Also bei uns arbeiten Schlosser in einer Schlosserei...muss auch mal gesagt werden!
Und ja, über 500€ für ein Jahresservice, wo der Ölwechsel die aufwändigste Arbeit ist, ist Abzocke!
Aber die Zeiten sind zum Glück vorbei...
Nun, bevor der Begriff "KFZ-Mechatroniker" erfunden wurde, hießen die Fachkundigen für fahrbare Untersätze tatsächlich "KFZ-Schlosser". Für Traktoren, Mähdrescher und alles dran Angehängte gab es die "Landmaschinenschlosser". Im "Osten" hatten die Berufskraftfahrer meist auch eine abgeschlossene Ausbildung als KFZ-Schlosser und konnten so Pannen oft selbst beheben, kannten vor allem auch die bediente Technik im Detail, es war ja auch einiges mehr an Wartung nötig als bei den heutigen Fahrzeugen.
Und das die Preise in den Werkstätten zugegeben sehr hoch sind, liegt weder am "Spitzenverdienst" der Mechatroniker noch an den Gewinnmargen der Eigentümer. Die Kosten für Einrichtung und Bürokratie, sowie die Abgabenquote an "Vater Staat" und einige andere Organisationen wie Berufsgenossenschaften, Arbeitsmedizinischer Dienst, Technische Überwachung, Lizenzgeber usw. machen den Großteil der Arbeitskosten aus. Auch die Lagerhaltung für häufig benötigte Ersatzteile ist nicht umsonst, auch das Büropersonal vom Empfangstresen bis zur Lohnbuchhaltung möchte bezahlt werden. Es mag, wie in jeder Branche, "Schwarze Schafe" geben, die einen abzocken, aber gerade die Markenwerkstätten haben von den Herstellern sehr limitierte Vorgaben und nur begrenzten Spielraum für die Abrechnung. Ansonsten hängt das Arbeitsergebnis natürlich entscheidend vom Können und der Motivation des ausführenden Schlossers/ Monteurs/ Mechatronikers und der Endkontrolle vor Übergabe ab. Kann auch mal "suboptimal" sein, sollte dann aber immer im Sinne eines zufriedenen Kunden korrigiert werden, ich habe da zumeist positive Erfahrungen gesammelt über die Jahre.
Und die Zeiten, wo man mit einem durchschnittlichem Werkzeugkasten, Fettpresse und ein paar Spezialwerkzeugen seinen fahrbaren Untersatz komplett warten und reparieren konnte, sind vorbei. Einerseits schade, andererseits nach 1000km abschmieren, nach 5000km die Unterbrecherkontakte und Zündkerzen einstellen und permanent kleine Pannen von verstopften Vergaserdüsen über gerissene Gasbowdenzugfedern, zerfetzten Keilriemen und verschlissenen Lima-Kohlen beheben zu müssen, war auch nicht das Gelbe vom Ei, von den sich läppernden Materialkosten (im Vergleich zum damaligen Einkommen) ganz abgesehen...