Lange Felgengeschichte und kurze Frage

  • Als bei mir dieses Frühjahr ein Neuwagenkauf anstand, war einer der positiven Aspekte, der mich letzlich zum Swift tendieren ließen, die Tatsache dass er auch mit einer 14Zoll 4-Loch Felge bestückbar ist - sowas war nämlich auf meinem alten Fahrzeug, einem \'98er Honda Civic, montiert.

    Also verkaufte ich den Civic mit montierter Stahlfelge und abgefahrenen Winterreifen und behielt die Alufelgen mit den abgefahrenen Sommerreifen in der Hinterhand - bzw. eingelagert bei meinen Eltern in der Garage. Auf diese 6J x 14 Aluflege wollte ich dann die Winterreifen für den Swift montieren.

    Zum Herbst hin wurde mein Vater (bei dem wie gesagt der Felgenbaum den Platz in der Garage wegnimmt) etwas skeptisch und fragte mal bei einem Reifenhändler nach, ob dass denn ginge mit der Civic Felge auf dem Swift. Dessen Auskunft: können sie vergessen, kaufen sie neu.

    Das leuchtet mir aber nicht ein. Ich hab einfach mal die Probe aufs Exempel gemacht und die Felge probehalber vorne links montiert - ging wunderbar ... Warum also sollte es nicht gehen, da 175/70 R14 aufzuziehen und die über den Winter zu fahren?

    Also bin ich bei einem Reifenfuzzi rum und hab mein Anliegen geschildert. Der kam dann sofort mit \"dürfen sie nicht\" weil keine ABE und - ratet mal - wollte mir neue Kompletträder verkaufen.
    Mit der ABE hatte er natürlich einen wunden Punkt angesprochen. Da die aus dem Jahre 2000 war, tauche mein Swift MZ da natürlich nicht drin auf. Also mal im Internet geschaut und dem Hersteller (bzw. wahrscheinlich dessen Rechtsnachfolger) eine Mail geschrieben. Ergebnis: kein Nachtrag für den neuen Swift zu der ABE.

    Na gut, sind wir mal päpstlicher als der Papst, bin ich samt Felge und ABE beim TüV vorbei. Oh Wunder, die laut ABE angegebene max. Achslast erreicht der Swift nicht, und es gibt auch eine vergleichbare Felge, die mit den von mir gewünschten Reifen eine ABE für den Swift hat. Ich solle die Felgen mal aufziehen, müsste dann aber nochmal beim TüV vorbei, damit die sich von der Freigängigkeit etc. überzeugen können, und dann könnte ich die eingetragen bekommen(für schlappe 60Euro).

    Ich also wiedermal bei einem Reifenhändler (wieder ein anderer) rum und verklickert, was ich will. Irgendwann hab ich dann noch den Nachsatz gesagt: könnte sein, dass da andere Zentrierringe drauf müssen. Daruafhin schickte der gute Mann mich wieder nach Hause - ich solle erstmal beim Hersteller anfragen, was da für Zentrierringe drauf sollen. Hallo? ICH soll das anfragen? Wer ist den hier der Reifenhändler?

    Aber gut, ich habe angefragt und als Antwort wurde mir nur nochmal bestätigt, dass die Felge keine ABE für den Swift hat - welchen Innendurchmesser der Zentrierring hat, oder wo man den bekommen kann, dass wurde mir aber nicht verraten. Frag ich doch mal bei dem Reifenhändler nach, der die Felge damals verkauft hat - der sollte doch wohl wissen, was da für Ringe rein müssen und wo man die bekommt. Dort zeigte man sich am Telefon auch zunächst hilfsbereit, ließ sich Teile der Felgen-ABE und den Fahrzeugschein zufaxen, meldete sich dann aber nie wieder. Ich war mir mittlerweile schon halbwegs sicher, dass ich statt des 56,1mm Innendurchmesser des Civic 54,1mm brauchen würde, weil das wohl scheinbar eine herstellerspezifische Größe ist. Im Internet hab ich dann die ABE der Vergleichsfelge gefunden, die der TüV Mann rausgesucht hatte, und siehe da: der Swift MZ steht dort mit einem Innenringdurchmesser von 54mm. EINE Suchanfrage bei Google brachte mich auf eine Ebay Seite, wo man entsprechende Zentrierringe für meine nicht mehr produzierte Felge bekommen konnte (3Euro das Stück plus 2,50 Versand). Da hab ich sie dann selber bestellt - eine Aufgabe, an der zwei Reifenhändler gescheitert sind. Die müssen sich natürlich nicht darüber wundern, das ich die passenden Reifen nicht bei denen erworben habe.

    Die Reifen hab ich dann auch im Internet bestellt und bei einem Montagepartner (einer etwas schmierigen Garage) montieren lassen. Jetzt habe ich also meine alte 6J x 14 Alufelge mit 175/70 R14 Reifen und die Kombination fährt sich völlig problemlos.

    Jetzt nach der langen Geschichte die angekündigte kurze Frage: Würdet ihr jetzt noch die TüV Eintragung machen lassen?

  • Ja, eine Eintragung sollte ja jetzt absolut kein Problem mehr sein. Und es ist immer etwas riskant, mit nicht eingetragenen Teilen zu fahren. Bei einem Unfall KÖNNTE deine Versicherung mit Verweis auf eine erloschene Betriebserlaubnis (bla, blub, nicht eingetragen) eine Zahlung nach einem Unfall verweigern.
    Ist zwar bei Felgen nicht sonderlich wahrscheinlich, aber man weiß ja nie...

  • Die könnte nicht erlöschen, die IST dann erlöschen!

    Schade, wegen dem ganzen Hick-Hack. Aber die unfähigkeit des Reifenhändlers ist schon extrem! Zentrierringe, klar absoltut notwenig. Das die Fahrzeugspezifisch sind auch. Alufelgen haben sogar meist innen den gleichen Durchmesser, sodass die Ringe von Felge A auch zu Felge B passen :p

    Ich nehme mal an, dass die Reifengrösse eingetragen ist. Dann brauchst du nur noch eine Einzelabnahme der Felgen, was auch kein Problem ist, da du ein Vergleichsgutachten hast. Aus dem ersichtlich ist, das besagte Tragkraft ausreichend ist.

    Mein TIP: fahr mal zu einer kleineren Werkstatt und lass es dort eintragen. DEKRA im Osten, TÜV im Westen. Die anderen dürfen das nicht.

    Dekra hat für die Einzelabnahme 34,50€ in der Liste. Kannst ja mal Fragen wie der Preis zustande kommt... ;)

    Eintragen ist aber Pflicht!

  • In den 6 Jahren, die die Felgen auf dem Civic waren, hat mich NIE ein Mensch gefragt, ob ich da eine ABE für hab - nichtmals bei der HU.
    Wenn jetzt echt im \"Ernstfall\" ein Versicherungsfuzzie Stress macht, sollte man doch auch nachträglich nachweisen können, dass durch die Felgen keine Gefährdung des Strassenverkehrs gegeben war... ?
    Ausserdem würde der TüV Fuzzie mir doch nicht raten, die aufzuziehen nud dann vorbeizukommen, wenn es nicht koscher wäre, damit im Verkehr zu fahren? Der hat nichst davon gesagt, dass ich den auf\'n Hänger stellen muss, sondern ich sollte mit den Felgen bei ihm vorFAHREN .

  • Natürlich fragt dich niemand nach der ABE. Woher sollte irgendwer wissen, ob es die vielleicht serienmäßig auf dem Fahrzeug gab? Solange es keine Sondergrößen sind, fragen da nichtmal die Bullen...

    Aber wenn du halt nen richtig teuren Unfall verursachts, dann wird die Versicherung auf jeden Fall versuchen, dir ans Bein zu pissen. Was heißt, du bist der dumme und darfst erstmal alles bezahlen. Und dann kannst du mit deinem Vergleichsgutachten vor Gericht mit der Versicherung prügeln, das du vielleicht dein Geld wiederbekommst.


    Fahrten direkt zum nächstgelegenen (!) TÜV darfst du immer machen.

  • Ich fürchte, meine lange Geschichte geht noch weiter:
    Ich war heute morgen dann doch beim TüV (eine geschlagene Stunde mit größtenteils Warterei), und habe jetzt für stolze 68,71Euro ein Guatachten in der Tasche, das die Rad/Reifen Kombination völlig unbedenklich ist.
    Allerdings rückten die dann erst ganz am Ende damit raus, dass ich damit noch nicht fertig bin: Jetzt soll ich noch zum Strassenverkehrsamt und das Ganze da in meine Papiere eintragen lassen. Was für ein deutscher Behördenirrsinn!! Wahrscheinlich könnte ich irgendeine uralte, verrostete und schon beim Anblick zerfallende Stahlfelge fahren, ohne den Versicherungsschutz zu verlieren...

  • Danke für den Tipp, kommt aber zu spät. Jetzt hab ich einen neuen Schein. Der war für 11,70Euro vergleichsweise günstig....
    Schade, dass die das Gutachten gleich dabehalten - hätte ich das geahnt, ich hätte mir erst eine Kopie gemacht.