Nach fast eineinhalb Jahren SX4 fahren ist es an der Zeit, einen kleinen Zwischenbericht abzugeben.
Seit August 2013 fahre ich nun einen Suzuki SX4 2.0DDiS 4x4 als Sondermodell "Style".
Das vorweg: im Allgemeinen bin ich mit dem Wagen sehr zufrieden!
Seit dem kauf habe ich knapp 70.000km heruntergespult mit einem Anteil von 80% Autobahn, 19% Stadt und Land und ca 1% Gelände.
Auf
der Autobahn liegt der Wagen gut und ruhig und wird auch bei höheren
Tempi nicht zu laut. Die im Fahrzeugschein angegebenen 180km/h
Höchstgeschwindigkeit
sind sehr vorsichtig geschätzt, die
realistische Höchstgeschwindigkeit liegt bei knapp unter 220km/h (GPS
Messung), die Tachonadel ist dann über den skalierten Bereich hinaus,
was
sehr interessant aussieht. Bei voller Fahrt genehmigt sich der SX4 dann
knapp elf Liter Diesel, was mich sehr positiv überascht hat.
Wenn
man es mit 120 bis 130 km/h und gesetzten Tempomaten gemütlich angehen
lässt, sind aber auch 5,3 Liter Diesel auf 100 km realistisch, beim
letzten Sommerurlaub auf langsamen Englischen B- Roads genügten sogar
4,4 l/100km.
In der Stadt (meistens München) sind die kleinen Ausmaße
und die höhere Sitzposition sehr praktisch, die schlechte Sicht nach
hinten kompensieren beim Einparken die Ultraschallsensoren, die ich von
Beginn an mitgeordert hatte. Der Aufpreis dafür betrug 359,52 Euro,
dafür wurden die Sensoren aber nicht lackiert. Am Anfang störte das zwar
die Optik, inzwischen hat man sich aber daran gewöhnt, insbesondere
durch die direkt darunter liegende schwarze Offroad- Beplankung.
Immer
positiv fällt das starke Drehmoment von 320 Nm auf, fast egal in
welchem Gang man ist, ein Druck aufs Gaspedal und ein starker Durchzug
ist das Resultat.
Dafür, dass der SX4 kein wirklicher Geländewagen
ist, schlägt er sich dort aber ganz hervorragend. Beruflich und privat
verlasse ich öfters mal die Straße und bin bis jetzt, toi, toi, toi, nie
steckengeblieben. Matschige Feldwege sind kein Problem, nur die 19,5 cm
Bodenfreiheit unter der vorderen Plastikschürze machten am Anfang zu
schaffen. Inzwischen ist das Plastik unter dem Motor durch einen
stabilen Unterfahrschutz ersetzt und der Wagen so vor Beschädigungen
geschützt. Mit ausgeschaltetem ESP und gesperrtem Mittendifferenzial
wühlt er sich so ziemlich überall durch. Nur im letzten Sommer kam ich
auf Gamsjagd in den Allgäuer Alpen an die Grenzen der Geländefähigkeit-
hier war der eh schon kurz übersetzte erste Gang immer noch zu lang,
eine ähnliche Übersetzung wie im Dacia Duster oder gleich eine
Geländereduktion hätten geholfen. Mit Schwung und diesmal
eingeschalteter Traktionskontrolle (ESP- Teilprogramm) kam ich trotzdem
weiter, nur die Reifen haben gelitten. Positiv fällt der mit 75 cm sehr
hoch und auch relativ gut geschützt angebrachte Luftansaugstutzen auf.
So traute ich mich in Dartmoor auch durch eine kleine Wasserdurchfahrt.
Kommen wir zu den, zugebener Weise kleinen, aber dennoch Nachteilen des SX4:
-Das im Kofferraum verarbeitete Plastik ist das kratzempfindlichste, dass ich aus einem Auto kenne.
-Seit
Kilometerstand ca. 40.000 quietscht der Fahrersitz. Die Werkstatt hat
schon mehrmals geölt, was aber nicht wirklich weiterhalf.
-Die
Sitzheizung kennt nur zwei Stellungen: Aus oder Brandheiß. Eine
Differenzierung wäre schön, schließlich unterscheidet man ein gutes
Steak ja auch in Rare, Medium
oder Well Done.
-Bereits seit dem
Kauf ist die im Navi integrierte Freisprecheinrichtung sehr launisch.
Mal ist die Gesprächsqualität hervorragend, meist jedoch versteht man
den Anrufer gut, man selber wird aber vor lauter Rauschen nicht
verstanden. Dieses Problem soll durch Austausch des ganzen Navis bald
behoben werden. Abgesehen davon ist das Navi (Serie im Sondermodell
"Style") wirklich empfehlenswert.
-Die Frontscheinwerfer sind der
mittelalterlichen Kerzenbeleuchtung nachempfunden. Abhilfe schafften
hier andere Birnen aus dem Zubehörhandel. Schade ist dennoch, dass ab
Werk kein Xenon orderbar war.
-Die Beleuchtung beim Rückwärtsfahren ist sehr schwach.
-Leider
ist die Rückbank weder verschiebbar, noch deren Rückenlehne in der
Neigung verstellbar, wie zum Beispiel beim Skoda Yeti. So bleibt der
Kofferraum konstant klein.
-Die Wartungsintervalle von 15.000 km sind für die heutige Zeit zu kurz.
-Der
vordere Böschungswinkel ist zu klein, das Problem lässt sich jedoch
meistens mittels schräg Anfahren des Hindernisses lösen.
Bis auf
diese kleinen Meckerpunkte bin ich wie gesagt, sehr zufrieden. Gerade in
Realation zum Preis ist der SX4 ein super Schnäppchen, besonders wer
über Jagdverbände oder der gleichen in Genuss der Rabattierung von 15%
bekommt. So kostete mein vollausgestateter SX4 (inklusive
Rückfahrwarner, Mittelarmlehne, Anhängerkupplung) nach Verhandeln gerade
einmal 19.799 Euro. Ein identisch ausgestatteter Skoda Yeti 4x4 kam auf
ca. 34.000 Euro.
Ausblick: Bis ca. 100.000 km werde ich meinen
SX4 auf jeden Fall fahren, dann gibt es zwei Möglichkeiten: Neuwagenkauf
(Entweder Grand Vitara oder Land Rover Freelander S TD4-> beide
haben mehr Platz als der SX4 und können mehr im Gelände) oder
weiterfahren bis dass der TÜV oder die Reperaturkosten uns scheiden (in
diesem Fall würde ich den SX4 jedoch höherlegen lassen).
Fahrzeuggeschichte:
08/2011 Erstzusallung
11/2011 Erste Inspektion 15000 km
04/2012 Zweite Inspektion 30750 km
04/2012 Austausch Windschutzscheibe nach Steinschlag 32000 km
07/2012 Austausch Windschutzscheibe nach Steinschlag 40800 km
08/2012 Dritte Inspektion 46000 km
10/2012 Bremsscheiben und -klötze vorne links und rechts erneuert 52000 km
12/2012 Vierte Inspektion 62000 km
01/2013 Sowohl Sommerreifen als auch Winterreifen müssen Ausgetauscht werden