Nach über 30 Berufsjahren im Dienstleistungsbereich kann ich aus Erfahrung sagen, daß man mit diesen Kleinigkeiten (wie selbstmitgebrachtes Öl) zwar eventuell ein paar Euronen spart, dafür aber vom Werkstattpersonal in eine eigene Rubrik ganz unwillkürlich eingeordnet wird. Sollte auch das übrige Verhalten des Kunden eher Richtung knauseriger Nörgler und Besserwisser gehen, wird niemand sich für diesen Kunden "ein Bein ausreissen". In großen Werkstätten geht das vielleicht noch, da der Monteur keinen Kontakt zum Kunden hat und der Kundenbetreuer nicht montiert, aber gerade in kleineren Unternehmen läßt sich das nicht wirklich vermeiden.
Die Marge zwischen Einkauf und Verkauf deckt die doch erheblichen Betriebskosten, von denen der Kunde oft keine Vorstellung hat und die im Internethandel wesentlich geringer sind. Die Stundesätze sind nominell gerade bei den Markenwerkstätten zwar recht hoch, dafür sind die Arbeitszeitvorgaben dafür sehr eng bemessen und die Überschüsse aus dem "Ölgeschäft" finanzieren die akkurate Montagearbeit sozusagen quer. Wenn man eine gut arbeitende Werkstatt gefunden hat, sollte man also immer überlegen, ob man wegen dieser insgesamt geringen Kostenersparnis die Vertrauensbasis belasten will. Wenn die Werkstatt ungenügende Qualität abliefert, sollte man doch eher über einen Werkstattwechsel nachdenken, als über die Ölkosten.
Während der Garantiezeit, die im Gegensatz zur gesetzlichen Gewährleistung nach den Regeln des Garantiegebers erfolgt, undokumentierte, das heißt nicht mit Stempel einer Marken- zumindest aber Fachwerkstatt versehene, Wartungsarbeiten auszuführen, kann den Garantieverlußt bedingen. Und bei Kulanzanträgen ist dies noch gravierender. Letzteres aber eher unerheblich, da Kulanz zunehmend ein unbekanntes Fremdwort bei den Herstellern ist. Wobei wir auch da wieder beim "Verhältnis" Kunde zu Dienstleister wären und dem Aufwand, den letzterer für seinen Kunden betreibt...