Das der E-Motor eine Maximalleistung von 10kW erbringen kann, bedeutet ja nicht, das er sie auch tatsächlich erbringt. Um die tatsächlich eingesetzte Boostleistung zu ermitteln, bräuchte man demzufolge ein Amperemeter, besser ein Wattmeter (da bei hoher Stromentnahme ja die Akkuspannung sinkt) vor dem E-Motor.
Diese Hybridtechnik dient in erster Hinsicht der Senkung des CO2 Ausstoßes bei Prüfbedingungen für die steuerbestimmende Verbrauchsermittlung. Das Fahrtprofil dieser Prüfung ist ja nicht identisch mit einer tatsächlichen Fahrt im Stadtverkehr, bei der der Boostmotor dann entsprechend dem Batteriestand weniger Anschubhilfe gibt.
Die Ausnutzung der zwischengespeicherten Verzögerungsenergie (die ansonsten via Bremssystem in Abwärme gewandelt worden wäre) für nachfolgende Beschleunigungsvorgänge hat natürlich Vorteile für den Gesamtwirkungsgrad des Antriebs. Ob diese ausreichen, die Mehrkosten des Hybridsystems auch ökonomisch zu amortisieren, muß die Langzeitnutzung zeigen. Kraftstoffeinsparung gegen Einstandskosten und Wartungskosten (Akkuhaltbarkeit). Da bin ich gespannt, wie es nach über 10 Jahren Nutzung dann real aussieht (derzeitige Verbrenner-KFZ werden im Durchschnitt 20 Jahre genutzt). Allerdings spielt hier dann auch die Haltbarkeit der massiv verbauten Assistenzelektronik eine Rolle, da deren Ersatz bei einem älteren Fahrzeug wirtschaftlich unsinnig und ersatzteiltechnisch oft unmöglich wird. Wahrscheinlich wird somit die durchschnittliche Nutzungsdauer heute produzierter KFZ unter diesen 20 Jahren liegen. Demzufolge steigt der Wertverlust neuer KFZ, die ja auch noch teurer sind, an, was die monatlichen KFZ-Kosten steigert und damit die Mobilität zusätzlich zu den Betriebskosten verteuert.
Aber immerhin werden die KFZ dann nicht wegen Durchrostungen verschrottet ...![]()