Ich hatte den 1.25 DDIS bis vor ~10 Jahren im Ignis MH (als Euro 4er). So richtig glücklich war ich damit nicht. Die Abstimmung hatte ein ausgeprägtes Turboloch, weshalb unter ~1700 U/min nicht viel passierte. Beim Überschreiten dieser Marke legte die Software den Schalter um und der kleine Motor wurde schlagartig lebendig. Damit war das Gesamtkunstwerk nicht harmonisch fahrbar. Danach kaufte ich einen Peugeot 206 HDI mit dem kleinsten 1.4 HDI, leistungsmäßig also durchaus vergleichbar. Der war deutlich harmonischer abgestimmt und ließ abgesehen vom Motorklang vergessen, dass auch er ein Turbodiesel war. Hauptgrund waren die durch den Verzicht auf den Ladeluftkühler deutlich kürzeren Ladeluftleitungen, was ein Ansprechverhalten ermöglichte, das nah an einem Benziner dran war. Dafür ging bei längeren schnellen Fahrten die Ladelufttemperatur rapide nach oben und der Wirkunggrad brach massiv ein.
An dieser Stelle noch ein Gedankenanstoß: Im Herbst wird gewählt und die Zeichen stehen auf Veränderungen in der Zusammensetzung der künftigen Regierung. Es wäre also auch aus diesem Grund zu befürchten, dass die neue Regierung sich an der Thematik versucht und entweder mit blauen Plakettengeschichten oder einer neuen Abwrackprämie die Entsorgung der Altfahrzeuge beschleunigt. Auch aus diesem Grund wäre ich jetzt eher zurückhaltend. Da momentan nicht absehbar ist, wohin die Reise geht, würde ich einen Auto(neu)kauf auf unbestimmte Zeit aufschieben und nur ein Übergangsauto kaufen. Das reduziert das finanzielle Risiko, falls an deinen Fahrzielen Einfahrverbote für bestimmte Fahrzeuggruppen oder die Einführung einer Parkraumbewirtschaftung mit Extrempreisen zu befürchten sind. Hinzu kommt die politisch gewollte Verdrängung des motorisierten Individualverkehrs durch Rückbau von Verkehrs- und Parkflächen, flächendeckende Einbremsung auf Tempo 30 oder durch Ampelschaltungen, die Verkehrsströme von bestimmten Strecken auf andere abdrängen.
Vom Neukauf eines Dieselmodells würde ich ohne klar erkennbare politisch erlaubte Nutzungsdauer vorerst Abstand nehmen. Ich erinnere nur an die Millionen recht junger Dieselfahrzeuge, die mit der Einführung der ersten Umweltzonen urplötzlich massiv an Wert verloren hatten und nur noch in abgelegene ländliche Regionen oder in das Ausland verkaufbar waren. Besonders hart traf es jene Regionen, die ohne den schrittweisen Übergang gleich die grüne Plakette forderten. Sollte es tatsächlich irgendwann zur Ausweitung auf die blaue Plakette kommen, dann war auch angedacht, die Einfahrverbote auf ältere Benziner auszuweiten. Fordert man hierbei auch mindestens Euro 6, so würde es eine weitere Enteignungswelle geben und abermals wären Millionen Fahrzeuge nur noch Ramsch oder würden direkt in den Schrott gehen.