Mein vorerst letzter Abend hier in Brasilien geht langsam zu Ende und während ich hier gemütlich in der Hotelbar sitze und eine Flasche sehr guten Syrah aus Chile genieße, wird ich mal ein bisschen was schreiben. Angeregt durch „Harrybaumi“ hab ich mir den NGV hier in Brasilen mal etwas genauer angeguckt.
Da ich jeden Tag nach der Arbeit an einem Suzukihändler hier in Porto Alegre vorbei komme, hab ich letzte Woche den Entschluss gefasst mal vorbei zu schauen. Leider haben meine Arbeitszeiten es erst heute Abend erlaubt, weshalb mir eine Menge Fragen und Ideen im Gehirn rumspukten, die man mal so fragen kann. Sofern man jemand findet, der Englisch spricht, den mein Portugiesisch beschränkt sich auf die Bestellung eines Bieres/Weines.
Ich parkte also um vor 6 Uhr heute Abend mein Auto in der kleinen Nebenstraße, neben der der Händler liegt. Zwar im Parkverbot, aber so wirklich Interessieren tut das hier niemand. Außerdem wollte ich ja in einer viertel Stunde wieder weg sein. Das hat nicht geklappt, so viel schon mal vorne weg. Von Außen begrüßte mich ein ziemlich neues Gebäude, sehr sauber, was hier absolut keine Selbstverständlichkeit ist, ein großer Werbepilon, den man von der Hauptstraße aus schon aus 200 Meter Entfernung sieht, und der Blick auf viele NGV’s, aber ausschließlich 5 Türer.
Ich schieße also schnell ein paar Fotos von der Fassade, um euch diesen Eindruck nicht vorzuenthalten und bewege mich zum Eingangsbereich.
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Türen aufmachen muss man hier nicht. Ein Herr im Anzug, ich schätze etwa Mitte 20, leider war die Pubertät nicht spurlos an ihm vorbeigegangen, öffnete mir die Gläserne Doppeltür, die in den Showroom führt. Dieser Mensch macht tatsächlich den ganzen Tag nichts anderes, als Leuten die Tür zu öffnen, wenn sie rein, oder raus möchten. Das allerdings ist hier kein Einzelfall, sondern auch in vielen Restaurants und erst recht in Hotels zu sehen.
Ich werde von einer Empfangsdame hinter einen schneeweißen Tresen mit Suzuki „S“ freundlich begrüßt. Zumindest glaube ich dass. Die Dame hat gelächelt, und ihr Tonfall war auch freundlich. Noch wusste sie ja nicht, das ich kein Portugiesisch verstehe. Ich glaube sie fragte mich, ob sie mir helfen kann, jedenfalls reagierte sie auf meine englische Antwort, dass ich ihre Sprache nicht spreche sofort und lief in ein Büro. Dem des Chefs, wie sich später rausstellte. Sie bat mich um ein paar Minuten Geduld, da der Chef grade telefoniert.
Er kam und begrüßte mich freundlich per Handschlag. Auch unter „Fremden“ hier eine ganz normale Geste, an die man sich, wenn man aus dem emotionsunterkühltem Deutschland kommt, erstmal gewöhnen muss. Eine kurze Erklärung meinerseits wer ich bin, woher ich komme, und was ich hier mache, später fand ich mich auch schon bei einem Kaffe in seinem Büro wieder.
Er erklärte mir, dass Suzuki sich 2004 offiziell aus Brasilien zurück gezogen hat, aber bis letztes Jahr immer noch die Vitara’s, oder wie sie hier heißen „Ranger“, also die Modell vor dem NGV, mit einem Chevrolet Logo über eben diese Händler verkauft wurden. Nun kommt Suzuki wieder zurück. Den Händler gibt es seit Januar diesen Jahres. Allerdings gibt es bisher noch keine offizielle Suzuki-Vertretung in Brasilien. Alle Fahrzeuge werden über eine Firma direkt aus Japan importiert, die mit Suzuki Japan einen Vertriebsvertrag geschlossen hat. Von denen beziehen dann die einzelnen Händler ihre Fahrzeuge. Angeboten werden bisher der NGV 5 Türer und der geschlossene Jimny. In Kürze folgen auch der SX-4 und der Swift. Den XL-7, Equator und Kizashi wird es hier ebenfalls offiziell nicht geben. Allerdings wird Suzuki Anfang 2010 ganz offiziell nach Suzuki zurückkehren und das Händlernetz ausbauen.
Natürlich interessierten mich die Unterschiede zwischen dem brasilianischem und unserem Modell. Der Kaffee war leer, also das perfekte Stichwort um wieder in den Showroom zu gehen. Kamera wieder raus aus der Tasche und ab zur Suche. Was mir als erstes auffiel waren die Rückleuchten. Eine Nebelschlussleuchte ist hier keine Pflicht, weswegen der NGV hier 2 Rückfahrscheinwerfer hat.
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Will ich haben! Tja, sorry Temardo, aber deine Lösung ist hier Standart ![]()
Ansonsten gibt es von Außen keine großen Unterschiede. Nur, dass die Motorenbezeichnung nicht auf dem Kotflügel klebt. Unterschieden kann man die beiden hier angeboten Modelle, von außen, nur durch eins. Der V6 wird mit dem bei uns im Zubehör erhältlichen Heckspoiler geliefert. Überhaupt gibt es hier nur 2/3 Modelle. Das sind der 2.0 Benziner (ja richtig, hier gibt es den noch, und wird auch vorerst so bleiben) entweder als Schalter oder Automatik, mit CD-Radio, Klimaautomatik und Stoffsitzen, oder der 3,2 V6 mit CD-Radio, Klimaautomatik und Ledersitzen. Das Keyless-System gibt es hier nur für das Zündschloss und auch ein Navi sucht man vergeblich. Gibt es einfach nicht und Zusatzpakete gibt’s auch nicht. Das einzige, was man im Zubehör noch bekommen kann, sind die Trittbretter, Dachgepäckträger und Seitenschutzleisten (auch wenn sie dämlich aussehen, sind sie hier doch zum empfehlen).
Zurück zu den Unterschieden. Einen 5 Lautsprecher sucht man vergeblich. Das Info-Display ist auch hier im Tacho, aber da wo bei uns der Lautsprecher sitzt, ist hier einfach Leere/eine Blende.
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Tempomat gibt es hier auch nicht, weshalb das Lenkrad auf dieser Seite leer bleibt.
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Ob die Stoffsitze so aussehen wie bei uns, kann ich nicht sagen. Hab die grade nicht in Erinnerung, aber vergleicht einfach mal selber.
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Was mir bei dem V6 sehr gut gefallen hat, waren die Sitze. Rote Ziernähte und ein eingesticktes Suzuki „S“ machen schon was her. Leider erzählte man mir dann, dass das eine Sonderanfertigung für diesen Händler war, was er hier in Brasilien hat machen lassen.
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Im Moment läuft hier auch ein großes Gewinnspiel, vom Händler selber und nur für Porto Alegre, wo man einen 2.0 Vitara als Schalter gewinnen kann. Und zwar den hier:
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Mehr Unterschiede hab ich jetzt erstmal nicht gefunden. Also wurde ich zu einem weitere Kaffee eingeladen. Währenddessen fachsimpelten ich und der Chef das Ladens ein wenig über den Vitara. Ich fragte ihn auch, warum es hier keinen Diesel geben würde. Die Antwort war kurz und knapp. Der Diesel-Treibstoff ist hier einfach zu teuer. Ein Liter Benzin kostet hier im Moment etwa 1 Euro. Alkohol (Ethanol) was hier auch viel gefahren wird, kostet etwa 60 Cent. Diesel allerdings, sofern man eine Tankstelle findet, die auch was anderes als LKW’s damit betankt, kostet fast 1,50 Euro. Es lohnt sich hier einfach nicht.
Wir erzählten also weiter und kamen dabei auch auf verschiedene Umbauten. Ich zeigte ihm ein paar Bilder von umgebauten „deutschen“ Vitara’s. Zuerst den von PB um mal eine Offroad-Variante zu zeigen. Dann ein paar ilder von Karpow’s auf seiner Offroad Tour, und der Chef kam aus dem Staunen nicht mehr raus, was man alles mit dem Ding doch machen kann. Als ich ihm dann erzählte, dass ich und einige andere Leute 20 Zöller fahren, wollte er mir erst gar nicht glauben. Als ich ihm dann die Bilder zeigte und von meiner Absicht erzählte 22 Zöller zu verbauen, sowie ein Airride-Fahrwerk (verdammt jetzt habe ich meine Pläne für das nächste Jahr verraten) zückte er seine Visitenkarten und bat mich, ihn immer per E-Mail auf dem laufenden zu halten.
Ein Blick auf die Uhr verriet mir, dass es doch langsam Zeit war sich zu verabschieden und sich auf den Weg ins Hotel zu machen. Die Verabschiedung war so herzlich, dass man fast das Gefühl hatte, wir beide würden uns schon ewig kennen.
Ich denke ich werde noch mal vorbei gucken, wenn ich in etwas mehr als einer Woche wieder hier bin.
Zum Abschied gab er mir noch etwas Infomaterial mit, was er hier an seine Kunden rausgibt. Nicht so umfangreich, wie bei uns, sondern ein doppelseitig bedrucktes Din-A4 Blatt, welches ich euch nicht vorenthalten will.
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Um auf die Zeit zurück zu kommen. Mein ganzer Besuch hat fast eine Stunde gedauert und mittlerweile war die Dämmerung über Porto Alegre herein gebrochen.
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Als ich zurück zu meinem Mietwagen ging (ein Chevrolet Prisma Bj 2008, welcher weder Servolenkung, ABS, Airbags oder Klimaanlage besitze (ganz ehrlich googlet die Kiste mal)) freute ich mich schon darauf in etwas mehr als 2 Wochen wieder in meinen Vitara zu steigen und ihn einfach nur zu genießen. Übrigens geht mein Dicker jetzt während ich weg bin zur 30.000 Inspektion, nach etwas mehr als einem Jahr in meinem Besitz.
Euch allen wünsche ich viel Spaß mit euren Vitara’s, ob nun Neu oder Alt, 3 oder 5 Türen, Zuverlässig oder Nervig. Vielleicht folgen noch ein paar Berichte von anderen Händlern aus anderen Ländern. Ich geh jetzt ins Bett und wünsche euch einen guten Morgen.
Kleines Detail am Rande. Das ganze hier sind knapp 1450 Wörter und eine 2/3 Flasche Rotwein. ![]()