Hallo zusammen,
nach längerer Abstinez melde ich mich heute mit einer wenig erfreulicheren Nachricht zurück:
Nachdem die letzten Wochen das Tickern meines Motors sowohl im kalten als auch im warmen Zustand rekordverdächtige Dezibel-Werte erreicht hatte, kam ich zu dem Entschluss, dass wohl irgendetwas nicht ganz stimmen kann mit meinem Motörchen.
Verdacht Nr. 1 lag natürlich bei den Hydrostößeln, die beim GTi gerne einmal etwas lauter werden - und bei 170.000 km dürfen die auch mal etwas tickern, aber sooo wie jetzt ist das nicht mehr normal.
Verdacht Nr. 2 lag bei einem mangelnden Öldruck, welcher für nur ein ungenügendes \"Aufpumpen\" der Hydros sorgt und so das Tickern verursacht.
Nachdem ich heute Zeit hatte, habe ich mir ein 10-bar-Präzisonsmanometer samt 1,50m langem Schlauch und den passenden Verschraubungen eingebaut (gut, wenn man einen Vater hat, der sich damit auskennt), da ich von den Zusatzinstrumenten a la Conrad die Schnauze tüchtig voll hatte. Bereits die dritte Öldruck-Armatur verließ mich da schon vor einem viertel Jahr.
Nun, nach der etwas langwierigen Herumfingerei hinter bzw. unter dem Krümmer und im Innenraum konnte ein Probelauf gestartet werden. Also: Standheizung kurz den Motor vorwärmen lassen (wer will schon nen Kaltstart?) und dann Zündschlüssel umgedreht.
Nachdem ich oben die Zuleitung zum Manometer entlüftet hatte, wagte ich einen Blick auf selbiges....
Fazit: Im Stand kalt bis zu 1,5 bar, im warmen Zustand rund 0,5 bis 1,0 bar. Bei Drehzahlen bis 5000 Touren geht die Anzeige gerade mal etwas über die 1,0bar-Marke.
Mit etwas bleicher Gesichtsfarbe stellte ich den Motor wieder ab und fragte mich, wie lange wohl der schon so läuft angesichts der laut tickernden Hydros... Ein Wunder, dass bei meinen letzten Autobahnfahrten der Motor wacker hielt.
Doch nun will ich der Ursache auf den Grund gehen. Wie kann das sein?
1. Ist die Ölpumpe am Ende ihrer Kräfte?
2. Ist das Überdruckventil im Kopf im Eimer? Könnte das so viel ausmachen?
3. Die Hydros werden wohl auch bei wieder normalen Öldruckverhältnissen nicht mehr leiser werden, oder? Sprich=kaputt!
4. Bei einem Ölpumpenwechsel darf ich wohl auch gleich Zahnriemen und Spannrolle mitwechseln, oder? Die dürften auch schon wieder 30.000 km drauf haben. Und bevor ich da wieder den alten drauftue...
5. Was gehört neben Zahnriemen und Spannrolle noch gemacht? War da nicht einmal vom Sicherungsstift die Rede, welcher zwischen Kurbelwelle und Zahnrad vorne beim GTi gerne bricht?
Zu meinem Auto möchte ich noch bemerken:
1. Laufleistung rund 170.000 km
2. regelmäßiger (5.000-10,000km-Intervalle) Ölwechsel mit Castrol 10W40 als Öl
3. 0,5-Liter-Ölkühler aus einem Bagger, der die Öltempereratur auf der Autobahn etwas bändigt
4. Externer Ölfilterhalter und externes Ölthermostat, da relativ wenig Platz im Motorraum war
Wenn also eine neue Ölpumpe fällig wird, heißt das im Klartext:
1x Ölpume neu
1x Zahnriemen
1x Spannnrolle
1x Satz Hydrostössel (sind wahrscheinlich 16 Stück, oder?)
1x Ventildeckeldichtung
ferner unter Umständen
1x Sicherungstift
?x Dichtung(en) etc.
außerdem unendlich viele Nerven und Zeit!
Mein 110mm-Fahrwerk kann ich dann derweil mal in den Wind schießen!
Ich hätte noch einen Reservekopf mit unbekannter Laufleistung. Könnte doch hiervon theretisch die Hydros verwenden in der Hoffnung, dass diese nicht so tickern, oder wäre das verschwendete Zeit? Wäre ja nur Ventildeckel runter und wechseln.
Vielleicht weiß ja auch jemand, wie es da preislich mit den ganzen Dingen aussieht. Machen kann ich das selber zusammen mit meinem Cousin, an Erfahrung mangelts da nicht. Lediglich die Suzuki-Ersatzteilpreispolitik bereitet mir schon wieder Kopfzerbrechen!
Liebe Grüße,
Christian!
[f5]Ich fange nie mehr was an einem Sonntag an![/f5]