Der Vorteil bei solchen "Tuningboxen" ist, daß sie nicht nachweisbar sind, da sie im Grunde lediglich verfälschte Werte ans Steuergerät schicken, welches diese dann adaptiert und entsprechend reagiert. Simpel ausgedrückt, Ladedrucksensor meldet an Box 0,5 bar, Box meldet an ECU 0,4 bar, Steuergerät sagt "mehr Druck bitte" und Motor reagiert entsprechend.
Steckt man die Box aus ist alles wieder Original und das Tuning nicht nachvollziehbar. Zudem kann man die Box beim Fahrzeugwechsel einfach mitnehmen, beim Wechsel auf eine andere Marke ist evtl. ein neuer Kabelbaum und eine andere Grundeinstellung fällig, aber ansonsten passen die Boxen nahezu universell.
Hier ist dann wiederum auch ein gewisser Nachteil zur individuellen Programmierung des Original-Steuergeräts, aber die Vorteile solcher "Plug&Play"-Boxen überwiegen meiner Ansicht nach, vor allem in Hinblick auf die Garantie.
Was die Lebensdauer angeht, so kann ich aus 10 Jahren Erfahrung mit dem Vertrieb und der Programmierung solcher Boxen sagen: In der Standardprogrammierung kein Problem. Und auch bei einer "schärferen" Programmierung braucht man sich erstmal keine Sorgen zu machen. Bevor der Motor wirklich Schaden nimmt, erkennt die Original-ECU, daß da irgendwas nicht stimmt und schaltet im Zweifelsfall in den Notlauf. Natürlich hat man durch die höhere Leistung -sofern man sie permanent abruft- auch einen höheren Verschleiß, aber das ist, denke ich, eh klar. Ein Auto, welches ich permanent am Limit bewege oder regelmäßig über die Rennstrecke hetze egal ob nachträglich getuned oder nicht macht früher die Grätsche als wenn ich damit unter grober Beachtung der Verkehrsregeln auf der Straße bewege.
Wirkliche Probleme gab es früher nur im Dieselbereich, als die ersten Partikelfilter serienmäßig verbaut wurden. Die ersten, recht simpel gestrickten Boxen, welche nur an den Raildrucksensor (Einspritzdruck) gesteckt wurden und den Einspritzdruck dann im gesamten System erhöhten, erhöhten auch den Druck und damit die Einspritzmenge bei der Selbstreinigung. Speziell italienische Dieselfahrzeuge hatten damals eine extra Einspritzdüse vor dem Partikelfilter, welche dabei ebenfalls "volle Möhre" einspritzte. Dabei wurde der Partikelfilter unter Umständen so heiß, daß der ein oder andere Wagen während der Fahrt schlichtweg abgefackelt ist. In Folge wurden die Boxen dann meist separat an die Einspritzdüsen gesteckt und der Ladedruck ebenfalls angepaßt.
Aber gut, ich schweife ab...
Grundsätzlich sind solche Tuningboxen bei Turbomotoren eine gute Sache, sofern man nicht irgendwelchen eBay-Ramsch kauft, Stichpunkt MAP-Sensor-Tuning.
Die Königsdisziplin wäre es natürlich sich ein SMT8 zuzulegen und sich seine ECU selbst zu programmieren. Ist im Grunde leichter als es klingt, sofern man halbwegs weiß, wie ein Motor funktioniert und Schlagworte wie "Lambdawert" keine Tanznoten sind, aber durch das Einlöten in den Originalkabelbaum irreversibel und dementsprechend suboptimal für eventuelle Garantieansprüche.