wirklich nur eine Stoffbahn und keine Plasitkplatte, wie man sie von anderen Schiebedächern kennt, aber das ist der Größe der Dachöffnung beim S-Cross geschuldet. Hinter der Öffnung lässt sich der Sonnenschutz schlichtweg nur noch gerollt verstauen.
tbc...