@SSS76: Die Golf- und Seat-Defekthistorie bestätigt ja mal wieder meine Vorurteile...
Und erstaunlich wie viele Fahrzeuge manche hier durch Unfälle verlieren.
Meine Historie:
Das gesamte Studium bin ich noch ohne eigenes Auto ausgekommen. 2002 im Referendariat wurde es dann wegen der Pendelei zu verschiedenen Stationen der erste eigene, ein:
1. Honda Civic ED6 1990 (3-Türer in weiß, 90PS)
Sollte billig sein, beinahe wäre es ein Skoda aus der Vor-VW-zeit geworden, aber da waren dann Berichte davor. Beim örtlichen Billigautohändler sah ich anhand des Briefs, dass ich schon in dem Wagen zur Disko gefahren worden war: Vorbesitzer war eine Schulfreundin. Ein kurzer Anruf ergab, dass sie ihn NICHT wegen drohender Reparaturen abgegeben hatte. Ein toller Wagen: 90PS hatten mit 890kg leichtes Spiel, auch bei 190 auf der Autobahn noch gefühlt sicher, und ein supergeschmeidiger Motor, Welten besser als der gleich starke aus dem gleich alten Golf der Eltern. Der 5. Gang konnte auch bei 35 km/h ohne zu knurren rollen, das ging beim VW im Vierten (!) nicht unter 60... Wegen meines einzigen Blechschadens (Feuchtigkeit bei Ausbahnausfahrt übersehen, leicht in die Leitplanke gerutscht, bei dem Restwert automatisch Totalschaden) wurde die heile rechte Front verwendet für
2. Honda Civic ED6 1990 (3-Türer in silber, 90PS)
der hatte nämlich vorne rechts einen leichten Schaden, und so fuhr ich weiter das bewährte Modell, nun als Frankenstein-Modell in damals modischerem Silber und obendrein mit Schiebedach. Verkauft Ende 2004 wegen Auslandsstudiums.
3. Lancia Delta II 1994 (rot unmetallic (anders als auf dem verlinkten Foto), 186 PS)
Verliebt nach einer Probefahrt 2006 gekauft von einem anderen Verkäufer als dem im Brief genannten Eigentümer - wie blauäugig man sein konnte. Heckschaden übersehen (Lackriß am Heckblech war sogar außen mit Lackstift schlampig korrigiert). Toller Innenraum und hochmodern ein Fahrwerk mit verstellbarer Dämpfung - was wegen den Tieferlegungsfedern nicht funktionierte und sich sicherheitshalber dauernd auf "hart" einstellte. Beim Verkauf fand ich im Ersatzrad ein Ersatzsteuergerät, was mir nachträglich ein Licht aufgehen ließ, warum der so ging wie Hölle und irgendwo bei 130-150.000km einen Motorschaden erlitt - offensichtlich war ich 1 gutes Jahr unbewusst mit illegaler Leistungssteigerung des Vorbesitzers unterwegs. Eine brachiale Spaßsemmel mit vermutlich über 200PS auf rund 1,3 Tonnen und italienischer Zuverlässigkeit:
- Klimaanlagensteuerung ging defekt und leider hing an der auch die Lüfterschaufeln von dem Kühler. Was macht man also, wenn innerorts im Sommer der Fahrtwind nicht zur Motorkühlung reicht, um Wärme vom Motor abzuführen? Genau, die Heizung auf höchste Stufe! *schwitz*
- Die Benzinpumpe ging natürlich nicht bei der Einkaufsfahrt fest, sondern beim Oktoberfestbesuch 700 km fern von zu Hause. Der ADAC konnte mit Umpolen freimachen. Es war gut, dass ich bei erneutem Festgehen auf der Autobahn hinter München 200 Sachen fuhr, so konnte ich noch zum 3km entfernten Parkplatz rollen, mit einem vom LKW-Fahrer geliehenem Schraubenschlüssel draufhauen, eine Sicherung transplantieren und weiterfahren... 
4. Subaru Impreza WRX Kombi 2007 (grau metallic, 230 PS)
Mit der Ersatzsuche ließ ich mir Zeit, zur Arbeit konnte ich mit dem Rad und der Supermarkt war um die Ecke. Ein Honda Civic Type R 2007 sah cool aus und fuhr wie auf Schienen, war aber unübersichtlich und hatte saugertypisch kaum Drehmoment. Als ein Parallelimporteur den Mittelklassekombi mit 230 Turbo-PS >30% unter Listenpreis und billiger als den Type R anbot, schlug ich ohne Probefahrt blind zu (ich hatte früher mal einen 280PS-STI probegefahren und nun zusätzlich einen 150PS-Sauger, da habe ich geraten, wie der WRX sein würde...)
Tolles Auto, keine Defekte auf 37tkm bis zur Sonderzahlung vom Arbeitgeber. Deshalb verkauft und was noch stärkeres gesucht:
(5a. Mitsubishi Lancer Evo X 2007 MR TC-SST (280PS)
Einen 2010 genauso blind vom selben Händler gekauften Evo X konnte ich als Gebrauchten mit 1000km bei Abholung probefahren - und er hat mir nicht gefallen.
Doppelkupplungsgetriebe schaltete schneller als ich je konnte - aber immer nur nach einer Gedenksekunde. Starre Paddles verwehrten eine rechtzeitige Schaltungsaufforderung am Lenkrad noch in der Kurve. Innenraum unharmonisch (Hightech-Radio in Plastikwüste) und Kofferraum zerklüftet und winzig wegen serienmäßigem Subwoofer und Batterie. Deshalb Kauf widerrufen nach Fernabsatzgesetz.)
5b.Subaru Impreza WRX STI 2006 (blaumetallic, 280 PS)
Stattdessen habe ich verrückterweise für einen gebrauchten STI, den ich noch nicht gesehen hatte, den WRX verkauft (nach der Krise für absurd wenige 14.300€, das wurde 7 Jahre danach genauso gezahlt). Der hatte nur 24.500km runter, aber mißtrauenserweckend schon 4 Besitzer gehabt. Dennoch gekauft - die eierlegende Wollmilchsau für alles. Supermarkteinkauf, Weihnachtsfamilienrundreise mit Kleinkind, Rennstreckentag - ging alles mit dem.
Mit dem fing auch meine Tuninggeschichte an. Bei 37tkm Zylinderkopfdichtungsschaden des 2,5l-Motors (leider Krankheit bei dem Motortyp), danach habe ich für eine "große" Lösung über 20t€ in den Motorraum versenkt für ein stabiles drastisches Upgrade. Davon hatte ich nicht viel, denn kurz nach der Einfahrzeit hat den ein anderer bei 51tkm mit der driftenden Hinterachse auf einen massiven Brückenstein gesetzt, so dass sich das Hinterrad im Kofferraum versteckt hat. Der wurde dann in Teilen verkauft und zum Übergang angeschafft ein
6. Subaru Impreza Kombi 1999 Automatik (90 PS in silber)
Sowas aber ohne Spoiler usw. Hat 2012 zuverlässig getan, bis ich ihn an dasselbe Autohaus zurückverkaufen konnte.
7. Subaru Impreza WRX STI Spec C 2005 (280PS in weiß)
Japanimport (Rechtslenker) als Ersatz für den Verunfallten. Das Basismodell für die Gruppe N-Rallyfahrzeuge. Rennstreckentauglich durch Myriaden von Veränderungen gegenüber dem Europamodell: Gleiche 280PS aus nur 2 Litern Hubraum, andere Abgasanlage, anderer Turbo, kürzeres Getriebe, Dachklappe im Rallystil, zusätzliche Öl- und Servokühler sowie diverseste Gewichtssparmaßnahmen - alles serienmäßig. Mein bestes und spaßigstes Auto. Keinerlei Defekte trotz intensiver Beanspruchung
Mit dem Arbeitgeberwechsel war leider der Arbeitsweg für das Fahrrad zu weit und der Impreza für Pendler-Kurzstrecke zu schade - Ergänzung musste her. Billige Rechtslenker für den Alltag gab es nicht, so wurde es kurz darauf zusätzlich noch ein ähnlich spezielles Sondermodell, der
8. Subaru Forester STI 2004 (265 PS silber)
angeschafft. Impreza-Antriebstechnik im Schafsgewand eines (aus heutiger Sicht kleinen) SUV. Tolles Auto, aber auch für den Alltag zu schade. Dann brachen die Dämme und ich habe mir diverse alte Japaner für den Alltag oder aus Spaß an der Freude für vergleichsweise kleines Geld angeschafft:
Erfreulicherweise dürften Impreza und Forester heute, 7 jahre später, noch ca. genausoviel wert sein wie bei Kauf - das zeigt, wie sehr die inzwischen geschätzt werden.
9. Mitsubishi Galant E30 EXE Limousine 1990 (90 PS, anthrazit)
Der Gegenentwurf zum Impreza, opahaftes Schunkelmobil mit Plüschsitzen, wegen nur 1200 Kilo Leergewicht und kurzer Getriebeübersetzung auch heute noch flüssig zu bewegen ohne dass er 150 PS braucht. Schluckt mit 25 jahre alter Technik in der Praxis weniger als heute das "Ökowunder" Passat Bluemotion.
10. Subaru Vivio 1997 (44PS, rot)
Nach einem Beinahekauf und einem Fehlkauf und nachdem ich frustriert zur Nr. 9, dem ersten Nichtsubaru gegriffen hatte, lief mir doch noch ein Subaru Vivio zu - ein winziges japanisches Kei-Car und automobiles Existenzminimum: 140x330cm, 4 Räder, 44 PS, 5 Türen, sonst quasi nichts. Kein ABS, keine Klima, kein Servo (schadete aber bei 13"-Reifen nicht). Vom Vorbesitzer aber mit nachgerüsteter ZV, Alcantare-Leder und bester Soundanlage ever aufgerüstet. Mein billigstes Auto im Unterhalt: 50€ Versicherung, 50€ Steuer. Später verkauft, weil Freundin ohne Angst auf der Landstraße mobil sein sollte und Wasser in der Tür das Soundvergnügen gekillt hatte.
11.Subaru XT 1986 (136 PS, rot)
Das 80er-Jahre-Ufo mit klassischer Keilform, Klappscheinwerfern, spacigem Innenraumdesign und digitalem Mäuekino. Technisch state of the art inkl. Luftfederung, Turbomotor, Allradantrieb und cw-Rekord vom 0,29.
Rostfrei aber mit unbekannten sonstigen Defekten als Import aus Andorra von deutschem Händler gekauft für 1700€. Nach 2 Jahren TÜV-fertig bekommen, aber bei der ersten Ausfahrt machte leider ein Luftfederbalg schlapp. zur Strafe in die Ecke gestellt und sporadisch Ersatzteile gesucht. Nächstes Jahr soll es weiter vorangehen, nachdem das andere Projekt fertig ist, nämlich der:
12. Subaru Brumby 1992 (82PS, weiß)
Ein weiteres Kuriosum, beim Urlaub in Australien angelacht und selbst importiert, der die Ladefläche überbaut und regensicher machen soll. Zusätzlich mit Glachfaseraufbau inkl. Fenstern und Heckklappe. Unverwüstliche 70er Jahre Technik, in den USA unter dem Namen "Brat" und in Australien noch Anfang der 90er als "Brumby" verkauft. Gebrauchte haben in Australien meist zwischen 200 und 500tkm runter, quasi unverwüstlich.
13+14. Suzuki Swift (Sport)
Der Grund, warum ich in diesem Forum bin:
2017 wurde der normale Swift AZ Club in blau als Ersatz für den Vivio angeschafft - wegen des günstigen Verbrauchs und der gefühlt absurden Gebrauchtpreise wurde es nach langer Zeit mal wieder ein Neuwagen, den jetzt meine Partnerin fährt. Grund: Ich habe 2018 auf den AZ Swift Sport upgegradet - der ist auch hier im Forum vorgestellt.
15. Mitsubishi Galant E10 1987 (90 PS, ein Traum in braun)
zuletzt noch zugelaufen ist mir ein Doppelpack aus einem Verunfallten als Teilespender und einem Gerbauchten fahrfähigen, der noch etwas Liebe braucht. das aktuelle Projekt und ein Traum in braun: Der Innenraum ist durchgängig in zweierlei Braun gehalten. Hier noch ein Video von einem verspoilerten.
Wo nicht als verkauft beschrieben, sind die aktuell noch in meinem Fuhrpark. 