Beiträge von -Hutfahrer-

    Im Stand Zündung einschalten und den Motor nicht starten. Heckscheibenwaschanlage betätigen und auf das Geräusch der Waschwasserpumpe achten. Sollte sie zu hören sein: Der Schlauch in der Durchführung zur Heckklappe härtet mit dem Alter aus und bricht irgendwann. Das Waschwasser läuft dann entweder ins Fahrzeuginnere oder in die Heckklappe. Zerlegen und neu einziehen!

    Ist eine undankbare Arbeit, kann man aber trotzdem selbst machen. Bei der Gelegenheit gleich die den Heckklappen-Kabelbaum in der Knickstelle ansehen und wahrscheinlich auch erneuern. Ob es für das Fahrzeug einen Reparatursatz gibt, das weiß ich nicht.

    Der Swift Sport ist für viele nicht das Alltagsauto. Auch in meiner Region gibt es immer wieder angebotene MZ-Sportler mit unter 100 Tkm im Alter von 10 Jahren. Preislich liegt das gezeigte Angebot dann auch in dieser Region. Der Händler muss für das Fahrzeug ein Jahr garantieren, insofern wird er ihn nicht unbesehen rein genommen haben. Das kann man im Gespräch ja erfragen.

    Kaufe das Fahrzeug keinesfalls ungefahren. Und nimm dir dafür Zeit! Das schreibe ich nicht zum Spaß, denn der MZ-Sportler ist an einigen Stellen recht kompromisslos. Sein Fahrwerk ist sehr straff. Und die Lenkung trotz der leichtgängigen elektrischen Servolenkung sehr direkt. Achte bei der Probefahrt auf Klappergeräusche, es sind dann fast immer die Koppelstangen an der Vorderachse. Falls das so ist, dann lass' sie noch wechseln. Die Teile kosten nicht viel, die Arbeit ist auch nicht aufregend! Und probiere, ob du mit dem Sitz klar kommst! Der Fahrersitz ist höhenverstellbar, das Lenkrad auch. Ich fand es am bequemsten, wenn es so weit nach unten gestellt wurde, dass ich die Instrumente am oberen Lenkradrand gerade noch gut ablesen konnte. Meine Sitzposition ist sehr aufrecht, ich nutze die gesamte Rückenlehne zum Anlehnen. Also einschließlich der Schultern. Das ist mein Weg zu einem ordentlichen Handling und einem ermüdungsfreien Fahren. Achte darauf, dass die Sitzheizungen funktionieren! Es kann auch nur der Rücken warm werden, dann ist die Heizung in der Sitzfläche durch. Hatte meiner, bekam ich auf Garantie ausgetauscht.

    Die Fahrleistungen des MZ-Sportlers sind an sich ganz ordentlich, er will dafür jedoch gut gedreht werden. Hier kommt das größte Manko zur Sprache, dem an sich guten Getriebe fehlt definitiv der 6. Gang! Das Drehzahlniveau ist insbesondere bei Autobahnfahrten nervig hoch, entsprechend laut wird es dann und jenseits der 130 entwickelt der Sportler unsportliche Trinksitten. Rechne im Stadtverkehr mit 8 bis 9 l, im Stau säuft der Motor jedoch hemmungslos. Wird wohl Frust sein! Am wohlsten fühlt sich der Sportler auf Landstraßen, wo Sprints und kurvige Strecken richtig Spaß machen. Eine Gruppe Motorradfahrer in einer gut einsehbaren langen Kurve überholen - geht problemlos! Durch einen Kreisverkehr geht es innerorts auch ohne Gas wegzunehmen! Um 7 l verbrauchen Cruiser damit. Wer den Motor aber immer wieder antreten lässt, der kommt spielend in zweistellige Verbrauchswerte. Auf der Autobahn kommt es auf das Fahrtempo an, ich habe mich meist mit 120 - 130 begnügt. Hauptsächlich wegen des Lärms. Von der abgelesenen Tachoanzeige kann man pauschal gut 10 km/h abziehen, die zeigt also zuviel an. Das gleicht die Verbrauchsanzeige locker aus, die zwischen 1 und 2 l zu wenig anzeigt.

    Stichwort Sprit: Auch wenn die Spritpreise gerade wieder explodieren und es beim Tanken richtig ins Geld geht - der MZ-Sportler ist auf Super plus ausgelegt. In der Not ginge auch E10, jedoch bei deutlichen Verlusten in den Fahrleistungen. Bei längeren schnellen Fahrten ist der Verbrauch mit E10 jedoch höher als mit Super plus, insofern zahlst du da drauf! E10 geht wirklich nur für Cruiser, also wenn du von dem Motor wirklich nicht viel willst.

    Viel vom guten Handling kommt von der Bereifung. Behalte die originalen Alufelgen, sie sind für ihre Größe nämlich ziemlich leicht. Auch die 195er Serienbereifung ist ein gut gewähltes Maß für Leichtfüßigkeit und Sprintstärke. Breitere Reifen oder schwerere Räder machen diese Leichtfüßigkeit kaputt! Die abgebildeten Falken-Sommerreifen hat schon jemand erneuert. Vielleicht hast du Glück und sie sind nicht so alt. Mit den 185er Winterreifen kann man fahren, es geht aber viel vom Fahrverhalten verloren. Sie sollen einen auch nur durch den Winter bringen!

    Das Navi-Radio ist übrigens von VDO-Siemens und jetzt nicht unbedingt der Überflieger. Es gehörte in einen gut ausgestatteten Sportler aber hinein. Erwarte jedoch nicht zuviel! Sofern die CD mit dem Kartenmaterial überhaupt noch vorhanden ist, ihr Datenstand ist bestenfalls von 2008. Man kann damit grundsätzlich noch fahren und in Regionen, in denen sich nicht viel geändert hat, wird man auch ankommen. Was kann das Radio noch? Nun ja, es empfängt UKW und erstaunlicherweise sogar Kurzwelle im 49 m-Band. Der Radioempfang auf UKW könnte besser sein. Verbesserbar wäre er z. B. mit einem langen Antennenstab von Renault. Der dürfte fast einen Meter lang sein, macht aber 'ne Menge aus. CDs spielt das Gerät natürlich auch ab, es dürfen auch mp3 oder wma-Dateien drauf sein. Für den Wechsleranschluss gibt es eine Bastellösung mit einer kleinen Box, um auch SD/MMC-Karten oder USB-Sticks abspielen zu können. Auch diese ist inzwischen in die Jahre gekommen, dürfte aber noch immer kaufbar sein. Eine erhebliche Einschränkung gibt es, denn die Box spielt überhaupt nur recht kleine Speichermedien ab. Ein paar USB-Sticks und Speicherkarten habe ich mit nur 1 GB und selbst davon spielt die Schachtel nur, was ihr gefällt. Manche werden erkannt, manche wieder nicht. Größere Speichermedien, gar mit 4 GB oder noch mehr, brauchst du nicht ausprobieren.

    Für den MZ-Sportler gibt es aber Einbaublenden für DIN-Autoradios oder auch für größere. Bei der Auswahl des Radios sollte berücksichtigt werden, ob es Adapter für die Lenkradfernbedienung gibt. Wenn sowas dran ist, dann sollte es doch auch weiterhin funktionieren? Bei einem Tausch-Radio würde ich auf Digitalradio DAB+ achten, damit es zukunftssicher ist.

    Als Alltagsauto wäre mir der Sportler zu hart und verbraucht zu viel. Spaß macht er dennoch. Und wer nur ein- oder zweimal im Jahr damit verreisen will, der wird auch das überleben. Ich war vom Berliner Stadtrand aus damit bereits in den Niederlanden. Ein guter Freund fuhr damit bereits an die Grenze zwischen Bayern und Österreich. Der fluchte zwar wegen des Verbrauchs und weil ihm die Kiste zu hart war, hatte aber zu dieser Zeit selbst kein verlässliches Auto. Zuverlässig ist der Sportler, die Getriebeprobleme der 1.3er dürften bei dem 1.6er auch nicht auftauchen. Suzuki-typisch halten die Motoren, Steuerketten machen an sich keine Probleme. Das Preisniveau für normale Ersatzteile und Wartung ist recht bezahlbar. Fahranfängern dürfte die inzwischen ziemlich angeschwollene Versicherungseinstufung weh tun.

    Empfehlung: Anschauen und wenn dir die nachträglich angebrachten Plastikteile an Front, Heck und Schwellern gefallen, dann nimm die Kiste! Das Konzept MZ-Sport ist vom Hersteller gut abgestimmt. Das Auto vermittelt dir Fahrspaß und das Gefühl, zumeist doch deutlich schneller unterwegs zu sein als es tatsächlich der Fall ist. Falls noch Geld für ein Fahrsicherheitstraining übrig ist - unbedingt damit machen! Das Grinsen wirst du nicht so schnell wieder los.

    Mein inzwischen zehnjähriger MZ hatte bereits bei weniger als 90 Tkm vorn neue Bremsscheiben und -beläge bekommen. Gekauft hatte ich ihn mit 93 Tkm. Im vergangenen Jahr wurden Bremsscheiben und -beläge an der Hinterachse erneuert, beide Sättel mussten aufgearbeitet und freigängig gemacht werden. Sicherlich hätte das Material auch länger gehalten, wenn die Sättel in besserem Zustand gewesen wären. Inzwischen hat er 114 Tkm auf dem Kilometerzähler.

    Stopp! Er meint einen Ignis MH! :evil: Der hat in der Tat Glühlämpchen für das Bordcomputer-Display, die Heizungsbedienung usw. - der Lampentyp heißt "BX8,4d" und sollte 2 Watt haben.

    Anmerkung: Das gleiche Display gab es auch im Opel Corsa-C in einigen Ausstattungsversionen. Es ist jedoch gelb beleuchtet.

    Der Motor besitzt eine Steuerkette und angeblich soll sie wartungsfrei sein. Da dieser Motor aber keine Suzuki-eigene Entwicklung ist, würde ich darauf nicht wetten wollen. Fiat und Opel setzten und setzen diesen Motor auch ein. Lies dich doch mal in den entsprechenden Markenforen ein, was man zu diesem inzwischen so weiß.

    Ich hatte diesen Motor gut 10 Jahre früher als Euro 4er ohne Filter im Ignis und fand ihn nicht sehr schön abgestimmt. Insbesondere das ausgeprägte Turboloch fand ich lästig. Erst passierte gar nichts, dann riss der Motor die Räder durch. Ich wechselte danach auf einen leistungsmäßig vergleichbaren PSA-Diesel, der sich vom Verhalten her wie ein Benziner fahren ließ.

    Die Radhausverbreiterungen aus Kunststoff verbergen den Rost darunter auch lange gut. Ferner Heckschürze abnehmen und dort nachsehen. Es gibt m. E. kaum einen Jimny, der dort keine Gammelstellen hat. Motor und Getriebe gelten als unauffällig und haltbar. Die Achsschenkellager und das Schiebestück der Welle haben Schmierstellen, um die man sich regelmäßig kümmern muss.

    Ansonsten ist der Geradeauslauf des Fahrzeugs recht bescheiden, was sich mit einem Lenkungsdämpfer ein wenig beruhigen lässt. Die Bremsen der Vorderachse halte ich für deutlich unterdimensioniert. Fordert man sie, dann verziehen sich die Scheiben schnell. Schont man sie, so baut die Bremswirkung noch einmal deutlich ab. Mit der sehr haltbaren Werksbestückung H4-Lampen ist das Licht eher bescheiden. Die großen Reflektoren können ganz manierliches Licht abstrahlen, wenn man ein wenig hellere Lämpchen einsetzt. Trotz all dieser Unzulänglichkeiten fährt meine Mama ihren Jimny gern.

    [...] jedenfalls rennt meiner ein wenig fett ab 4500 (lambda wurde mit gemessen) ..was leistung kostet. [...]

    Eine gewollte Schutzfunktion - nur leicht zu mager würde mehr Temperatur in den Brennräumen machen und den Motor unnötig thermisch belasten. Wenn du die Möglichkeit hast, mit einem OBD-Bordcomputer zu fahren, dann pack' dir den Lambdawert aufs Display. Bemerkst du diese Anfettung bei gleichförmigem Fahren, dann nimm das Gas etwas zurück. Bist du sensibel genug, dann solltest du ein etwas willigeres Drehverhalten des Motors bemerken.

    Damit würde ich zum Autosattler oder einem begnadeten Schneider gehen. Für die Seiten-Airbags wird jeweils ein Loch eingebracht, dort umgenäht und entweder kommt ein Draht, ein starker Gummizug oder ein Stück stabile Sehne hinein. Damit bleibt das Loch hinter der Abdeckung und es sieht vernünftig aus.

    Die Abgasanlage könnte noch die Erstausrüstung sein, allgemein gelten die als sehr langlebig. Ich hatte einen 2003er Ignis bis Ende 2015 und da war es auch noch die erste Abgasanlage. Als ich meinen 2013 kaufte, da waren Kat und Lambdasonde auch frisch erneuert worden. Grund war, dass die Vorbesitzerin den Ignis extremem Kurzstreckenbetrieb aussetzte, da sie zumeist nur vom Haus bis zur Bushaltestelle gefahren ist. Eine Zündspule war teilweise defekt und verursachte Zündaussetzer. Die MIL war deshalb an und wurde ignoriert.

    Wenn keine Hinweise auf Zündaussetzer im Fehlerspeicher sind und die P0420 der einzige Fehlereintrag ist, dann würde ich erstmal nur die Lambdasonde tauschen. Hoffentlich geht sie noch raus. Für den Kurbelwellensensor müsste es einen eigenen Fehlereintrag geben, den würde ich erstmal nicht anfassen.

    Natürlich haben Rettungskräfte auch im Einsatzfall Zugriffsmöglichkeiten auf eigene Rettungskarten. Es kann aber viel Zeit sparen, wenn diese Karte auch im Fahrzeug greifbar ist. In der Ausbildung wird gelehrt, dass die Rettungskarten an oder oberhalb der Sonnenblende auf der Fahrerseite aufbewahrt werden sollen, da diese dort durch ein (zur Not gewaltsam geöffnetes) Fenster der Fahrertür greifbar ist.

    Aufkleber für die Frontscheibe (am linken oberen oder unteren Rand anzubringen) gibt es u. a. kostenlos bei der DEKRA (Link, bis zum Seitenende scrollen).

    Wenn der Original-Tester verfügbar ist, dann schau' mal auf die Leerlauf-Korrekturwerte jedes einzelnen Injektors. Dass nicht jeder gleich ist, das ist nicht dramatisch. Grobe Ausreißer deuten aber auf einen Defekt hin. Ob die vom LMM gemessenen Werte für den Leerlauf passen, das sollte auch auslesbar sein. Zu erwartende Werte bzw. ihre Toleranzbereiche müssen in der Dokumentation (für die Werkstattarbeit) nachgeschaut werden.

    Was ist denn mit den Werten der AGR? Die ist zwar für den Motorstart erstmal egal, macht sich aber im Fahrbetrieb positiv wie auch negativ bemerkbar. Mir erscheint ein Verbrauch "knapp unter 6 l" für diesen Motor noch immer ein wenig zu hoch.

    Der freundliche China-Mann (ebay, weltweite Suche) hat für manche Suzuki-Modelle auch Nachbauten leerer Schlüssel-Gehäuse. Einfach mal suchen!

    Ich hatte für meinen MZ-Sportler eins nachbestellt, dieses wegen plötzlichem Bedarf durch einen Sturzschaden aber an an einen Freund weiter gegeben. Teuer war es nicht. Im Lieferumfang waren nur die beiden Gehäusehälften ohne weitere Teile. Auf das verchromte Suzuki-S hatte man auch verzichtet. Die Passgenauigkeit war wohl trotzdem ganz gut.