Prüfung der Fahrtauglichkeit für alte Menschen: Ja/Nein

  • Hi!

    Nach dem schweren Unfall in Menden kommt die Diskussion wieder auf, das geprüft werden muss, ob ältere Menschen ein Fahrzeug beherrschen können und mit der heutigen Verkehrssituation zurecht kommen. Die Frage stellt sich, muss das sein?

    Meine Meinung: Ja.
    Erst einmal möchte ich auf das Argument eingehen, das junge Autofahrer auch oft auffallen und da müsste man ansetzen. Es wird ja schon gegen Raser vorgegangen. Einer der zu schnell fährt, bekommt eine hohe Geldstrafe evtl. muss er den Lappen für eine Zeit lang abgeben. Er wird also gut sanktioniert und wird sich überlegen was langsamer zu fahren. Die nette alte Dame, die mir vor 3 Jahren an einer Kreuzung in mein Auto gefahren ist, weil sie mich übersehen hatte, obwohl ich direkt vor ihrer Motorhabe stand, muss ein Bußgeld von 35€ bezahlen. Der Lerneffekt ist hier wohl nicht so gegeben, zumal die alte Dame sagt: "Ich fahre schon 45 Jahre Auto und noch nie ist was passiert." Das sie mittlerweile aber nur noch zum Einkaufen fährt, weil sie nicht mehr richtig gehen kann und im Jahr vielleicht auf 1000km
    kommt, während andere 15000km und mehr runter rasseln, macht das Argument hinfällig. In den letzten Jahren hat sich der Verkehr dermaßen geändert. Wenn man z. B. sagt: "Ich fahre 50000km im Jahr und das schon 10 Jahre Unfallfrei.", dann sagt das was aus.
    In einem Gespräch sagte mir mal ein ältere Herr, der wegen Arthrose eine Gehilfe hatte, er wüsste nicht, ob er die Kraft hätte eine Vollbremsung zu machen, aber er würde ja so vorsichtig fahren, das dies gar nicht nötig wäre. Da ich mittlerweile eine 2 Jährigen Sohn habe, macht mich diese Aussage eigentlich wütend. Hier muss unbedingt angesetzt werden und es müssen auch dringend Alternativen her. In Belgien ist es z. B. so, wenn da einer seinen Führerschein freiwillig im alter abgibt, bekommt für sein Leben freie fahrt für öffentliche Verkehrsmittel.
    Die Politik wagt sich meines Erachtens nicht an das Thema dran, weil ja die Rente mit 67 kommt und bei solchen Überprüfungen sich rausstellen könnte, wie viele alte Menschen dies gar nicht durchhalten können. Denn wer eigentlich kein Auto mehr fahren darf, muss schon stark eingeschränkt sein.

    Was meint Ihr? Pro/Kontra, Anregungen, Argumente

    Gruß Jörg

    P.S. Als Anhang der Schaden an meinem damaligen Auto

    In the beginning I looked around, but couldn't find the car I dreamt of, so I decided to build it myself. (Ferry Porsche)

  • Ich finde da ist schon was wahres dran. Ich hätte gestern fast nen Opi üüberfahren z.B. weil der meinte obwohl er rot hat es noch über die straße zu schaffen während ich bereits mit anfahren beschäftigt war :a_augenruppel: zum Teil fahren die älteren dann aber auch so Auto, dass sie mit 30kmh auf ner Landstraße fahren! Ebenfalls gestern passiert (was für Tag :sterne: ).. Die Reaktionen nehmen mit dem Alter deutlich ab, das lernt man heutzutage schon in der Fahrschule oder sonst irgendwo und ich finde aus diesem Grund und vielen weiteren sollte man da doch ab einem Gewissen Alter etwas machen um Sicherheit in den Straßenverkehr zu bringen..

  • Hey Jörg!!

    Ich bin da geteilter Meinung. Du hattest das Thema Jugentliche fahrer aufgegriffen. Fackt ist aber auch , dass prozentual die Unfallquote bei Fahranfängern am aller höchsten liegt. Ich denke nicht, dass bei Jugendlichen durch der Preis für das Ticket bei zu schnellem fahren ein Lernziel erreicht wird. Habe schon von vielen Jungen Menschen gehört, dass sie sowas eben in ihre Umkosten mit einberechnen. Ist zwar ein sehr engstirniges denken, aber so ist es eben.
    Natürlich bin ich auch der Meinung, dass der Reaktions sowie Anlhalteweg bei älteren fahrern zunimmt. Aber die Möglichkeit, dass diese Diferenz durch die Jahrelange Fahrerfahrung ausgeglichen wird, kann meiner Meinung nach nicht ausgeschlossen werden. Ein älterer fahrer rechnet z.B. mehr mit den fehlern anderer und kann in gewissen Gefahrensituationen angebrachter reagieren.
    Ich weiß nicht ob so ein Test angebracht wäre. Was ich für ratsam fänd, dass bei allen älteren Bürgern, die sich sehr auffällig im Verkehr verhalten eine art Reaktionstest gemacht werden sollte. Klar sind wir dann wieder bei der frage: "Muss denn erst was passieren?" Aber ich denke, dass man so eine Gewisse Kostendämpfung erreichen würde. Wollte damit sagen, dass wenn ältere Menschen beispielsweise einen kleinen Auffahrunfall verursachen würden, ein Test über die Fahrtüchtigkeit gemacht werden sollte. Dann kann man bei EXTREMFÄLLEN immer noch ein Fahrverbot erteilen.
    Zudem denk ich, dass dieser Unfall in Menden keine Diskusion auslösen darf!! Der Unfallfahrer hat bislang noch nicht zur Sache ausgesagt und sich einen Anwalt genommen. Es ist die rede von einem Wutausbruch aufgrund eines streits mit seiner Frau!! Nur zur Info: Ich wohne direkt in Menden (Sauerland)

    LG Gottschi!!!

  • Ich sage zu 100% JA!! Überlegt mal, Busfahrer müssen alle fünf Jahre ihre Eignung testen lassen, Lkw-Fahrer ab dem 50. Lebensjahr - und wer sagt, dass normale Pkw-Fahrer nicht auch eine Gefährdung sein können? Beispiel aus meiner Gegend: diese Woche is ein alter Mann (über 70) als Geisterfahrer auf die Autobahn - über 32 km! So lange hat die Polizei gebraucht, ihn endlich aufzuhalten. Der hat den Polizisten, die ihm entgegenkamen um zu warnen, sogar noch Lichthupe gegeben! Und dann einfach nix gesagt, als er befragt wurde zu den Gründen für die Geisterfahrt - es war ein echtes Wunder dass da nichts passiert ist.

    Also ich finde die Argumentation, dass jüngere mehr Unfälle verursachen, absolut schwach. Vor allem, wenn man das in die richtigen Relationen setzt - wieviele Kilometer werden denn von jungen Fahrern zurückgelegt, wieviele von den alten?? Und wenn man das mal im richtigen Verhältnis (!) sehen würde, denke ich, kämen die älteren nicht mehr so gut weg. Weil sie eben wesentlich langsamer reagieren, schlechter hören, sehen usw. Und weil sie auch - wie Stillmatic schreibt - z.B. sehr langsam auf Landstraßen unterwegs sind (aus Unsicherheit!) und damit zum Überholen meines Erachtens sogar nötigen, denn kaum jemand fährt doch freiwillig mit 40 oder 50 km/h auf ner gut ausgebauten Bundesstraße hinter so nem Opa oder ner Oma her.

    Das Argument "ich fahr seit 50 Jahren unfallfrei" gilt auch nicht, da die Fahrleistung bestimmt mit dem Alter immer mehr abgenommen hat und vor allem weil die anderen auf diese Personen mit aufpassen. Und wie Jörg schreibt, weil sich vor allem auch der Verkehr und die Anforderungen an den Fahrer in den letzten Jahren sehr verändert haben - alles wird wesentlich komplexer. Abgesehen davon sind viele von den älteren Verkehrsteilnehmern mit der Bedienung ihres eigenen Wagens schon überfordert... Geschichte von nem Freund, der Polizist ist:

    Hat nen Wagen angehalten, weil der mit Nebelscheinwerfern unterwegs war. Dicker 5er Bmw, am Steuer ein 80jähriger. Der hat dann erklärt, er hätte gar keine Nebelscheinwerfer! Er ließ sich nicht mal von seiner eigenen Bedienungsanleitung überzeugen... und als er auf die Kontrollleuchte im Armaturenbrett aufmerksam gemacht wurde, sagte er, er wollte eh demnächst wegen diesem Fehler in die Werkstatt fahren... is das nicht krass?

    Ich bin dafür, dass ab spätestens dem 60. Lebensjahr wirklich überprüft werden sollte, ob man noch tauglich ist, am Straßenverkehr als Fahrzeugführer teilzunehmen.

    Aber wie schon Jörg gesagt hat - die Politik traut sich nicht, da Deutschland eh langsam überaltert... schade. Und was ist, wenn ein Rentner ein Kind totfährt...?

    In diesem Sinne

  • Hallo,

    Sowas muss man eigenlich garnichtmehr diskutieren. es weiss ja eigentlich jeder bescheid. alte leute schleichen, und können zum teil nicht richtig reagieren und sind überfordert. hingegen die jungen sind sich ihrer sache sicher und rasen durch die strassen, mit fatalen folgen. jedoch muss man auch langsam am anderen ende der alterskette ansetzen, was ich zum teil auf der strasse erlebe ist shockierend. ältere leute die IM KREISEL anhalten um einen hineinfahrenden vortritt zu geben. im kreisel jedoch dem verkehr von links den vortriit nehmen. viel gefährlicher wirds auf der autobahn. da hat mich eine dame in lebensgefahr gebracht, nur weil sie nicht auf die beschilderung und den verkehrsfluss geachtet hat.

    ansätze gibts es viele. die variante mit dem gratis ÖV bei freiwilliger abgabe des führerscheins gefällt mir. auch denkbar wäre für einige, eine fahrerlaubniss für ein bestimmtes rayon.

    Aber die einzige Lösung ist und bleibt eine ärtzliche kontrolle durch eine amtliche stelle sowie eine probefahrt mit einem experten. nur so kann die tauglichkeit festgestellt werden. und die prüfungen müssen ab einem gewissen alter periodish zunehmen.

    Auch in der schweiz wird das Problem schon längers thematisiert, hier eine Analyse des Kt. Zürich Analyse PDF


    greez oishi

  • Ja ich denke auch, wenn wir das hier versuchen zu diskutiere, könnte es nur zum Streit führen, weil so viele verschiedene Meinungen aufeinander treffen.

    Gut, dass es HOCH Dutierte Leute dafür gibt, sich Gedanken darüber zu machen, die dafür ne Menge Geld verdienen!!!

    Ich versuch mich nur in die Lage dieser Altersgruppe zu versetzen. Wenn ich ca 40 Jahre Auto gefahren bin und dann kommt einer daher und nimmt mir den Führerschein ab, weil er der Meinung ist ich könnte kein Fahrzeug mehr führen. Ich weiß nicht.... So vernarrt wie ich ins Autofahren bin, ich glaub ich würd zu Grunde gehen!!!

    Und ich sag mal, dass Junge Leute mehr Auto fahren, kann ich mir nicht vorstellen. Wie Jörg schon sagte. Die Rente wird immer weiter hoch gesätzt. Wie viele Menschen mit 60 Jahren haben wir auf den Starßen, die immernoch ihrer Arbeit nachkommen und dafür edliche killometer zurück legen?? Wir haben nunmal ein großen Anteil an "alten" Mitbürgern in Deutschland und nur ganz wenig Junge!! Die Statistiken wiederlegen das!!

    LG

  • Das wegnehmen der Fahrerlaubnis sollte natürlich nur unter strengen Voraussetzungen erfolgen und nicht einfach Grundsätzlich, ab einem bestimmten Alter. Wie bereits erwähnt wurde, dafür sind Experten da. Aber es muss was passieren.

    Gottschi1986
    Hier muss man Unterscheiden zwischen Vorsatz (Ich setzte mich in mein Auto und gebe Gas ohne Rücksicht auf Andere.) und Fahrlässigkeit (Ich setze mich ohne mein Reaktionsvermögen zu kennen in mein Auto und komme schon irgendwie an.)
    Ich fahre selber gerne und schnell Auto, nur wenn ich durch mein Alter bedingt mein Auto nicht mehr schnell und sicher bewegen kann, dann macht das ganze auch keinen Spaß mehr.
    Meinem Vater geht es so. Der hat immer Sportwagen gefahren. Er ist erst 60 und hat mittlerweile keinen Spaß mehr dran und sogar Angst auf die Autobahn oder im Dunkeln zu fahren, obwohl er meiner Meinung nach noch sehr sicher fährt.

    Gruß Jörg

    In the beginning I looked around, but couldn't find the car I dreamt of, so I decided to build it myself. (Ferry Porsche)

  • Nabend zusammen!
    Durch meinen Opa, der nun nur 5 Jahre nach beginn an seiner Altersdemenz gestorben ist, habe ich es selber mitbekommen. Mein Opa und ich sind öfters im Monat zusammen für unsere Aquarien ein bisschen einkaufen gefahren. Mein Oper fuhr beruflich als Bauaufseher Baustellen ab, er legte sehr viele km zurück und fuhr auch immer Unfallfrei. Er ging mit 60 Jahren in die Rente und auch danach, war er immer sehr überzeugt er wäre ein sehr guter fahrer.
    Schon mit 65 war merkte ich, er fuhr immer unsicherer. Schließlich kam es sogar dazu, dass er zum Beispiel beim linksabbiegen den andern die Straße abschnitt oder generell anfing Stoppschilder zu überfahren. Aber nur, weil er auch nicht mehr genau wusste was diese beudeuten.
    Ich war derzeit 15 Jahre alt und fuhr täglich Roller und kannte mich somit schon sehr gut im Straßenverkehr aus. Ich berichtete dies meinen eltern, und nach langer diskussion ist er dann mit meinem Vater mal eine Runde gefahren. Nach langem hin und her ich glaube es waren 3 Monate gab er dann auf Drängen seiner fast ganzen Familie freiwillig den Führerschein ab.
    Meiner meinung nach gibt es eine Menge fahrender Zeitbomben auf unseren Straßen, mein Opa ist das beste Beispiel!
    Viele Rentner sind mit ihrer Frau unterwegs oder nehmen auch mal die Enkelkinder mit, also sollte sobald es so heftig wird wie zum Beispiel bei meinem Opa das schon auffallen. Ohne das der Staat es kontrollieren muss.
    Ich denke auch viele Leute werden auch wenn sie selber merken, das sie so unsicher werden, das sie dinge im Straßenverkehr übersehen oder rumschleichen müssen auf ihre Vernunft appelieren und kein Auto mehr fahren, aber leider gibt es ja zu überzeugte "alte" Fahrer, die halt selbst mit 80 noch sagen sie fahren bestens Auto.

    Ich finde das eine klasse idee, den leuten auf freiwillige Basis was kostengünstiges oder alternativen umsonst anzubieten, ich denke das sehr unsichere Fahrer solch ein Angebot gerne annehmen, sie gefährden ja schließlich nicht nur andere sondern auch ihr leben!

    Gruß Marvin

  • marvin: Also die Anzahl der menschen die an Altersdemenz erkranken und dies bewusst mitbekommen ist wirklich sehr gering. Meistens merken sie es garnicht was für das Krnakheitsbild auch nur vom Vorteil sein kann, da sie sonst in schwere Depressionen verfallen.

    @ Jörg: Siehe dein Vater, er hat es gemerkt und ich denke für ihn als leidenschaftlicher Sportwagen fahrer ist es doch sicherlich sehr schwer damit umzugehen.

    Deshalb hatte ich ja schon geschrieben, dass ältere Menschen, die sich Beispielsweise auffällig im Straßenverkehr verhalten von der Polizei zu einem Test geladen werden sollten, bevor schlimmeres passiert. Ich spreche nich zwingend von Auffälligkeiten wie z.B. zu schnelles fahren oder so. Ich meine schleichen, den rückwertigen Verkehr nicht beobachten usw.

    Wir können über die Sache an sich gut diskutieren. Aber was alles damit verbunden wäre, ich denke dass wir uns da kein Bild von machen können. Was ist wenn viele den Führerschein abgeben müssten?

    - Wie gut ist das Netz der öffentlichen Verkehrsmitteln in machen Regionen?

    - Renter fahren meist günstiger mit Bus und Bahn. Könnten die Gesellschaften die Preise halten?

    - Müssten weiter Busse eingesätzt werden um den großen Andrang zu gewährleisten?

    - Was ist mit der Gruppe die aufgrund einer Gehbehinderung das öffentliche verkehrsmittel nicht mehr erreichen?

    - Wer führt diese Tests durch und wer bezahlt das alles?

    Klar bin ich auch der Meinung, dass etwas passieren muss. Aber ich denke ich kann niemandem den Führerschein weg nehmen oder ihm zum test laden der sich noch nie etwas zu Schulden kommen lassen hat.

    Wie gesagt: Fahrauffälligkeit -> geringes Bußgeld und Test der Fahrtüchtigkeit!!!

    So fänd ichs richtig.

  • Hallo, das Thema wurde auch in anderen Foren schon diskutiert.
    Zu mir - ich bin 56 und fahre beruflich bedingt zur Zeit 20.000 km p.a. Tendenz steigend. Und ja, ich reagiere natürlich nicht mehr so schnell, wie noch vor 30 Jahren. Aus dem Grund reagiere ich seltener, aber dafür agiere ich sehr viel öfter. Bedeutet: ich warte nicht, bis ein anderer etwas tut und reagiere darauf, sondern ich sehe die Situation, meine bisherige Erfahrung sagt mir, was er gleich tun könnte, und bereite meine Aktionen auf die möglichen Alternativen vor, die in Frage kommen. Deshalb ist mein rechter Fuß oft schon auf dem Bremspedal, bevor der andere rauszieht, denn wenn er hinter einem anderen am Mittelstreifen klebt, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, das er gleich rausziehen wird. Wenn also mitunter ein 80jähriger überfordert zu sein scheint, kann es auch daran liegen, das er zu viel Erfahrung hat, zu viele Alternativen möglich sind und nicht genug Zeit ist, sich für die richtige Aktion zu entscheiden. Will man einem Menschen zu viel Erfahrung vorwerfen?

    Auf einen Punkt wurde hier noch nicht eingegangen: es ist schon seit Jahren möglich, ältere Fahrer einer Fahrtauglichkeitsprüfung zu unterziehen, wenn sie verkehrsgefährdend aufgefallen sind.

    Jemand schrieb, das ein 80jähriger in seinem 5er davon überzeugt war, keine Nebelscheinwerfer zu haben - und fand die Situation krass.
    Ich finde die Situation keineswegs krass. Er hatte keine bestellt, weil er keine wollte. Es sind trotzdem welche drin, aber das interessiert ihn nicht, weil er keine bestellt hat. Vergleicht mal ein aktuelles Armaturenbrett mit einem von 1950 oder 1960: Tacho, Temperatur- und Spritanzeige und Kontrolllampen für Öl, Lichtmaschine, Fernlicht und Blinker - das war alles. Mehr brauchte man auch nicht und will es demzufolge auch nicht haben. Diesen ganzen Informations-Overkill gibt es erst, seit immer mehr Teile eingebaut werden, die kaputtgehen können und das dann auch anzeigen müssen, bzw. vorher anzeigen müssen, das sie noch i.O. sind. Und da der Mensch ja oft auch die Entscheidung An/Aus selber fällen will, sind aus 3 bis 5 Schaltern 20 bis 30 geworden, die eigentlich niemand wirklich braucht. Obwohl ich meinen SX4 nicht alleine fahre, wird an den Einstellungen trotzdem nur wenig verändert, wozu auch?
    Ich will mich nicht mit den technischen Möglichkeiten meines Autos auseinandersetzen. Ich will damit fahren und nur das nutzen, was ich brauche. Wenn der Wagen mehr kann, obwohl ich das nicht haben wollte, interessiert mich das nicht. Schliesslich fahre ich nur Auto und fliege keinen Airbus.
    Ist wie mit dem Handy - ich will damit telefonieren, und vielleicht 2 SMS pro Monat versenden. Das es fotografieren, filmen, Musik abspielen usw. kann interessiert mich nicht. Wenn ich Musik hören will, mache ich daheim die Steroanlage an. Ja Stereo - diese Multifunktions-Super-Dolby-Surround-und-was-weis-ich-Geräte können wahnsinnig viel, aber kein aktuelles Gerät, nicht mal für 10.000 Euro kann das, was mir wichtig ist.
    Es wundert mich nicht, wenn ältere Fahrer durch die Vielzahl an Informationen vom wesentlichen abgelenkt werden - vom Verkehr.

    Zuletzt möchte ich noch Gottschi beruhigen: das öffentliche Verkehrsnetz wird sich nicht verbessern - eher im Gegenteil.
    Es müssen auch keine zusätzlichen Fahrzeuge eingesetzt werden. Der grosse Ansturm auf die öffentlichen Verkehrsmittel fällt aus, denn wer nicht mehr in der Lage ist, ein Auto zu bedienen, wird auch mit den Fahrscheinautomaten nicht zurechtkommen, mit denen hier vor Ort komme ich schon nicht mal mehr klar. Ein Grund mehr, weiterhin Auto zu fahren.

    Die Kehrseite: noch mehr alte Menschen werden einsam in ihrer Wohnung hocken, bis Nachbarn sich über den Geruch beschweren.

    Glücklich sein kann, wer Kinder hat, die das Wort Familie noch kennen ...

    Heute schon deine Lieben umarmt?

    Tu es bevor es zu spät ist!

  • Zitat


    Original von Stillmatic:
    Ich finde da ist schon was wahres dran. Ich hätte gestern fast nen Opi üüberfahren z.B. weil der meinte obwohl er rot hat es noch über die straße zu schaffen während ich bereits mit anfahren beschäftigt war


    Nicht bös gemeint und auch nicht gegen dich persönlich, aber:
    wie kann man mit anfahren beschäftigt sein? Das ist ein automatisierter Vorgang. Das macht man einfach, ohne sich damit beschäftigen zu müssen. Vielleicht noch nicht genug Erfahrung?

    Zitat


    Original von Stillmatic:

    Die Reaktionen nehmen mit dem Alter deutlich ab, das lernt man heutzutage schon in der Fahrschule oder sonst irgendwo und ich finde aus diesem Grund und vielen weiteren sollte man da doch ab einem Gewissen Alter etwas machen um Sicherheit in den Straßenverkehr zu bringen..

    Das macht man nicht erst ab einem gewissen Alter, sondern sollte schon in der Fahrschule beginnen:
    nennt sich Erfahrung sammeln, um nicht mehr reagieren zu müssen, sondern agieren zu können.


    Am gefährlichsten sind weder Alte noch Fahranfänger - sondern jene, die glauben, sie könnten es jetzt, und hätten ihr Fahrzug immer im Griff. Ein fataler Irrglaube ...

    Heute schon deine Lieben umarmt?

    Tu es bevor es zu spät ist!

  • @ Han Omag: Find es auf jeden Fall erstaml super, dass sich jemand etwas erhobenen alters hier einklingt!!

    Gebe dir in gewissen Punkten auch vollkommen recht. Fänd aber weiterhin, dass die Kollegen von der Polizei mehr spielraum haben sollte zu solchen Tests zu laden. Ob neuwertiger schnick schnack oder nicht. Wenn ich mich für ein Auto, ein Elektrogerät oder sonstwas interessiere, dann sollte ich das auch tun. Wenn ich mir ein neues Auto kaufe (bei meinem Swift ging das der hat nicht viel Technik) dann öffne ich doch am ersten Tag, vor der ersten Fahrt das Handschuhfach und lese die Bedienungsanleitung. Ich muss doch wissen was ich da fahre, wie ich mich im Schadefall bei Fehlermeldungen oder sonst was zu verhalten habe. Als Beispiel hatte ich bei meinem alten Ford oftmals "ESP Systemfehler" im Bordcomputer stehen. Wenn ich nciht weiß, was das bedeutet dann gefährde ich vieleicht noch andere Verkehrsteilnehmer, weil plötzlich mein Auto anders reagiert. Was jemand mit seinem Handy macht oder nicht, das ist iohm selbst überlassen. Er verstößt damit gegen kein gesetz wenn er keine Fotos damit macht. Fährt aber ein Bürger mit Nebelscheinwerfern, dann begeht er eine Ordungswiederichkeit. Und warum? Weil er kein Interiesse zeigt für das was er da fährt. Okay viele jungen Leute machen das auch (was ich im übrigen total Affig find) Aber die wissen jedenfalls das sie welche haben, weil sie sich damit befassen. Wenn ich doch als älterer Mensch darauf verzichten kann und das nicht brauche, warum fahren dann immer mehr den größten High Teck Schnick Schnack von beispielsweise Mercedes??

  • @ Gottschi 1986:

    die Kollegen von der Polizei haben bereits genug Spielraum, sie müssen ihn nur nutzen.
    Ich interessiere mich durchaus für Technik, aber (wieder mal) meine Erfahrung sagt mir: bis ich das Sch**** Handbuch verstanden habe, weis ich auch so, wie das Ding funktioniert. Aus dem Grunde liegt das Handbuch meines SX4 immer noch unangetastet im Handschuhfach. Ich weis also gar nicht, ob dieses Exemplar ausnahmsweise verständlich verfasst wurde, werds aber bei Gelegenheit mal prüfen.
    Aber keine Angst: ich weis auch so, wo ich die Nebler einschalte, wann und warum mein Hintern warm wird und wie das serienmässige Navi zu bedienen ist.
    Ich weis auch, das das ABS eingeschaltet ist, obwohl ich es noch nie gebraucht habe: ich bremse nämlich gut 30 Prozent seltener, als die Leute vor mir und bin dennoch keinem im Weg, weil ich Motor und Getriebe nutze, anstatt die kurzlebigen Bremsen runterzurubbeln (bei 55.000 den 2. Satz Scheiben und 3. Satz Beläge vorne - wer SX4 Diesel fährt, kennt das Problem vielleicht), und ich habe mich schon mehrfach ein wenig geärgert, wenn das ESP unnötigerweise dazwischen mault.

    Zuletzt eine Frage: welchen Mercedes gibt es denn derzeit ohne Schnickschnack? Manche Leute haben sich eben auf eine Marke eingeschworen, oder wollen auch ein bischen Komfort (egal bei welcher Marke), sich aber nicht mit dem ganzen Zeug befassen müssen.
    Schau dir doch die Ausstattungspakete sämtlicher Hersteller einmal genauer an. Nirgendwo kriegst du genau das, was du haben willst, ohne etwas mitkaufen zu müssen, was du deiner Meinung nach nicht brauchst, es sei denn, du lässt dein Auto nachträglich nachrüsten, was
    1. oft teurer ist, als gleich das ganze Paket
    2. mitunter gar nicht möglich ist, weil Produkt A nur nachgerüstet werden kann, wenn Produkt B bereits vorhanden ist.

    Und dann gibt es mitunter auch mal Leute, die wollen sich einfach nur mal was gönnen. Also her mit der Vollausstattung - egal was da alles drin ist.

    Ich habe Nebellampen nie gebraucht, werde sie voraussichtlich auch in Zukunft nicht brauchen (sagt mir wieder mal meine persönliche Erfahrung), aber es war eine reine Rechenaufgabe: das was ich haben wollte, gab es zu dem Preis beim SX4 Diesel nur in der Vollausstattung, inclusive Nebelleuchten. Nun sind sie da, aber ich brauch sie nicht, und mein Sohn gehört auch nicht zu jener Sorte "Jungfahrer" die sich über eingeschaltete Nebelleuchten profilieren müssen.
    Ich würde gerne meinen F45, einen Opel Commodore A GSE oder ähnliches fahren. Leider lässt mein Beruf, sowie der Umweltwahn einiger das nicht zu ...

    Heute schon deine Lieben umarmt?

    Tu es bevor es zu spät ist!

  • Zitat


    Original von rick:
    da brauch man nich groß rumdiskutieren............JA!!!!!!!!!!!!!!!!!!


    Aufgrund der aktuellen Gesetzeslage muss man das sehr wohl diskutieren.
    Du kannst nicht Leute nur aufgrund ihres Alters unter Generalverdacht stellen. Das erlauben die geltenden Gesetze ebenso wenig, wie alle Männer als potentielle Vergewaltiger einzustufen, nur weil sie das "Werkzeug" dazu haben.

    Leute, die aufgrund ihres Alters nicht mehr zum führen eines Kfz geeignet sind, können schon jetzt "aus dem Verkehr gezogen werden" wenn sie auffällig geworden sind.

    Die "Probezeit für Fahranfänger" ist insofern etwas anderes, weil sie nicht an das Lebensalter gebunden ist, sondern auch für z.B. 40jährige gilt, wenn sie Fahranfänger sind. Da geht es um noch nicht vorhandene Verkehrserfahrung, die man anfangs unterstellt. Wer sie dennoch hat, muss sich trotzdem danach richten.

    Heute schon deine Lieben umarmt?

    Tu es bevor es zu spät ist!

  • Ich finde die Idee aus Belgeien mit Führerschein abgeben und auf Lebenszeit umsonst mit öffentlichen zu fahren an sich gut. Aber wie schon erwähnt, die Automaten sind nicht für jeden verständlich. Dazu kommt noch, dass so manch älterer Autofahrer auf sein Auto schwört und "mobil" bleiben will. Stellt euch vor, ein 70 Jähriger will die Verwandschaft besuchen. Er muss sich ein Ticket kaufen, die Tasche tragen und vielleicht noch umsteigen. Für manch einen ist das zuviel.

    Meine Mutter ist knapp über 50 und ich halte es machmal für sehr sinnvoll, wenn sie einfach mal das Auto stehnlassen würde. Beim starten des Motors gibts erstmal einen schönen Gasstoß bis 5000U/min (hab ihr schon x-mal gesagt, dass das dem Motor schadet und man das heutzutage nicht mehr braucht, sie machts aber immer wieder), auf der Landstrasse wird gebremst wenn ihr ein LKW entgegenkommt. In der Stadt wird sie geblitzt und auf der Autobahn fährt sie mit 110km/h. Mein Vater fährt eig. sicher Auto, aber er gefährtet den Straßenverkehr durch seine Sparmaßnahmen. Im Winter werden Sommerräder gefahren und er hat sein 200.000km die ersten Stoßsämpfer drin (Mitzubishi Galant 2,5l V6 mit 160PS und Vmax. von 225km/h). Ich bin das Auto von einem Jahr das letzte mal gefahren und das war kein Spaß sag ich euch, das is gefährlich.


    Damit will ich sagen, dass man immer vom einzelnen Fall ausgehen muss.

    Zum Thema keine Ahnung von Technik im Auto: Ich finde es nicht so tragisch, wenn man mit 70 oder älter nicht alle Knöpfe im Auto kennt. Solange man das Auto noch sicher bewegen kann und niemanden mit seiner Fahrweise behindert. Ich finde es peinlicher, wenn man sich in seinen besten Jahren in einer Namenhaften RTL-Sendung einen Lamborghini Murcielago kauft und nicht weiss wo der Motor sitzt.:lach:

    SAVE THE RING

  • Hier stellt sich aber auch die Frage, was heißt Erfahrung beim Autofahren? Ich würde da differenzieren. Um ein Auto in allen lagen zu beherrschen, braucht man Selbstverständlich Erfahrung aber auch Reaktionsvermögen. Diese Erfahrung kann man von Anfang Sammeln. Da sich aber der Straßenverkehr in den letzten Jahren dermaßen verändert hat, muss man Erfahrung mit dem Umgang des heutigen Straßenverkehr sammeln. Und hier heißt es Kilometer fahren. Stadt, Landstraße und Autobahn. Als Berufstätiger ist das kein Problem. Es ist halt so, dass viele Rentner einfach diese Kilometer nicht mehr fahren, um fit im Straßenverkehr zu sein. Und dazu kommen dann noch die gebrechen, wie verminderte Reaktionsfähigkeit, bei Wirbelsäulenprobleme fällt dann zum Beispiel der Schulterblick weg. Arthrose im Knie kann bedeuten, das nicht mehr genügend Kraft für eine Vollbremsung aufgebracht werden kann. All das sollte geprüft werden und das kostet natürlich alles Geld, aber wer will schon abwiegen, was ein Menschenleben kosten darf. Davon abgesehen bezahlen Autofahrer eh genug Steuern. Da wird sich was finden lassen.

    Gruß Jörg

    In the beginning I looked around, but couldn't find the car I dreamt of, so I decided to build it myself. (Ferry Porsche)

  • Zitat


    Original von Han Omag:
    Nicht bös gemeint und auch nicht gegen dich persönlich, aber:
    wie kann man mit anfahren beschäftigt sein? Das ist ein automatisierter Vorgang. Das macht man einfach, ohne sich damit beschäftigen zu müssen. Vielleicht noch nicht genug Erfahrung?

    Habe die ganze Situation sehr grob beschrieben da es mir mehr ums Prinzip (Opa läuft über eine rote Ampel) ging als um das ganze drum herum.. Ich hatte rot und sah den Opa los"rennen" der ebenfalls rot bekommen hatte. Meine Ampel schaltete auf grün und als ich anfahren wollte (Fuß auf Kupplung, erster Gang rein, Fuß richtung Gas) war er in etwa nen halben Meter von meiner Motorhaube entfernt. Also wieder schön auf Bremse etc.. Im Endeffekt sind das Sekundenbruchteile aber man ist doch trotzdem in diesen Sekundebruchteilen beschäftigt^^

    Zitat


    Original von Han Omag:
    Das macht man nicht erst ab einem gewissen Alter, sondern sollte schon in der Fahrschule beginnen:
    nennt sich Erfahrung sammeln, um nicht mehr reagieren zu müssen, sondern agieren zu können.

    Logisch, ich meinte, man lernt in der Fahrschule, dass man mit zunehmendem Alter langsamer reagiert..

  • Du kannst doch nicht damit beschäftigt sein... wie Han Omag schon sagte... das ist automatisch...oder so sollte es sein... sodass man sich auf das konzentrieren kann was unvorherbar ist... also was der opa da macht... und da bewegt sich das bein automatisch von gas zu bremse ... so ist das zumindest bei mir !