Der Hutfahrer-Lichttest (H7)!
Nun denn! Meine 1,3 MPix-Digitalkamera ist ca. 8 Jahre alt. Es wurde statisch mit Blende 6 fotografiert. Zudem vorher der Weißabgleich auf Halogenlicht, auch statisch. Alle Aufnahmen sind also mit identischen Einstellungen entstanden. Projektionsfläche ist eine weiße Rauhfasertapete. Sie ist fabrikgeweißt.
Als Scheinwerfer diente ein verunfallter Scheinwerfer eines Golf 4. Ihm fehlen sämtliche Aufhängungen am Gehäuse, die bei einem Wildunfall herausbrachen. Ansonsten ist alles dran und funktionsfähig. Der Scheinwerfer ist ein Hella-Produkt. Die Versorgungsspannung wurde über 2,5 mm²-Kabel angelegt. Sie kam aus einem stabilisierten Labornetzteil und wurde auf die im Auto von den Herstellern vorgegebenen 12 V eingestellt. Das Netzteil regelt sehr schnell und stabil nach. Insbesondere die blaue Fraktion der Scheinwerferlampen legt ab 13,5 V richtig zu, während sie bei 12 V teilweise ziemlich finster wirken.
Ich habe die Bilder thematisch zusammengestellt, um einen Vergleich zu ermöglichen. Um das Bild der Ausleuchtung nicht zu verfälschen habe ich die Aufnahmen alle zunächst auf modemfreundliche 25 % verkleinert, dann ausgeschnitten und in einem Übersichtsbild zusammengesetzt. Es diente das Windowsprogramm Paint.
Tafel 1 - Standardlampen
1 - Philips Premium, 2 - Osram Standard, 3 - GE Standard, 4 - Narva Standard, 5 - Unitec Standard
Subjektive Bewertung: Die Philips Premium (1) enttäuscht mich etwas. Die versprochenen 30 % mehr Licht sind nicht zu finden. In diesem Test die gefühlt dunkelste Lampe. Lichtverteilung konzentriert sich auf einen Punkt in der Mitte. Nach links wirft sie (beabsichtigt) recht wenig Licht. Lichtfarbe ziemlich warmweiß. Die Osram (2) wirkt minimal heller. Lichtverteilung etwas weniger konzentriert und der rechte Rand kriegt meines Erachtens mehr Licht ab. Dürfte auf dem Seitenstreifen für mehr Sicht sorgen. Lichtfarbe subjektiv leicht ins rötliche kippend. Die GE-Lampe (3) wirkt zunächst noch ziemlich hell, täuscht aber das Auge, da sie ihr Licht ziemlich gebündelt in die Mitte wirft. Sie gibt auch wenig Licht nach rechts. Lichtfarbe etwas kälter als die anderen Lampen. Die Narva (4) wirft ihr Licht ebenfalls in die Mitte, gibt aber mehr Licht auf den rechten Bereich. Lichtfarbe minimal wärmer als die GE. Die in vielen Baumärkten angebotene Unitec-Lampe (5) schlägt sich meines Erachtens nicht schlecht. Schön breite Lichtverteilung, die auch den Seitenstreifen genügend berücksichtigt und eine fast neutralweiße Lichtfarbe. Die breite Lichtverteilung kommt mit Sicherheit von der größten Glühwendel (Länge und Wicklung) aller Lampen in diesem Test. Man kann erfreulicherweise aber sagen, daß alle Lampen eine einwandfreie Geometrie der Glühwendel bieten und keine den Gegenverkehr blenden dürfte.
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Tafel 2 - Die Blauen
1 - Philips Blue Vision, 2 - Blue Vision Ultra, 3 - Osram Cool Blue, 4 - White Laser Light, 5 - Future Light Blue
Subjektive Bewertung: Die Philips Blue Vision (1) gibt es nur noch als Restposten, sie wurde durch die Ultra (2) abgelöst. Die Blue Vision basiert auf der "normalen" Standardlampe von Philips und hat lediglich einen leicht bläulich gefärbten Glaskolben. Ihr Licht ist angenehm weiß und etwas kälter als das der Premium von Philips. Lichtverteilung scheint identisch. Die Philips Blue Vision Ultra ist neu entwickelt. Sie gibt mehr Helligkeit ab - allerdings auf Kosten der Lebensdauer. Während die "alte" Blue Vision noch als langlebig galt ist die "neue" im Regelfall im Jahrestakt verbraucht. Ihr Licht ist deutlich heller geworden. Die versprochene Xenonoptik sucht man trotzdem vergebens, dafür hat man eben kaltweißes Licht ohne Gelb- oder Rotanteile. Die Osram Cool Blue (3) wirkt nicht ganz so kalt, kommt aber von der Helligkeit nicht an die Blue Vision Ultra heran. Sie bringt aber mehr Licht auf die Straße als die "alte" Blue Vision. Zusätzlich wirft sie recht viel Licht nach links, bleibt aber gerade so unterhalb der Blendgrenze trotz leicht angehobener Hell-/Dunkelmarkierung. Die Geometrie ist also auf etwas mehr Reichweite ausgelegt, was aber 100 %ig korrekte Scheinwerfereinstellungen voraussetzt, damit das Fahrzeug nicht zum Blender wird. Der angestrebten Xenonoptik kommt die White Laser Light-Lampe (4) am nächsten. Sie ist teilweise im Angebot für 8 EUR im Doppelpack in Baumärkten zu bekommen. Ihre Lichtfarbe wirkt auf den ersten Blick deutlich bläulich. Zwar kommt subjektiv weniger Helligkeit aus der Lampe, aber sie wirft es angenehm breit auf die Straße. Der Bereich des Seitenstreifens kriegt viel ab, aber hier fehlt Reichweite. Was nicht sein dürfte ist der gelbe Lichtpunkt etwas links der Mitte, der genau in die Augen des Gegenverkehrs zielt. Hier stimmt wohl die Lampengeometrie nicht! Ebenfalls aus Baumarktregalen kann man die Future Light Blue (5) kramen, die teilweise völlig überteuert für 20 EUR je Doppelpack angeboten wird, manchmal aber als Angebotsware für rund 8 EUR zu bekommen ist. Die hat ein interessantes Design: Goldener Lampensockel und im Bereich über der Glühwendel ist der Glassockel teilweise bläulich beschichtet. Von der Blaufärbung kommt trotzdem nicht viel rüber, aber die Lampe scheint hell und neutralweiß. Die Lichtverteilung und Helligkeit gefällt mir subjektiv besser als bei den Philips- oder Osram-Lampen. Einwandfrei ist auch die Lampengeometrie und der rechte Seitenstreifen bekommt viel Licht.
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Tafel 3 - Die Gelben
1 - Philips Allweather, 2 - Osram Allseason, 3 - Future Light Gold, 4 - Philips Gold
Diese Lampen mag ich besonders. Ihre gelbe Lichtfarbe ist blend- und ermüdungsfrei bei Regen, Nebel und Schneefall. Die gelbe Tönung des Glaskolbens frißt weniger Helligkeit als eine Blautönung und man fällt mit dem gelben Licht durchaus auf. Leider scheint die Nachfrage inzwischen so gering zu sein, daß man diese Lampen schwer bekommt - trotzdem sie viele Hersteller nach wie vor im Programm haben. Die Philips-Allweather (1) basiert auf der Premium. Ihr Licht ist ganz zaghaft gelblich und fällt daher kaum auf. Die Lichtverteilung ist okay, wirkt sogar noch etwas breiter als bei der "normalen" Premium oder der "alten" Blue Vision. Der Osram Allseason (2) ist das Gelblicht nicht peinlich, sie zeigt es deutlich. Auch hier fällt der höher gezogene Bereich links der Mitte auf, der wohl Reichweite bringen soll. Die Future Light Gold (3) wirkt noch etwas gelber, fällt aber bei mir wegen mangelhafter Lampengeometrie durch. Die zweite Lampe in der Packung hatte ulkigerweise ein identisches Lichtbild, was aber irgendwie trotzdem nicht so gewollt sein kann. Zwar sollte sie gerade noch blendfrei sein, aber die Golf-Scheinwerfer werfen mit ihr einfach zwei gelbe Flecken auf die Fahrbahn. Viel Licht zwar auf dem Seitenstreifen aber irgendwie ungewöhnlich verteilt. Mein Favorit ist die hier sehr schwer erhältliche Philips Gold, die ein unglaublich intensiv gelbes Licht abgibt. Es wirkt sehr hell, was auf dem Foto auch so rüberkommen dürfte. Sehr breit verteilt sie ihr Licht und kippt viel auf den Seitenstreifen. Wer gelbes Licht im Abblendlicht nicht mag, der hätte möglichweise in den Nebelscheinwerfern Freude daran.
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Letzter Teil meines Lichttests mit den Longlife-Produkten, die ich leihweise von meinem Teiledealer zur Verfügung gestellt bekam. Umgebungsbedingungen wie im ersten Teil! Und natürlich wurde auch der Golf 4-Scheinwerfer (H7) wieder eingesetzt. Leider ist mir erst heute aufgefallen, daß die am Donnerstag aufgenommenen Fotos mit der kleinstmöglichen Auflösung erstellt wurden, weshalb die Bilder jetzt auch recht grob wirken. Mir fehlte jetzt aber der Antrieb, alles nochmal neu aufzunehmen.
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Die Kandidaten:
Osram Light @ Day [1], Future Light Long Live Gold [2], EcoStar Silver-LL [3], Michiba Livetime [4] und Motorcraft LL [5].
Die Osram Light @ Day [1] muß eine Frischzellenkur bekommen haben. Ihr früher recht gelbliches Lichtbild hat sie völlig abgelegt und glänzt nun mit einer recht normal wirkenden Glühlampenfarbe. Einzig im direkten Vergleich zu einer helligkeitsgesteigerten Lampe fällt auf, daß sie dunkler ist und ihr Reichweite fehlt. Trotzdem ein sehr homogenes Lichtbild mit schöner Breite und einwandfreier Geometrie. Ich sah allerdings weder in der Ausleuchtung noch in der Architektur der Lampe einen Unterschied zum deutlich preiswerteren Standardteil. Ist die Light @ Day eventuell nur ein Marketing-Gag?!
Etwas weniger breit streut die Future Light Long Life Gold [2], deren optisches Erscheinungsbild durch einen goldfarbig eloxierten Sockel veredelt wurde. Sie wirkt etwas fleckig in der Ausleuchtung und in der Breite fehlt ihr die Reichweite. Trotzdem augenscheinlich die Glühwendel nicht gerade im Glassockel sitzt ist die Lichtverteilung blendfrei. Daraus resultiert aber vermutlich das fleckige Lichtbild.
Mir völlig unbekannt ist Prüfling Nummer [3], die EcoStar Silver-LL. Die kommt laut Verpackung aus China und verzichtet auf ein E-Prüfzeichen. Ihre Kappe auf dem Glassockel ist silber lackiert. Auch ohne E-Prüfzeichen ist die Fertigungspräzision einwandfrei. Alles ist gerade zusammengebaut und vom Lichtbild her gefällt sie mir an sich am besten in diesem Test. Sie gibt sehr viel Licht in die Breite und konzentriert es nicht punktförmig. Ihr Licht holt sie aus der größten und längsten Glühwendel im Test. Trotzdem sind die Leistungsdaten eingehalten worden (Tabelle am Ende).
Die Michiba Livetime [4] kommt aus Japan und verzichtet ebenfalls auf ein E-Prüfzeichen. Auch ihre Fertigungsqualität ist einwandfrei. Dazu ist als optischer Effekt der Sockel strahlend blau lackiert. Rein subjektiv die zweithellste Lampe im Test. Lichtverteilung ist einwandfrei und auch in der Breite kommt genügend auf die Straße und den Seitenstreifen.
Das düsterste Kapitel im Test ist eine Motorcraft LL, die meines Wissens der Philips Longlife entspricht. Sie ist als einzige im Test kurz gebraucht worden und nach 2 - 3 Nachtfahrten aus einem Ford Focus geflogen. Düster wie ein Bärena*sch!! :roll: Lichtverteilung zwar einwandfrei, jedoch überall zuwenig. Dazu diese unglaublich braungelbe Lichtfarbe, die subjektiv schon finster wirkt. Dem Abblendlicht fehlt damit effektive Reichweite. In einiger Entfernung gibt es nur noch einen hellen Lichtpunkt auf der eigenen Fahrbahn und für den Rest bleibt nicht mehr viel übrig. Auch wenn sie ewig halten würde, mit so wenig Licht ist jede Nachtfahrt ein Blindflug. :roll:
Gemessene Leistungswerte bei 12 V:
Osram Light @ Day: 4,73 A = 56,8 W, Future Light Long Live Gold: 4,81 A = 57,7 W, EcoStar Silver-LL: 5,0 A = 60 W , Michiba Livetime: 4,95 A = 59,4 W und Motorcraft LL: 4,33 A = 52 W