Das Ganze ist vor allem erstens eine Frage des Geldbeutels und zweitens, was soll die reparierte Sache danach noch machen. Und da steht eindeutig in diesen Ländern der Zweck Personen und Waren von a nach b zu bringen, über pistenähnliche Wege mit viel Verkehr und geringen Geschwindigkeiten, im Vordergrund. Zumal der nächste Crash nicht lange hin ist. Arbeitszeit ist billig, Neuteile oder modernste Werkstattausrüstungen sind teuer... Natürlich wäre es sehr leichtsinnig und extrem gefährlich mit solcherart zusammengefrickelten Fahrzeugen hier im alltäglichen Straßenverkehr bei den möglichen Geschwindigkeiten auf Landstraßen oder BAB teilzunehmen. Aber deshalb sind Reparaturen in D auch so aufwändig und teuer und müssen halt vom Halter direkt oder via Versicherungsprämie gelöhnt werden. In den östlichen Nachbarländern geht es wegen der geringeren Stundenlöhne zwar noch etwas günstiger (von der Herkunft der Ersatzteile mal abgesehen
), aber immer noch viel aufwändiger als in den Ländern der 3. Welt. Und sicherheitstechnisch ist ein so zusammengedengeltet Suzuki immer noch besser, als die Familie auf dem Moped zu transportieren...
Aber dank immer komplizierter werdender Technik und vor allem Elektronik werden diese Reparaturen bald auch nicht mehr möglich sein, womit viele Gebrauchtwagen hier aus den EU-Ländern dann kein zweites Leben mehr in Afrika kriegen können und nur noch in der Presse landen. Schlecht für die Mobilität in Afrika und schlecht für den Gebrauchtwagenverkaufspreis der hiesigen Besitzer. Und auch nicht unbedingt sehr nachhaltig, zumal die Recyclingquote bei den Li-Akkus eher gegen null tendiert...
(Und falls jetzt jemand sagt, Indien liegt doch nicht in Afrika - richtig! Und es ist auch keine hunderttausende Kilometer entfernt. Aber die Vorschriften für Zulassungen importierter Fahrzeuge in Indien und anderen Ländern Südostasiens sind so, daß dorthin keine EU-Gebrauchtwagen gehen...)