Ich bin beim Retro-Trend sehr wohl auch dabei. Schallplatten hab ich nie aufgehört; nur etwas pausiert, als der Riemen durch war und ich mich nicht drum kümmern wollte (2 Jahre? Jedenfalls nicht deutlich länger). Nur, wenn ich mir die Plastikbomber-Plattenspieler anschaue die heute so im Supermarkt liegen - da ist mein alter Dual-Dreher in Schneider-Zarge trotz damals schon dem unteren Ende des Portfolios immer noch besser. Ein simpler Riementriebler mit Vollautomatik, Halbzolltonabnehmer, DIN-Stecker. Kann man alles tauschen oder adaptieren, sogar für den Abschaltnippel gibt's wieder Ersatz. Bei Xomax oder den anderen Billigmarken? Hm.
Genauso sieht's bei Tapedecks auch aus: du kannst froh sein wenn du heute 'nen Stereo-Wiedergabekopf im Gerät hast, und/oder das Zahnrad zum Zurückspulen. Von Schwungrädern aus Metall will ich gar nicht anfangen. Es scheint nur noch einen einzigen Mechanismus zu geben, und der wird in verschiedenen Ausstattungen weltweit verbaut.
Die Maschinen und das Wissen aus den 80ern ist flöten gegangen. Selbst Emtec hat zum Schluss nur noch das mindeste Material eingekauft, weil sich die Eigenherstellung nicht mehr lohnte; und für Predigtmitschnitte oder Kaufcassetten in Entwicklungsländern reichte das. Der Rest wurde längst vernichtet (nicht verkauft - gab ja keine Nachfrage).
Also entweder echtes Vintage, oder bleiben lassen. Mein "Spielzimmer" z.B. bietet alles, was man so braucht.
Eine Ausnahme bildet die Plattenindustrie - dort laufen immer noch die alten Neumann Schneidmaschinen, die damals billig abverkauft und von ein paar Spinnern gerettet wurden. Das sind heute reiche Spinner
Und einige (nicht alle aber einige) schaffen es, die "alte Qualität" beim Pressen wieder zu erreichen. ("180g" ist hier kein Merkmal, wirklich nicht.)
Mit dem Vorteil des Rückblicks weiß ich aber auch, was damals nicht so gut war - und (das ist nun wie beim E-Auto in der Diskussion um die Einstellung von Ignis, SSS und Jimny) was an angeblichen Gründen pro oder kontra einfach nur daherpalavert ist.
Ich vermisse die Handhabung der Medien im Auto beispielsweise wirklich nicht - Kratzer, Bandsalat, UV-Strahlen, Wärme, geringe Auswahl, Platzbedarf, Ablenkung beim Wechsel, wir kennen's ja. Wenn das nun einer unbedingt als besser darstellen will, fass ich mir halt an den Kopf, denn das ist verklärte Wirklichkeit.
Wenn allerdings "gute" Argumente dagegen kommen - und sei es nur eine gewisse Bockigkeit, weil man sich nicht der Neuzusammenstellung der Sammlung (in dann besserer Qualität, Handhabung, etc.) widmen möchte - verstehe ich das trotzdem irgendwie. Soll ja jeder machen, wie er will. Ich muss die Meinung nicht teilen, aber ich kann sie akzeptieren 
Nur - das Argument der Verschlechterung des Materials zieht nicht. Denn erfahrungsgemäß lässt die Qualität von Vinyl, und auch Magnetband, mit jeder Nutzung nach. Allerdings ist das wie bei UKW: selbst unter miesen Bedingungen ist immer noch was hörbar (und im Auto, man vergleiche mit meiner 96kBit/s Aussage, gar nicht so auffällig). Meine 2003 für die Firmenkarre erstellten Bänder, die ich damals mangels Alternativen totgenudelt habe, laufen immer noch. Sind vielleicht nur nicht mehr alle Höhen da. Merkt man aber kaum, weil's nach wie vor harmonisch klingt.
Ärgerlich wird erst ein Ausfall. Das passiert nicht sehr häufig. Ist dann aber ähnlich schmerzlich wie bei digitalen Medien: geht oder geht nicht, wenn weg dann weg. Backup tut Not.
Und da kommt wieder die leichtere Kopierbarkeit der digitalen Daten ins Spiel... wenn mir ein Stick abbricht, hab ich nach 1 Stunde einen neuen bespielt. Eine CD kann ich direkt neu brennen, dauert keine 5 Minuten. Eine Cassette müsste ich in Echtzeit nochmal bespielen.
Gelingt aber alles nur, wenn ich die Quellen zur Hand (und: digital vorliegen!) habe. Ein vernichtetes Original ist - weg.
Bei der Strategie, schon vor der Nutzung Kopien zu erstellen, kann ich dann aber auch gleich digitalisieren... bei CDs mit deutlichem Zeitvorteil, bei Platten und Tapes halt in Echtzeit und mit ein bisschen Mehraufwand beim Nachbearbeiten.
Und ja, ich habe alle eine Videos, die ich privat mit meiner damaligen Videokamera gemacht habe, welche im übrigen die gleiche war, wie die von Marty Mc. Fly aus Zurück in die Zukunft, digitalisiert. Weil sie sonst unwiederbringlich verloren wären.
Du wirst lachen, unsere Homevideos (anfangs noch mit Super 8, später Hi8 entstanden) sind alle vor langer Zeit zum bequemeren Handhaben auf VHS kopiert worden (also, Super 8 abgefilmt!). Später hab ich alles von den diversen VHS mit einem DVD-HDD-Recorder überspielt, geschnitten, sortiert, verkapitelt und auf DVD gebrannt (2 verschiedene Rohlingssorten natürlich). Weil solche Rohlinge aber ab und an trotzdem den Löffel abgeben, machte ich ein Backup auf... VHS!
2 Discs ein Band. Die tun natürlich heute noch, auch wenn die Qualität bei jeder Konvertierung leidet.
Und inzwischen sind mir mehr DVD-Player gestorben als VHS. Selbst mein treuer Recorder ist nach 3 Reparaturen jetzt endgültig auf Lager, ein Teilespender genauso, der deutlich später beschaffte Zweitrecorder ist seit 1 Monat auch aus dem Spiel, und nur ein weiterer gebraucht gekaufter funktioniert noch. Die alten VHS sind, Bildqualität mal beiseite, damit kaum weniger langlebig als die alten Digitalkopien. (Und die Super 8 Originale leben ja auch noch. Nur ob's der Projektor noch tut, weiß keiner so recht.)
Es machte daher Sinn, die DVDs auf Festplatte zu überspielen - dort ist das Backup jetzt noch leichter.
Fazit, man sollte schon ab und zu das Format wechseln - irgendwann geht nämlich auch das nicht mehr, sei's wegen der alten oder der zur Aufnahme benötigten Technik - aber analoge Technik als "unwiederbringlich verloren" darzustellen, ist schlicht nicht richtig
Es wird nur immer unbequemer.
was auch ginge, wäre eine lösung in form einer ehrwürdigen vintage CC/CD-kombination für den euro-radioschacht aus den 80ern (becker, alpine, jvc o. ä.). müsste dann aber einen AUX-ausgang haben.
Wieso 'nen Ausgang? Um das dortige Signal dann ins SLDA-AUX einzuspeisen?
...gut, haben auch schon Leute gemacht. Warum auch nicht. (Allerdings meistens im Oldtimerbereich und andersrum, sprich modernes Radio an Eingang des alten Dampfradios angeschlossen)
Standard war's nicht, aber die hochwertigen hatten schon Cinchausgänge. Falls nicht, gab's auch High-Low-Converter.
Da ist dann aber die Frage der Verkabelung und Unterbringung genauso wenig gelöst wie bei den anderen Ideen (ich könnte sonst auch ein Computer-CD-Laufwerk mit Audiotasten anbieten; sowas hatten wir mal im Lager im Lösch-PC, und vorn einen Aktivlautsprecher dran... geht auch, und 12 V hat man eh im Auto).
Ne, wenn das mit der CD-Nutzung im Auto wirklich indiskutabel sein muss (mein Angebot mit der Titelliste steht!), dann ist der USB-Player die sinnigste Variante. Belegt keinen extra Stromanschluss, nur 1 Kabel, relativ dezent im Design, und - vor allem - über die werkseitigen Bedienelemente ansprechbar.