Sicher ist bei guter Auslastung eine Werkstatt kein Verlußtgeschäft. Aber ganz so einfach ist die Rechnung halt doch nicht. Das geht schon beim Monteur los. Gehen wir mal von 3000€ Brutto aus, dann sind das per anno 36T€. Dazu kommen die AG-Anteile von gut 1/4, also Summe 45T€. Dazu noch Berufsgenossenschaft, Lohnbuchhaltungskosten, Umlage Lohnfortzahlung, Urlaubs- und Weihnachtsgeld, BUS-Dienst usw.. Erhöht die Summe auf gut 55T€. Neben den Monteuren braucht es aber noch Verwaltungsangestellte (Empfang, Material) und kontrollierende Meister. Auch an die Reinigung ist zu denken, ebenso sind in den Werkstätten die Geräte (Druckluftanlagen, Elektrogeräte etc.) regelmäßig von meist externen Prüfern abzunehmen, bei angestellten Prüfern fällt deren Lohn und Weiterbildung an. Auch die Monteure und Servicekräfte müssen per regelmäßigen Schulungen auf den neuesten Technikstand gebracht werden. Die Werkstatttechnik sowieso, Diagnosegeräte, Spezialwerkzeuge usw.. Und dann kostet das Gebäude noch einiges, Miete und/oder Instandhaltung, Betriebskosten Wasser, Strom, Heizung, Versicherung. Auch wenn diese Kosten nur anteilig auf einen Monteur/Arbeitsplatz umgelegt werden, summiert sich das Ganze schnell auf eine 6-stellige Zahl. Dann wird es selten eine 100%ige Auslastung der Arbeitsplätze geben, Schichtdienst ist eher selten, und wenn bessert das nur die Raum- und Technikkosten wie Miete und Abschreibung. Die Betriebskosten für Energie/Wasser, wie auch die Anteile der Mitarbeiter im "Tresenbereich" steigen mit.
Dann stellen die Hersteller auch noch ganz spezielle Forderungen an das optische Outfit der Räume und zu guter Letzt möchte das Finanzamt am Gewinn beteiligt werden. Habe über 3 Jahrzehnte ein Kleinunternehmen geführt, weiß also von was ich schreibe, auch wenn es in einer anderen Dienstleistungsbranche war. Aber im Endeffekt stehen alle Unternehmer vor dem Problem der hohen Lohnnebenkosten, Abgaben, Prüfanforderungen und können andererseits im Wettbewerb die Kosten nicht vollumfänglich weiterreichen. Das geht bei den monopolartigen Premiummarken schon etwas besser, zumal die Kundschaft ja solvent ist oder aus Prestige so tut.
Insofern wird der Unternehmer zwar nicht unbedingt weniger Einkommen haben, als seine Angestellten (mittlerweile aber auch nicht mehr die Ausnahme), aber selten hat er eine 40h-Woche, realistischer sind über 60h, zudem trägt er das komplette unternehmerische Risiko, bei GBRs und OHGs auch mit seinem Privatvermögen. GmbHs und ähnliche Gesellschaftsformen haben da zwar eine Risikogrenze, dafür sind aber wiederum weiterreichende Auflagen und Abgaben zu tätigen.