In unserem aktuellen Amtsblatt steht, daß wir nach der vor 2 Jahren umgesetzten Gemeindegebietsreform und der damit verbundenen Zusammenfassung von 9 ehemals eigenständigen Dörfern zur Großgemeinde Wandlitz ab 1. April zum 2. Mal innerhalb von 2 Jahren unsere Personaldokumente sowie Kfz-Papiere ändern bzw. neu ausstellen lassen müssen. Grund dafür war damals zuerst, daß aus den eigenständigen Dörfern nun Ortsteile geworden waren und diese nun eingetragen werden mußten.
Die Änderung war damals befristet kostenlos solange die Papiere nicht neu ausgestellt werden mußten. Für die Neuausstellung des damaligen Kfz-Scheines mußte man natürlich selbst zahlen, die Adressänderung im Kfz-Brief war großzügigerweise kostenlos. Nun faßt man auf Druck von Deutsche Post AG/DHL alle Ortsteile unter einer Postleitzahl zusammen, die natürlich in 8 Ortsteilen von der alten abweicht. Zahlreiche doppelt vorhandenen Straßen waren dank unterschiedlicher Postleitzahlen bislang kein Problem, jetzt werden in 8 von 9 Ortsteilen mehr als 120 Straßen umbenannt. Alles das tritt vom 1.4. an in Kraft. Bis Ende Mai soll die Änderung der Ausweise kostenlos per Aufkleber erfolgen, danach bezahlt man auch wieder dafür.
Etwa 8000 Ur-Wandlitzer sind auch diesmal fein raus, behalten sie doch ihre Postleitzahl und bleiben auch von Straßenumbenennungen verschont. Ungefähr 70000 Einwohner unserer Großgemeinde sind von den Änderungen betroffen, was im Fall der Zulassungsbescheinigungen von einer regionalen Zeitung geschätzte 150000 EUR in die Kassen des Landkreises spült. Innerhalb des Kreistages wird aber bereits über weitere Zusammenlegung benachbarter Großgemeinden verhandelt.
Was mich nun massiv ankotzt ist die Tatsache, daß ich nun die (noch dazu teurer gewordenen) neuen Zulassungsbescheinigungen Teil A und B nun zwangsweise bezahlen muß und sie nur Probleme machen. Unsere Zulassungsstelle ist der Ansicht, daß z. B. alle Serienbereifungen Bestandteil der Hersteller-ABE sind und trägt erstmal auch keine ein. Ein neu zugelassenes Fahrzeug kann dann auch gern schon mal komplett ohne eingetragene Räder zugelassen werden.
Mit nachträglichen Eintragungen verfährt man so, daß sich der Fahrzeughalter bis zum Amtsleiter \"durchbeschweren\" muß, bis sie komplett übernommen werden.
Fakt ist, daß für die Änderung der Kfz-Papiere neben den Gebühren ein Zeitaufwand von 2 h Fahrzeit sowie die Zeit für das Warten dort (1 - 4 h, je nach \"Ansturm\") drauf gehen. Einem Zulassungsdienst kann man sowas nicht anvertrauen, weil dann unter Garantie alle zusätzlichen Eintragungen fehlen - die haben nach eigener Aussage auch nicht die Zeit, sich um Details zu kümmern.
OT: Im \"Westen\" hat man diesen Quatsch in den \'70ern auch durchgezogen und bereut es heute oftmals bitter. Eine Großgemeinde spart zwar Geld bei der Verwaltung - durch die große Fläche ist eine solche Großgemeinde aber erheblich schwerfälliger als ein kleineres Dorf. Dazu kommt, daß oft auch der Überblick über finanzielle Belange verloren geht und man damit meist Geld verpulvert ohne es zu wissen. Warum müssen wir alle Fehler nachmachen, die man \"im Westen\" gemacht hat?