Beiträge von Linksfahrer

    "Es wäre doch ein leichtes gewesen..."

    Wenn du 15 Mio. € Entwicklungskosten auf 3.000 verkaufte Balenos umlegen musst, ist das kein günstiges Auto mehr, sondern kostet direkt 5.000€ mehr, ohne die tatsächlichen Produktions-Mehrkosten zu berücksichtigen. Und jetzt sag mir mal wie attraktiv du einen Baleno findest, der statt 13k, plötzlich 19k kostet, wegen ein paar Gramm CO2.

    Von 2016 bis 2019 wurden alleine in Deutschland 7.152 Balenos neu zugelassen, die anderen EU-Staaten habe ich nicht nachgesehen.

    Und mit einem Kombi hätte man die Zulassungszahlen locker verdoppeln können.

    Von dem 2017er Swift gab es in Deutschland von 05/17 bis 12/19 insgesamt 19.828 Neuzulassungen.

    Das wäre im ersten Schritt schon ein Potential von über 45.000 Fahrzeugen alleine in Deutschland für aktualisierte Technik, damit kommt man auf unter 350 € pro Fahrzeug.

    Auf alle EU-Fahrzeuge umgerechnet sind es dann unter 100 € pro Stück.

    Eine reine Vergrößerung des Mild-Hybrid-Akkus kostet auch keine 15 Millionen Entwicklungskosten, da wäre dann das Solardach schon inclusive.

    Und was heißt "wegen ein paar Gramm CO2".

    Alle Fachzeitungen rechnen das seit 2014 vor, welcher Hersteller ab 2020 wieviel Strafgebühren zahlen muss, wenn der CO2-Ausstoß nicht sinkt.

    Merkel hat sich ja nur von den Lobbyisten weich kochen lassen, daß die Regeln für 2020 nochmal auf 90% der Fahrzeuge aufgeweicht wird, obwohl sich ALLE anderen EU-Staaten schon einig waren.

    Bei VW ist die ganze Planung zusammen gebrochen, als erst die Kooperation mit Suzuki und dann auch mit Tata platzte.

    Und beim ersten e-Golf ging es über die teure Einzelfertigung nie hinaus, bis dieser dann ganz gestoppt wurde.

    Suzuki war 2015 mit dem neuen leichten Chassis und dem Motor ganz weit vorne.

    Und bis dahin hatte auch noch kein anderer Hersteller die Rekuperation bei einem Verbrenner mit Hilfe des Start-Stop-Generators genutzt.

    Bosch musste schon Arbeitsplätze abbauen, da wider erwarten kein Hersteller auf die Mild-Hybrid-Technik gesetzt hatte.

    Kein Hersteller hatte bis dahin einen 5-Sitzer-Verbrenner unter 95g.

    Da hätte Suzuki dann bis 2030 Zeit gehabt, um von der Technik der anderen Hersteller zu lernen und dann evtl. eigene e-Autos zu bauen oder um mit Subaru zu kooperieren (die haben es ja voll verpennt, die hatten 2019 noch kein Auto unter 150g CO2).

    Erst 2030 wäre ja dann die erneute 35% CO2-Reduktion dran gewesen.

    Nach dem Urteil über das Klimaschutzgesetz vorletzte Woche, reicht jetzt aber wohl die Zeit bis dahin nicht mehr aus, um für ein neues niedrigeres Zwischenziel eigene Fahrzeuge zu entwickeln.

    Baleno-Kombi

    Für spätestens 2018 (vor 04/2018 wegen der eCall-Pflicht und der WLTP-Zulassung (09/2018) ==> größerer Preisvorteil) hatte ich zudem wieder einen Baleno-Kombi erwartet, so wie beim alten Modell.

    Von deutschen Herstellern sind die ja mittlerweile unbezahlbar.

    Da kauft man sich lieber nen SUV und wuchtet den Bierkasten nochmals 20cm höher über die Ladekante.

    Seit 2014 gibt es in Deutschland zudem erste Hersteller mit Solarklebefolien und auch Solar-Dachziegeln.

    Mit einem etwas größeren Mild-Hybrid-Akku und einem Solardach hätte man den Baleno Kombi schon 2018 sogar mit WLTP-Zulassung wieder unter 95g CO2 drücken können.

    Beim Hyundai Ionic5 ist der Aufpreis für das Solardach mit 1.290€ jedoch viel zu hoch.

    In einem E-Auto-Forum wurde vorgerechnet, daß der Preis nur bei max. 790€ liegen darf, damit es sich vom Stromertrag her auch rechnet.

    Derselbe Baleno SHVS wurde 2019 dann jedoch mit 99g CO2 WLTP angeboten, also nur 6,5% über dem 93g NEFZ-Wert.

    Da sieht man mal, wie gut und "ehrlich" Suzuki ist, die meisten anderen Hersteller mussten den Wert um 20% bis 30% erhöhen.

    Der Vorteil des geringen Gewichts und der niedrigen CO2-Werte auch zu nutzen, wurde von Suzuki seit der IAA 2015 dann leider völlig verschlafen.

    CO2-Ausstoß 2015 im Durchschnitt über alle Neuzulassungen: 126g CO2 (NEFZ)

    Baleno: 93g CO2 (NEFZ)

    CO2-Ausstoß 2019 im Durchschnitt über alle Neuzulassungen: 157g CO2 (WLTP)

    Baleno: 99g CO2 (WLTP)

    Es wäre doch ein leichtes gewesen, den Wert auch bei dem Swift durchgehend auf unter 95g CO2 zu drücken und das auch fürs Marketing zu Nutzen.

    Alle anderen Hersteller (außer Tesla und Toyota) haben in den Jahren gekämpft, die Fahrzeugflotte in Richtung 95g zu drücken.

    Auf den letzten Drücker kamen dann "schön gerechnete" Plug-in Hybride.

    Und was macht Suzuki?

    Nach dem Zittern mit dem Aktientausch mit VW hängt man sich nun an Toyota, anstatt mit einem minimal größeren Mild-Hybrid-Akku die gerade selber (mit Bosch) entwickelte neue Technik leicht weiter zu entwickeln und an die gesetzlichen Regelungen anzupassen.

    Toyota hat doch gar kein Interesse daran, daß ein weiterer Hersteller problemlos Fahrzeuge unterhalb dieser Grenze anbieten kann.

    Die sehen sich vergnügt die Quälerei der deutschen Hersteller an und bremsen Suzuki nun mit den viel zu teuren Swace und Across nur aus.

    In den USA haben die Hersteller reagiert, um ihre Abgaswerte (auch wegen der EU) an die viel strengeren Grenzwert von Kalifornien anzupassen.

    Als Trump diese Grenzen 2018 aufgeweicht hat, da hat KEIN Hersteller das genutzt und Trump hat getobt.

    Suzuki schläft und verwendet nur Energie dafür, das Modell Jimny mit den hohen CO2-Werten nun mit einer Nutzfahrzeug-Zulassung zu retten.

    Die Marktanteile sinken und sinken weiter. Sehr traurig.

    Ich habe 2015 dem Baleno entgegen gefiebert und habe mich gefreut, daß es endlich einen 5-Sitzer unter 95g CO2 gab (SHVS, 93g CO2, NEFZ), nachdem Merkel damals persönlich extra für die deutschen Hersteller die 95g-Grenze für 2020 für nur 90% der Flotte aufgeweicht hatte.

    Bis dahin gab es nur den VWup, den Smart und den Celerio 1.0 Eco unter dieser Grenze, alles 4-Sitzer.

    Als der Baleno dann 2016 kam, gab es kaum Werbung für den und die Vorteile wurden darin nichtmal richtig herausgestellt.

    Die Grundversion (1.2 Dualjet, 13.790€) war damals als Listenpreis nur 1.000€ teurer als der alte Swift, allerdings hatte der Baleno im Onlinekauf immer höhere Rabatte (mindestens 22% gegenüber 15%) und war netto somit günstiger.

    Den SHVS Comfort gab es bei MeinAuto sogar für nur 13.142€.

    (31,1% Rabatt + Überführungskosten, bei Liste 17.590€ + 490€ Metallic + 690€ Überführung).

    Als dann 2017 der neue Swift heraus kam, war ich enttäuscht, denn es gab den Swift SHVS nur als 1.0 Boosterjet SHVS mit 98g CO2 (NEFZ), also wieder oberhalb der Grenze.

    Und das zu einem Zeitpunkt, als in Europa bereits seit 2,5 Jahren die Diskussion über den VW EA188 Motor tobte und wegen der Fahrverbote der Feinstaubfilter für Benzin Direkt-Einspritzer drohte.

    Zudem war da zeitgleich gerade erst der Aktien-Rücktausch mit VW in trockenen Tüchern und die Übernahme von Suzuki wurde verhindert.

    Der Baleno war doch quasi die neu entwickelte Plattform für den von VW lange gesuchten Kleinwagen, für den diese aber keinen adäquaten Motor hatten.

    Bei 890kg Leergewicht war der Baleno seltsamerweise sogar leichter als der 2017er Swift.

    Beim ersten e-Golf hatte VW damals noch die größten Probleme, da ihnen die Wanne für die eingelassenen Akkus bei der Produktion daher flogen.

    Diese e-Golfs waren sogar große Verlustbringer, da sie noch in Einzelfertigung produziert und schließlich gestoppt wurden.

    Suzuki hätte VW da komplett auf breiter Front in ihrem Heimatmarkt mit entsprechendem Marketing vorführen können.

    " Baleno, unter 95g CO2 und Kfz-Steuerfrei* "

    (*wir erstatten Ihnen bei Kauf für 10 Jahre die Kfz-Steuer, 260€ in bar)